Aktuelles
Industrialisierung im 19. Jahrhundert - Lehrerfortbildung im Staatsarchiv Leipzig
Lehrerfortbildung im Staatsarchiv Leipzig
(©Sächsisches Staatsarchiv)
Die aktuelle Hausausstellung des Staatsarchivs Leipzig: »Fa. Bleichert - Leipziger Verlade- und Transportanlagen in aller Welt« bot einen willkommenen Anlass, Lehrer mit der Geschichte einheimischer Unternehmen und Unternehmer vertraut zu machen. Der Einladung der Archivpädagogin Merit Kegel folgten am 27. Januar 2011 zehn Kolleginnen und Kollegen aus Leipziger Gymnasien.
In einem einführenden Vortrag stellte der Historiker Dr. Manfred Hötzel die Unternehmensgeschichte der Firma Bleichert Transportanlagen GmbH vor. Besonderes Interesse fand dabei die Frage, welche persönlichen Leistungen des Firmengründers Adolf Bleichert als Erfolgsbedingungen zu sehen sind. Die anschließende Führung durch die Ausstellung, welche Marion Fechner leitete, bot eine anschauliche Vertiefung des Themas. Als besonders eindrucksvoll erwies sich die filmische Überlieferung, die das Potenzial besitzt, Schülern einen visuellen Eindruck aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu vermitteln.
Folgerichtig bot es sich im Anschluss an, über Einsatzmöglichkeiten der Wirtschaftsbestände des Sächsischen Staatsarchivs im Unterricht zu sprechen. Eine repräsentative Auswahl von Archivalien verschiedener Unternehmen des Maschinenbaus, der Textilindustrie und des Transportwesens verdeutlichte, dass Leipziger Schulen zum Thema »Durchbruch der Industrialisierung« nicht auf Lehrbuchtexte zur Entwicklung des Ruhrgebietes oder von »Ruß-Chemnitz« zurückgreifen müssen. Identifizierung mit der eigenen Region beginnt bei der Regionalgeschichte. Das archivpädagogische Angebot zur Industrialisierung, welches für die Klassenstufe 8 und für die Sekundarstufe II entwickelt wurde, bietet eine Möglichkeit, im Lernort Archiv Geschichte forschend zu erleben.
Dass das Angebot inhaltlich und methodisch dem Lehrplan angepasst ist, zeigt die Tatsache, dass alle Teilnehmer am Ende der Veranstaltung einen Termin für ihre Klassen im Archiv vereinbarten. Die Ausstellung ist noch bis 15. April 2011 im Staatsarchiv Leipzig zu sehen.
Pegauer Lauschdetektive“ auf Spurensuche
Für die Region Leipzig errangen die »Lauschdetektive«, der Hörclub der Grundschule Pegau, mit ihrem Hörspiel »Archibald braucht Hilfe« den ersten Preis beim Wettbewerb des Sächsischen Staatsarchivs »Rettet Archibald«. Die Urkunde und die Einladung zum Aktionstag im Archiv wurden am 16. Juni 2010 im Beisein der Presse feierlich übergeben. Dabei erhielten Annika Tränkner, Luisa Zobel, Shania Zobel, Ronja Kretschmar, Daniel Werner und Tobias Werner eine neue Knobelaufgabe: Ein in altdeutscher Handschrift geschriebener Hilferuf und ein Teil einer Ermittlungsakte aus den Beständen des Polizeipräsidiums Leipzig sollten helfen, die Archivmaus zu finden.
Gleich am nächsten Tag reiste die Gruppe mit ihrem Betreuer Hans-Herrmann Koch nach Leipzig, um den Hinweisen nachzugehen. Während der Suche im Magazin wurden vor allem Archivalien aus den Beständen der Stadt Pegau betrachtet, besprochen und befühlt. So war es für alle erstaunlich, dass die Schulamtsordnung im §6 eine Geschlechtertrennung vorsah - natürlich vor 100 Jahren. Heute - so erinnerten sich die Schüler - kann man das noch am Schulhausbau nachvollziehen.
Nach dem Detektivspiel und einer »Knuddelstunde« für Archibald musste sich erst einmal gestärkt werden. Das Mitmachangebot, mit Tinte und Feder selbst Urkunden zu gestalten, kam dann leider etwas zu kurz, da es schon wieder nach Hause ging. Insgesamt bedauerten alle, dass nur vier Stunden Zeit gewesen sind, und man versprach, auf alle Fälle wieder zu kommen. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg und konnte, da die Fahrtkosten ein Teil des Siegerpreises waren, auch Schüler erreichen, die nicht aus der Stadt Leipzig kommen. Für die »Pegauer Lauschdetektive« gestaltete sich so der Tag auch als ein Einblick in die eigene Regional- und Heimatgeschichte.
Themenseite »Archiv als außerschulischer Lernort« auf dem Sächsischen Bildungsserver
Außerschulische Lernorte sind en vogue. Archive, für viele Lehrer und Schüler eine eher unbekannte Welt, eignen sich besonders, die hohen Erwartungen an den Unterricht mit den Zwängen des Schulalltages in Einklang zu bringen. Das Sächsische Staatsarchiv hütet einen reichen Schatz an Primärquellen zur sächsischen Geschichte. Archivische Quellen ermöglichen das entdeckende Lernen im Geschichtsunterricht und bieten Möglichkeiten zur eigenen Urteilsbildung.
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