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Staatsarchiv Chemnitz

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6.1. Landes- und Rezessherrschaften

Die Anfänge der Schönburgischen Herrschaften lassen sich bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Unter den Staufern gelangten sie als Reichsministeriale in das Gebiet der Zwickauer Mulde. Ihren Hauptsitz gewannen sie um 1170 in Glauchau und bildeten von hier aus die Herrschaften Glauchau und Lichtenstein. Um 1375 erwarben sie Waldenburg, 1406 die Grafschaft Hartenstein, die bis nach Oberwiesenthal auf den Erzgebirgskamm reichte. Zu ihrem Territorium gehörten auch Besitzungen in der Oberlausitz (Bernstadt), in Böhmen an der Eger (Firnstein, Hassenstein, Egerberg, Neuschönburg) und im 15. Jahrhundert die Herrschaften Hohnstein, Lohmen und Wehlen im Elbsandsteingebirge. Letztere tauschten die Herren von Schönburg 1543 gegen die albertinischen Herrschaften Wechselburg, Penig und Rochsburg. Sie erlangten die Reichsunmittelbarkeit, indem sie ihren bis zum 15. Jahrhundert erworbenen territorialen Besitz dem König von Böhmen als Lehen aufgeben. In ihrem Herrschaftsgebiet versuchten sie, eine eigenständige Landesherrschaft auszubilden. Sie bauten die Gerichtsbarkeitsbefugnisse aus, verfügten über das Berg- und Münzregal, eine eigene Verwaltungshoheit, unterhielten ein kleines militärisches Aufgebot, hatten das Zoll- und Geleitsrecht, eine eigene Abgabenregelung und erhoben Steuern. Unabhängig vom Herzogtum Sachsen führten sie nach 1540 die Reformation in ihrem Territorium ein und bauten ein eigenes Kirchenregiment auf. Am Ende des 15. und im 16. Jahrhundert kam es zur Bildung eigenständiger Behörden. Die Belange des Gesamthauses wurden bis 1835 von einer Gesamtregierung gewahrt, in den einzelnen Territorien arbeiteten Ämter. Der kursächsische Staat versuchte seit dem 16. Jahrhundert gegen die Eigenstaatlichkeit der Schönburger vorzugehen. 1740 schlossen die Wettiner mit den Herren von Schönburg einen Rezess, in dem die Schönburger die Landeshoheit der sächsischen Herrscher für die Herrschaften Glauchau, Waldenburg, Lichtenstein, Hartenstein und Stein anerkennen. Danach erfolgte die sukzessive, sich in mehren Etappen vollziehende Eingliederung (Vereinbarungen von 1794, 1835) dieses Territoriums in den sächsischen Staat, die schließlich 1878 ihren endgültigen Abschluss fand. Der Privatbesitz der Schönburger verblieb in eigenständiger Verwaltung und wurde 1945 durch die Bodenreform enteignet.

Seit dem Rezess vom 4. Mai 1740 (Anerkennung der sächsischen Landeshoheit durch die Schönburger) Bezeichnung für die Herrschaften Glauchau, Waldenburg, Lichtenstein, Hartenstein und Stein. Nach diesem Rezess führten die Herren von Schönburg ständige Auseinandersetzungen mit den Wettinern, die auf der einen Seite die Beseitigung der Sonderstellung dieser Gebiete, auf der anderen Seite die Wahrung der Privilegien des Hauses Schönburg zum Inhalt hatten.

Seit dem Rezess vom 4. Mai 1740 (Anerkennung der sächsischen Landeshoheit durch die Schönburger) Bezeichnung für die Schönburgischen Besitzungen Wechselburg, Penig und Rochsburg, die 1543 im Tausch gegen die in der Sächsischen Schweiz liegenden Herrschaften Lohmen, Wehlen und Hohnstein erworben wurden sowie die seit 1797 zum Besitz gehörende Herrschaft Remse.

Signatur Name Datierung    
30027 Superintendentur Glauchau 1702 - 1925
30029 Superintendentur Lößnitz 1776 - 1873
30037 Superintendentur Waldenburg 1725 - 1850
30308 Forstamt Glauchau 19./20. Jh.
30368 Kircheninspektion Lößnitz 1785 - 1868
30569 Urkunden Gesamthaus 1271 - 1938
30570 Urkunden der Linie Hinterglauchau 1233 - 1878
30571 Urkunden der Hauptlinie Waldenburg 1299 - 1934
30572 Gesamtregierung Glauchau 1469 - 1871
30573 Gesamtregierung/Rechnungsarchiv Glauchau 1509 - 1842
30574 Gesamtkonsistorium Glauchau 1633 - 1879
30575 Gesamtkanzlei Glauchau 1551 - 1907
30576 Domanialkanzlei Glauchau 1543 - 1945
30577 Forstinspektion Waldenburg 1842 - 1945
30578 Herrschaft Glauchau (zusammengefasster Bestand) 1459 - 1945
30579 Gräflich Schönburgisches Gerichtsamt Glauchau 1611 - 1718, 1864 - 1883
30580 Herrschaft Forderglauchau (zusammengefasster Bestand) 1424 - 1936
30581 Herrschaft Hinterglauchau (zusammengefasster Bestand) 1367 - 1938
30582 Justizamt Hinterglauchau 1837 - 1872
30583 Schlossmühle Glauchau 1708 - 1843
30584 Grafschaft Hartenstein/Herrschaft Stein (zusammengefasster Bestand) 1536 - 1935
30585 Rentamt/Forstrevier Oelsnitz/E. 1887 - 1944
30586 Forstrevier Pfannenstiel 1909 - 1920
30587 Forstrevier Stein 1877 - 1945
30588 Schönburgische Gerichte zu Oelsnitz/E. (Grundherrschaft) 1662 - 1877
30589 Rentverwaltung Oelsnitz/E. 1887 - 1929
30590 Herrschaft Lichtenstein (zusammengefasster Bestand) 1534 - 1937
30593 Herrschaft Waldenburg (zusammengefasster Bestand) 1495 - 1945
30594 Forstrevier Oberwaldenburg 1832 - 1950
30595 Forstrevier Waldenburg 19./20. Jh.
30597 Herrschaft Penig 1493 - 1929
30598 Herrschaft Remse (zusammengefasster Bestand) 1543 - 1933
30599 Forstrevier Niederwald/Remse 1919 - 1920
30600 Herrschaft Rochsburg 1512 - 1945
30601 Herrschaft Wechselburg 1543 - 1945
30753 Grundherrschaft Obermosel I (schönburg. Anteil) 1716 - 1857
32913 Forstrevier Lichtenstein 1909 - 1938
32921 Stadtrat Callnberg 1795 - 1875
32930 Stadtgericht und Stadtrat Glauchau 1679 - 1847
32932 Stadtgericht Hartenstein 1691 - 1817
32933 Stadtgericht Hohenstein 1629 - 1863
32938 Stadtrat Lichtenstein 1746 - 1855
32939 Stadtgerichte Lößnitz 1634 - 1861
32942 Stadtgerichte Meerane 1639 - 1865
32961 Stadtgericht und Stadtrat Waldenburg 1552 - 1843
33067 Gerichtsamt Lichtenstein 1855 - 1884
33068 Gerichtsamt Hohenstein 1852 - 1883
33074 Bezirksgericht Glauchau 1865 - 1879
33086 Schönburgisches Gerichtsamt Meerane 1863 - 1879
33088 Gerichtsamt Waldenburg 1854 - 1874
33092 Schönburgisches Gerichtsamt Lößnitz 1857 - 1879
© Sächsisches Staatsarchiv