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Staatsarchiv Leipzig

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9.22. Verlage und polygraphische Industrie

Geschichte: Das gedruckte Buch hatte in Leipzigs geistigem und wirtschaftlichem Leben bereits im 16./17. Jahrhundert einen festen Platz gefunden. Die Buchmesse, auf der mit Veröffentlichungen aus allen Teilen Europas gehandelt wurde, erlangte eine eigenständige Bedeutung. Ab 1594 wurde ein Buchmessekatalog herausgegeben. Außerdem erschien 1650 in Leipzig die erste Tageszeitung der Welt. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt Zentrum für die Herstellung und den Vertrieb literarischer Werke in Deutschland. Die Gründung des Börsenvereins deutscher Buchhändler 1825 in Leipzig zeigte an, dass die Messestadt zum Zentrum des deutschen Buchhandels aufgestiegen war. Infolgedessen setzte sich die Ansiedlung großer Verlagshäuser ebenso wie die Etablierung von großen Buchdruckereien in wachsendem Maße fort. Ab 1800 profilierten sich in Leipzig Verlage von Weltruf: Breitkopf & Härtel, C. F. Peters, F. Hofmeister, F. A. Brockhaus, B. G. Teubner, J. A. Barth, Philipp Reclam jun., J. J. Weber, Bernhard Tauchnitz und andere. Seit der Mitte des 19. Jahrhundert ließen sich hier Unternehmen wie Salomon Hirzel, das Bibliographische Institut und E. A. Seemann nieder. Um 1930 befassten sich in Leipzig 717 Firmen mit dem Buchhandel. Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg hinterließen tiefe Spuren im Buchgewerbe. Etwa 80 % des Leipziger Graphischen Viertels fielen Bombardements zum Opfer. Durch den Volksentscheid zur Enteignung der Nazi- und Kriegsverbrecher vom 30. Juni 1946 in Sachsen wurden zwölf graphische Betriebe der Liste A an die Stadt Leipzig übergeben. Bis 1948 hatten 37 Firmen von der SMAD ihre Lizenz zur Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit erhalten. Die meisten Verlage wurden in Volkseigentum überführt, behielten dabei jedoch zumeist ihre bewährten Firmennamen. In den westlichen Besatzungszonen bzw. in der BRD wurden vielfach Verlage gleichen Namens fortgeführt. Im Verlagsbereich der DDR agierten neben nun volkseigenen und lizenzierten privaten Firmen auch Neugründungen, wie z. B. der Verlag für die Frau. Im Oktober 1949 übernahm in Sachsen das neugegründete Buchhaus Leipzig die Aufgabe des zentralen Buchversands. Zur Vermittlung und Kontrolle von Aufgaben an die graphische Industrie, insbesondere auch zur Organisation und Überwachung der Reparationsleistungen, wurde im Juli 1949 die Auftragszentrale für die graphische Industrie gegründet. 1953 entstand in Leipzig der Außenhandelsbetrieb Deutscher Buch-Export und -Import. Im Jahr 1954 wurde der VEB Deutscher Verlag für Musik, 1960 der Verlag für Kunst und Wissenschaft Edition Leipzig gegründet. Es entstanden Verlagsgruppen, die eine ökonomische Einheit bildeten, die einzelnen Verlage behielten dabei ihre juristische Selbstständigkeit. Seit den 60er Jahren erfolgte eine weitgehende Konzentration der Druckindustrie in Großbetrieben. So entstand 1966 u. a. das Kombinat Graphischer Großbetrieb Interdruck. Innerhalb der DDR übernahm Berlin die Spitzenposition im Verlagsgeschäft.

