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Bergarchiv Freiberg

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6.2. Sonstige Herrschaften

Die meißnischen Markgrafen hatten den machtpolitischen und wirtschaftlichen Wert des Bergregals, das vorrangig dem Kaiser zustand, von Anfang an erkannt und es durch dessen Besitz zu ihrem Reichtum gebracht. Zur Ausübung des Verleihrechtes, des alleinigen Kaufrechts der geförderten Metalle mit der Möglichkeit eigener Münzprägung und der Berggerichtsbarkeit errichteten sie ausgehend von den Bergmeisterstellen eine umfangreiche Bergverwaltung zur Beaufsichtigung dieses Regalbergbaus v.a. auf Münzmetalle. Verschiedene Durchbrechungen des fürstlichen Bergregals sind vorgekommen, jedoch gelang es den Fürsten in der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts, sämtliche Ausnahmen bezüglich des Verleihrechts auf Silber zu beseitigen. Das Interesse der Landesherrn am Abbau niederer Metalle, wie Eisen und Zinn, war jedoch noch gering, so dass deren Bergrechte verschiedentlich den jeweiligen Grundherrschaften überlassen wurden. Wenn jedoch das Interesse des Landesherrn an einer Lagerstätte geweckt war, so umging er vorhandene Vasallenbergrechte auch durch Erwerb der betreffenden Gebiete. Die Umstände, unter denen z.B. die Herren von Bernstein auf Bärenstein zwischen 1446 und 1489 die zinnerzträchtigen Wälder auf dem Gebirgskamm, wo die Stadt Altenberg entstanden war, nach und nach an den Kurfürsten verkauften, werden wohl nie völlig geklärt werden. Diese Vasallen des Fürsten besaßen genau wie dieser ein Bergregal, nur eben allein über die niederen Metalle, setzten Bergmeister ein und gründeten damit die Vasallenbergämter, die die Berggerichtsbarkeit ausübten. Auch nach Entdeckung der bedeutenden Zinnlagerstätten auf der sächsischen Seite des Erzgebirges bei Ehrenfriedersdorf, Altenberg, Zinnwald und Sadisdorf ließen sich deren Rechte nicht einfach beseitigen. Erst mit dem Gesetz über den Regalbergbau vom 22.5.1851 sind im Zuge der Beseitigung der Feudalvorrechte die Vasallenbergämter zum 5.1.1852 aufgehoben worden, während dieses Gesetz für die Schönburger Rezessherrschaften erst ab dem 04.01.1857 galt und in der Oberlausitz wegen der dort geltenden Joachimsthaler Bergordnung und den Standesherrschaften (Königsbrück und Reibersdorf) und Rittergütern vertraglich zugesicherter Bergprivilegien nicht eingeführt werden konnte.

© Sächsisches Staatsarchiv