Hauptinhalt

Beständeübersicht

Bestand

21793 Nachlass Friedrich Hentschel

Datierung1945 - 1960; 1985
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)0,55

Zur Biographie von Hermann Moritz Friedrich Hentschel
Friedrich Hentschel wurde am 16. Februar 1897 in Leipzig Plagwitz als Kind eines Schneidermeisters geboren. Er besuchte 1903 bis 1911 die Volksschule, danach eine Fortbildungsschule. Während dieser Zeit arbeitete er als Pförtnerbursche in der Kammgarnspinnerei Stöhr, um die große Familie, die seit 1902 ohne den Vater auskommen musste, finanziell zu unterstützen. In den Jahren 1914/15 ließ er sich zum Buchhalter ausbilden. Als er 1916 beim Verlag Vobach angefangen hatte, begann er auch an Buchhändler-Kursen teilzunehmen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges musste Friedrich Hentschel zur Wehrmacht und war schließlich ein Jahr in Gefangenschaft. Als Wachmann bei einer Stelle des sowjetischen Außenhandels fing er wieder an und kehrte schließlich zum Verlag für die Frau – einer Art Teilnachfolger von Vobach – zurück, wo er bis zum Übergang in den Ruhestand im Jahre 1963 verblieb. Am 11. Dezember 1987 verstarb Friedrich Hentschel im Alter von 90 Jahren.

Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Friedrich Hentschel hinterließ eine Notiz mit der Verfügung, bestimmte Dokumente dem Staatsarchiv zu übergeben. Seine Tochter sorgte nach dem Tod ihres Vaters für die Erfüllung dieses Auftrages und so gelangte das Staatsarchiv Leipzig in den Besitz des Nachlasses. Dieser wurde 1988 durch L. Herfurth bearbeitet und mit einer Einleitung, datiert auf den 9. Mai 1988, von M. Unger versehen. Im März 2015 wurde im Rahmen eines Praktikums eine Retrokonversion des Findbuches durchgeführt. Der Bestand wurde elektronisch verzeichnet und die Einleitung des Findbuches wurde überarbeitet.

Überlieferungsschwerpunkte
Die hinterlassenen Dokumente versinnbildlichen gleichsam die "Registratur eines einfachen Mannes", die mit den hier vorhandenen Beständen der Firma Stöhr und dem Nachlass des Vobach-Konzernchefs Kurt Herrmann korrespondiert. Dadurch bot sich die Gelegenheit, die persönlichen Dokumente des Kurt Hermann, z. B. über seinen Großgrundbesitz in Mecklenburg am Ostufer der Müritz mit dem Jagdschloss Speck, denen eines seiner kleinen Angestellten mit dem Besitz einer Wohnung und eines Schrebergartens gegenüberzustellen. Kulturell, insbesondere geschichtlich interessiert, war Friedrich Hentschel viele Jahre Mitglied der Fachgruppe Stadtgeschichte im Kulturbund und regelmäßiger Besucher der Vortragsveranstaltungen. In diesem Zusammenhang hat er neben zahlreichen Büchern auch Fotos und Schriftstücke mit Erinnerungswert aufbewahrt. Einige davon haben besonderen Wert: beispielsweise die Fotos vom "Wanderfalken", einem Wanderverein, dem er einst angehört hatte, oder die Streikeintragung vom August 1919 in dem Kalender des Vereins. Dazu zählt der ausgefüllte Vordruck "Lebenszeichen" – eine Art Telegramm – nach dem schweren Bombenangriff auf Leipzig am 27. Februar 1945, der ihn von seiner Familie in Unna erreichte. Im Grunde umfasst der Bestand sowohl typisches Schriftgut, das jedermann auf die ganze Lebenszeit zu verwahren pflegt (Zensurenbuch, Zeugnisse über Betriebszugehörigkeit usw.) wie solche Dokumente, die seine ganz persönlichen Interessen reflektieren, wenngleich das über einen andeutungsweisen Umfang nicht hinausgeht.

Hinweise zur Benutzung
Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: StA-L, 21787, Nachlass Friedrich Hentschel, Nr. (fettgedruckte Zahl).



M. Unger / N. Weigel

1988 / 2015
Persönliche Dokumente.- Fotos vom Wanderverein "Wanderfalken".- Sammlungsgut zur Leipziger Stadtgeschichte.- Briefmarkenalben.

Friedrich Hentschel wurde am 16. Februar 1897 in Leipzig Plagwitz als Kind eines Schneidermeisters geboren. Er besuchte 1903 bis 1911 die Volksschule, danach eine Fortbildungsschule. Ihr folgten 1914/15 eine Buchhalterausbildung, schließlich Buchhändler-Kurse, nachdem er 1916 beim Verlag Vobach angefangen hatte. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges musste Friedrich Hentschel zur Wehrmacht und war schließlich ein Jahr in Gefangenschaft. Nach einer Tätigkeit als Wachmann bei einer Stelle des sowjetischen Außenhandels kehrte er schließlich zum Verlag für die Frau - einer Art Teilnachfolger von Vobach - zurück, wo er bis zum Übergang in den Ruhestand im Jahre 1963 verblieb. Am 11. Dezember 1987 verstarb Friedrich Hentschel im Alter von 90 Jahren.
  • 2015 | Findbuch / Datenbank
  • 2024-02-13 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5
Sitemap-XML zurück zum Seitenanfang