Signatur Name Datierung    
21055 Pierersche Hofbuchdruckerei Stephan Geibel & Co., Altenburg 1698 - 1753, 1938 - 1950
21063 Gustav Altenburg Verlag, Leipzig 1846 - 1955
21067 Musikverlag Apollo, Lincke, Seifert, Leipzig 1896 - 1956
21101 Johann Ambrosius Barth Verlag Leipzig 1776 - 1999
21094 Bibliographisches Institut Leipzig 1813 - 1998
21068 Bosworth & Co., Musikverlag, Leipzig 1882 - 1954
21081 Verlag Breitkopf & Härtel, Leipzig 1818 - 1945
21083 Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig 1805 - 1949 (Verlagswerke-Kartei bis 1966)
21110 VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1948 - 1993
21057 Bruckner-Verlag GmbH, Leipzig 1934 - 1953
21058 Buch- und Verlagshaus Carl Heinz Finking, Leipzig 1928 - 1951
21080 Musikverlag August Cranz GmbH, Leipzig 1940 - 1954
21096 Eckert & Pflug KG, Kunstverlag, Leipzig 1897 - 1965
21108 Edition Leipzig Verlag für Kunst und Wissenschaft 1959 - 1995
21112 Verlag für die Frau, Leipzig 1933 - 1989
21091 Akademische Verlagsanstalt Geest & Portig KG, Leipzig 1829 - 1991
21089 Verlag und Buchhandlung Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig vor 1786 - 1831
21073 Musikverlag Heinrichshofen, Leipzig 1841 - 1956
21098 Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps Leipzig 1792 - 1986
22208 J. C. Hinrichs Verlag, Leipzig 1880 - 1975
21102 S. Hirzel Verlag, Leipzig 1963 - 1991
21072 Musikverlag Friedrich Hofmeister, Leipzig 1800 - 1957
21099 Hug & Co., Musikalien, Leipzig 1938 - 1960
21069 Musikverlag C. F. Kahnt, Leipzig um 1900 - 1947
21097 Gustav Kiepenheuer Verlag und Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung Leipzig 1830 - 1996
21065 Koehler & Volckmar, Leipzig 1877 - 1953
21106 VEB Deutscher Verlag für Musik Leipzig 1945 - 1990
22103 Musikverlag Edition Schwann, Düsseldorf/Frankfurt a. M. 1949 - 1989
21086 Verlag Niekammer GmbH, Leipzig 1926 - 1953
21075 Payne-Verlag und Esche-Verlag, Leipzig 1910 - 1945
21070 C. F. Peters, Musikverlag, Leipzig 1800 - 1945
21109 VEB Edition Peters, Musikverlag, Leipzig 1853 - 1999
21071 Musikverlag Fr. Portius, Leipzig 1924 - 1933
21076 Quelle & Meyer, Verlagsbuchhandlung Leipzig 1906 - 1971
21087 Verlag Paul Räth GmbH, Leipzig 1943 - 1945
21088 Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1906 - 1941
21077 Rupert-Verlag, Leipzig 1947 - 1956
21084 Verlag Heinrich Schmidt & Carl Günther, Leipzig 1870 - 1953
21082 Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1864 - 1953
21107 VEB E. A. Seemann Buch- und Kunstverlag Leipzig 1922 - 1995
21064 Hans C. Sikorski KG, Musikverlag, Leipzig 1892 - 1951
21056 Bernhard Tauchnitz Verlag, Leipzig 1909 - 1950
21079 Universalverlag GmbH, Leipzig 1945 - 1952
21085 Verlag J. J. Weber, Leipzig 1845 - 1953
21092 Auftragszentrale für die graphische Industrie Leipzig 1949 - 1956
21060 Felix Böttcher, Druckwalzen Leipzig 1878 - 1954
21061 Giesecke & Devrient AG, Druckerei, Leipzig 1845 - 1946
22080 C. Schwarz, Klischeefabrik, Leipzig 1935 - 1950
21062 Großbuchbinderei E. A. Enders, Leipzig 1873 - 1979
21100 Interdruck Graphischer Großbetrieb Leipzig 1945 - 1990
21103 Verwaltung Volkseigener Betriebe Industriezweigleitung Druck, Leipzig 1947 - 1958
21104 VVB Polygraphische Industrie Leipzig 1908 - 1970
21105 VE Einkaufshaus für Büchereien Leipzig 1934 - 1956
21095 Buchhaus Leipzig 1949 - 1991
21078 Th. Kirsten & John GmbH, Lithographische Kunstanstalt, Leipzig 1943 - 1945
21066 Leipziger Kunstdruckfabrik Najork AG 1877 - 1972
21059 C. G. Röder, Graphischer Großbetrieb, Leipzig 1901 - 1945
21111 VEB Wertpapierdruckerei der DDR, Leipzig 1942 - 1974
21074 Otto Zeising, Nachfolger Leipzig, Gummi- und Lederwalzen 1919 - 1966
21090 Wezel & Naumann AG, Kunstdruckanstalt und Faltschachtelwerk, Leipzig 1928 - 1970
© Sächsisches Staatsarchiv