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Hauptstaatsarchiv Dresden

Inhalt

7. Kommunen

Im ausgehenden Mittelalter hatte sich in Kursachsen ein dichtes Städtenetz entwickelt. Die Ratsverfassung war damals schon für die Verwaltung der meisten Städte bestimmend: Mehrere aus der ratsfähigen Bürgerschaft gewählte Ratsherren mit dem Bürgermeister, z. T. einem Stadtrichter an der Spitze, bildeten den Rat, der nur dem Landesherrn unterstand, bei amtsässigen Städten dem jeweiligen Amt. Kleinere Städte schafften den Schritt zur Ratsverfassung teilweise nicht und blieben unter der Verwaltung eines landesherrlichen Stadtrichters (Schultheißen) und eines Schöffenkollegiums. Einige Vasallenstädte fielen unter die Herrschaft benachbarter Rittergüter. Mit Erlass der Allgemeinen Städteordnung vom 02.02.1832 wurden die städtische Verwaltung weitgehend vereinheitlicht, ihre Befugnisse geregelt und die kommunale Selbstverwaltung gestärkt. Kleinere Amts- oder Vasallenstädte konnten sich nach der Landgemeindeordnung vom 07.11.1838 richten, die allerdings wesentlich weniger Selbstverwaltungsrechte bot. 1855 fiel die Gerichtsbarkeit der Städte und Grundherrschaften an den Staat. Sie konnte teilweise schon ab dem 01.08.1833 freiwillig abgetreten werden und wurde danach durch die Justizämter oder neu eingerichteten Königlichen Gerichte übernommen. Eine Anpassung der Bestimmungen über die städtische Verwaltung erfolgte im Zusammenhang mit der Verwaltungsreform am Ende des 19. Jahrhunderts. Am 24.04.1873 wurden die Revidierte Landgemeindeordnung, die Revidierte Städteordnung und die Städteordnung für kleine und mittlere Städte erlassen. Letztere konnte für Kommunen mit weniger als 6.000 Einwohnern gewählt werden. Die Städte unterstanden seitdem der Aufsicht der Kreis- und Amtshauptmannschaften. Mit der industriellen Entwicklung kam es zwischen 1880 und 1920 zu mehreren Eingemeindungswellen städtischer Vororte. Gleichzeitig wurden immer mehr Städte (ab 1918 alle Städte über 30.000 Einwohner) aus den Amtshauptmannschaften ausgegliedert. Die Stadträte und Oberbürgermeister dieser Städte erlangten die gleiche Rangstufe und Funktion wie die Regionalbehörden. Mit der Gemeindeordnung vom 01.08.1923 erfolgte eine Demokratisierung der Kommunalverfassung, u. a. durch gleiche Rechte für Stadt und Land, unmittelbares Selbstverwaltungsrecht und die Ermöglichung von Bürgerentscheiden. Überlieferung der spätestens 1855 aufgelösten Stadtgerichte gelangte mit den Aktenabgaben der Amtsgerichte in den 1920er Jahren an das Hauptstaatsarchiv. Darüber hinaus wurden Bestände einzelner Städte und Gemeinden zwischen 1881 und 1933 zur depositarischen Verwahrung an das Hauptstaatsarchiv abgegeben. Dies geschah häufig im Zusammenhang mit den Revisionen der Kommunalarchive durch den Dresdner Hauptstaatsarchivar Hubert Ermisch in den Jahren 1887 und 1895 bis 1901. Er hatte bei mangelhafter Unterbringung und Betreuung des Archivguts die Übergabe des Gesamtbestandes oder besonders wertvoller Stücke an das zentrale staatliche Archiv Sachsens empfohlen.

