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Beständeübersicht

Bestand

21819 Nachlass Alfred Rothe

Datierung1914 - 1952
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)1,69
Zur Biografie von Alfred Rothe

Franz Alfred Rothe wurde 1903 als Sohn eines Buchbinders in Leipzig geboren. Er besuchte acht Jahre die Volksschule, lernte den Beruf eines Feinmechanikers und ging anschließend auf die Gewerbeschule. Er wurde bald Mitglied des Metallarbeiterverbandes und des Arbeiter-Samariterbundes. Als Geselle ging er auf Wanderschaft, v. a. nach Gießen, Marburg und Wetzlar. Hier lernte er den späteren Schriftsteller Ferdinand May kennen und wurde Mitglied der SPD.
1926 übernahm er eine Funktion in der SPD und arbeitete im Volkshaus in Leipzig. Außerdem begann er eine Ausbildung als Angestellter der Allgemeinen Ortskrankenkasse Leipzig. Aufgrund seiner engagierten Parteiarbeit wurde er nach der Machtübernahme 1933 durch die Nationalsozialisten gemaßregelt und fristlos aus der AOK Leipzig entlassen. Nach kurzfristiger Verhaftung wegen illegaler Kontakte mit Johannes Lang, Hermann Strobel und Erich Zeigner begann A. Rothe 1937 in der Druckwalzenfabrik Böttcher in Leipzig zu arbeiten. 1939 übernahm er eine Aufgabe in der Betriebskrankenkasse bei der HASAG. 1942 wurde er zur Wehrmacht einberufen und kehrte nach kurzer amerikanischer Kriegsgefangenschaft bereits im Juni 1945 wieder nach Leipzig zurück.
Unmittelbar nach seiner Rückkehr trat er in die SED und in den FDGB ein und wurde mit der Sozialbetreuung heimkehrender Soldaten betraut. Ab 1946 baute er die Sozialversicherung im Land Sachsen mit auf und war dann dort tätig. Mit fast sechzig Jahren wechselte er nochmals den Beruf und arbeitete viele Jahre bei der Firma Zachariä, heute VEB Spezialuhren Leipzig. Am 9. November 1978 verstarb Alfred Rothe in Leipzig.

Bestandsgeschichte und -bearbeitung

Der Bestand wurde 1987 von seinem Sohn Horst Rothe angekauft. Ein erstes Findbuch entstand 1988. Die Verzeichnung erfolgte nach der chronologischen Überlieferung. Die vorgefundene Ordnung wurde beibehalten. Dokumente zu den einzelnen Lebensabschnitten des Nachlassers sind nicht überliefert.

Überlieferungsschwerpunkte

Der Bestand besteht aus Zeitungen, Zeitungsausschnitten, Broschüren, Flugblättern sowie aus Titelseiten verschiedener Zeitungen aus der Zeit des Nationalsozialismus.

G. Gebauer, M.Wermes

1988, 2016
Zeitungsausschnittsammlung zur Geschichte der Arbeiterparteien und Gewerkschaften v. a. in den 1920er Jahren.- Antigewerkschaftliche Propaganda der NSDAP.- Werbematerial und Flugblätter der SPD und KPO.- Mitgliedsbücher (USPD, SPD, SED, FDGB).- Genehmigungen des sowjetischen Militärkommandanten in Grimma.
Alfred Rothe wurde 1903 als Sohn eines Buchbinders in Leipzig geboren. Er erlernte nach der Volksschule den Beruf des Feinmechanikers und besuchte die Gewerbeschule. Rothe wurde Mitglied des Metallarbeiterverbandes und des Arbeiter-Samariterbundes. In den 1920er Jahren ging er auf Wanderschaft, hielt sich im nördlichen Hessen auf und arbeitete in den Leitz-Werken in Wetzlar. Hier lernte er den Schriftsteller Ferdinand May kennen und wurde Mitglied der SPD. Ab 1926 wurde er im Leipziger Volkshaus hauptamtlich für die SPD tätig, erhielt eine Zusatzausbildung und wurde Angestellter der AOK. 1933 wurde er wegen seiner SPD-Zugehörigkeit aus der Anstellung bei der AOK Leipzig entlassen und 1937 wegen illegaler Kontakte zu Widerstandskämpfern für kurze Zeit verhaftet. Ab 1946 war er beim Aufbau der Sozialversicherung im Land Sachsen beteiligt. Am 9. November 1978 starb Rothe in Leipzig.
  • 2015 | Findbuch / Datenbank
  • 2024-02-13 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5
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