Signatur Name Datierung    
13745 Stadt Altenberg, Stadtrat 1595 - 1847
13746 Stadt Altgeising, Stadtgericht und Stadtrat 1737 - 1847
13484 Stadt Annaberg 1793 - 1831
12833 Stadt Bärenstein (Osterzgebirge) (D) 1529 - 1690
12834 Gemeinde Berbisdorf (D) 1381, 1608
12835 Stadt Bernstadt auf dem Eigen (D) 16. Jh.
12836 Gemeinde Brünlos (D) 1547 - 1848
12837 Gemeinde Burkhardtswalde (D) 19. Jh.
12838 Gemeinde Colmnitz (D) 1550 - 1551
12839 Gemeinde Cosul (D) 1604
12840 Stadt Crimmitschau (D) 1351 - 1728
13747 Stadt Dippoldiswalde, Stadtgericht und Stadtrat 1618 - 1874
10684 Stadt Dresden, Stadtgericht 1554 - 1856
12841 Stadt Döbeln (D) 1328 - 1595
13827 Stadt Dresden, Brückenamt 1725 - 1849
10685 Stadt Dresden, Hospitalamt 1645 - 1847
13531 Stadt Dresden, Kommunalgarde 1830 - 1845
13828 Stadt Dresden, Leubnitzer Amt 1596 - 1855
13829 Stadt Dresden, Religionsamt 1709 - 1866
13317 Stadt Dresden, Stadtsteueramt 1947 - 1949
13675 Stadt Dresden, Wohlfahrtsamt 1893 - 1928
13640 Gemeinde Fördergersdorf 18. - 19. Jh.
12844 Stadt Frauenstein (D) 1399 - 1818
13748 Stadt Frauenstein, Stadtgericht 1647 - 1843
13752 Stadt Großenhain, Stadtgericht 1547 - 1874
13749 Stadt Freiberg, Stadtgericht 1404 - 1897
12846 Stadt Geithain (D) 1325 - 1757
13750 Stadt Glashütte, Stadtgericht und Stadtrat 1587 - 1849
13543 Stadt Görlitz, Abteilung Finanzen 1946 - 1982
13751 Stadt Gottleuba, Stadtgericht 1684 - 1854
12849 Gemeinde Grumbach (D) 1721 - 1898
12848 Stadt Grünhain (D) 1599 - 1698
13753 Stadt Königstein, Stadtgericht 1580 - 1873
13682 Stadt Königstein, Mühlengutsgericht 19. Jh.
12851 Stadt Lauenstein (D) 16. Jh.
12852 Stadt Leisnig (D) 1378 - 1832
13754 Stadt Liebstadt, Stadtverwaltung 1852 - 1938
12854 Stadt Lommatzsch (D) 14./15. Jh.
13755 Stadt Lommatzsch, Stadtgericht und Stadtrat 1528 - 1857
12853 Stadt Lößnitz (D) 1284 - 1498
12855 Stadt Marienberg (D) 1534 - 1769
13681 Stadt Meißen, Burglehngericht 19. Jh.
13756 Stadt Meißen, Stadtgericht und Stadtrat 1534 - 1876
12857 Stadt Mittweida (D) 1300 - 1499
12516 Stadt Mittweida, Schützengesellschaft (D) 1477, 1528
12861 Gemeinde Neumark (D) 1621 - 1877
12862 Gemeinde Niedercrinitz (D) 1635
13757 Stadt Neustadt, Stadtgericht und Stadtrat 1700 - 1859
12864 Stadt Oelsnitz (Vogtland) (D) 1464 - 1681
12866 Stadt Ostritz (D) 1564 - 1858
12869 Stadt Pirna 1396, 1453
13758 Stadt Pirna, Stadtgericht 1512 - 1878
12870 Gemeinde Planschwitz (D) 1304/06 - 1592
12871 Stadt Pulsnitz (D) 1355 - 1669
13759 Stadt Radeberg, Stadtgericht und Stadtrat 1592 - 1866
13760 Stadt Radeburg, Stadtgericht 1686 - 1848
12872 Gemeinde Reichenhain (D) 1651 - 1796
13761 Stadt Schandau, Stadtgericht und Stadtrat 1608 - 1852
13762 Stadt Sebnitz, Stadtgericht 1561 - 1869
13763 Stadt Siebenlehn, Stadtgericht und Stadtrat 1559 - 1862
10686 Stadtgerichte 16. Jh. - um 1856
13764 Stadt Stolpen, Stadtgericht 1647 - 1835
12876 Gemeinde Waditz (D) 1650, 1652
12877 Stadt Wilsdruff (D) 1448
© Sächsisches Staatsarchiv