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Staatsarchiv Leipzig

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9.21. Geld-, Bank- und Versicherungswesen

Geschichte: Leipzig spielte als Handels- und Bankplatz seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle und war im Osten Deutschlands vor 1945 unmittelbar nach Berlin der Ort mit der größten Konzentration staatlicher und privater Banken. Bereits im 18. Jahrhundert gehörte die sächsische Stadt zu den wichtigsten Geldumschlagsplätzen in Deutschland. Fast alle Leipziger Privatbankhäuser entwickelten sich, beginnend in der Mitte des 18. Jahrhunderts (Handels- und Bankhaus Frege & Co., gegründet 1739), aus Handelsunternehmen heraus zu Geldinstituten. Vorwiegend waren das Handelshäuser, die am Messeplatz Leipzig nebenbei Bankgeschäfte betrieben. Mit zunehmender Entwicklung des Kapital- und Finanzmarkts dehnte sich nach und nach das Bankgeschäft gegenüber dem Handelsgeschäft aus und überflügelte dieses. Der Aufstieg der Banken im 19. Jahrhundert war eng mit der Industrialisierung verbunden. Generell sahen die Banken ihre Funktion nicht nur als Dienstleistungsunternehmen, sondern als finanzwirtschaftliche Unternehmen, die gezielt industrielle Förderung und Wirtschaftspolitik betrieben. Bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Privatbankiers die wichtigsten Träger des Kreditwesens, bevor als neuer Banktyp in Deutschland die Aktienbanken entstanden. 1838 wurde die Leipziger Bank als erste Aktienbank Sachsens gegründet, die v. a. den Eisenbahnbau und die Industrie finanzierte. Mit Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Deutschland eine Gründungswelle von Banken ein. Die Geschäftsformen dieser Banken waren sehr differenziert. Aktienbanken existierten neben Banken in genossenschaftlichen Formen. Kreditgenossenschaften bzw. Genossenschaftsbanken entstanden aus dem Gedanken der Selbsthilfe durch genossenschaftlichen Zusammenschluss mit der Absicht, mittelständischen Handwerkern, Kleingewerbetreibenden und Landwirtschaftsbetrieben Möglichkeiten der Kreditaufnahme zu eröffnen. Zur gleichen Zeit bildeten sich das Sparkassennetz der Gemeinden wie auch die ersten kommerziellen Versicherungsunternehmen. Nach 1945 wurden alle von der SMAD geschlossenen Banken von der im August 1945 gegründeten Sächsischen Landesbank liquidiert. Durch die Verordnung der Landesverwaltung Sachsen über die Gründung der Sächsischen Landesbank vom 14. August 1945 wurden in Sachsen 80 Kreditinstitute mit 179 Filialen geschlossen. Im Sommer 1947 wurde die Sächsische Landesbank in Sächsische Landeskreditbank umbenannt. Ihre Aufgabenerweiterung ergab sich durch die längerfristige Kreditierung neu aufzubauender Industriezweige. 1950 wurde die Landeskreditbank zusammen mit der 1947 entstandenen Emissions- und Girobank Sachsen in die 1948 gebildete Notenbank, die als Zentral- und Emissionsbank der DDR fungierte, eingegliedert. Von 1948 bis 1968 existierte die Deutsche Investitionsbank, die hauptsächlich für die Finanzierung und Kontrolle von Investitionen der volkseigenen und privaten Wirtschaft zuständig war. Daneben agierte sie als Kommanditist bei Betrieben mit staatlicher Beteiligung. Diese Funktionen wurden 1968 von der Industrie- und Handelsbank, die diese Aufgaben über Industriebankfilialen und Kreisfilialen wahrnahm, übernommen. Die Deutsche Notenbank führte seit Januar 1968 den Namen Deutsche Staatsbank. Im Juli 1974 übernahm die Staatsbank die Aufgaben der Industrie- und Handelsbank. Als Einrichtung des Ministerrats der DDR war sie für die Umsetzung der staatlichen Geld- und Kreditpolitik zuständig. 1990 wurde die Staatsbank in Teilbereiche zergliedert, deren Funktionen verschiedene Bankinstitute übernahmen. Für den Bereich der Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft existierte die Bank für Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft, die bereits 1950 als Deutsche Bauernbank gegründet worden war.

Signatur Name Datierung    
21006 Allgemeine Deutsche Creditanstalt, Bankbezirke Leipzig und Döbeln 1856 - 1950
21007 Alte Leipziger Lebensversicherungsgesellschaft a. G., Leipzig 1889 - 1946
21008 Bank der Deutschen Arbeit AG, Niederlassung Leipzig 1933 - 1945
21009 Bank für Handel und Grundbesitz AG, Leipzig 1917 - 1950
21010 Bank für Landwirtschaft AG, Filiale Leipzig 1923 - 1946 (1959)
21053 Bank für Mittelsachsen AG Mittweida, Filiale Waldheim 1934 - 1945
21012 Bankhaus Kaiser & Co., Leipzig 1938 - 1945
21013 Bankhaus Knauth, Nachod & Kühne, Leipzig 1933 - 1945
21011 Bankhaus A. Lieberoth, Leipzig 1941 - 1946
21014 Bankhaus Meyer & Co., Leipzig 1883 - 1945
21015 Bausparkasse Deutsche Baugemeinschaft AG, Leipzig 1931 - 1949
21016 Commerzbank, Filiale Leipzig 1926 - 1954
20316 Communal-Bank für Sachsen, Leipzig 1871 - 1941
21017 Deutsche Bank, Filiale Leipzig 1901 - 1946
21018 Dresdner Bank in Leipzig 1873 - 1947 (1954)
21019 Edekabank eGmbH, Zweigniederlassung Leipzig 1931 - 1945
21020 Erbländischer Ritterschaftlicher Creditverein in Sachsen, Leipzig 1840 - 1949
21022 Gottfried Foerster, Finanzierungs- und Hypothekenvermittlung, Leipzig 1931 - 1951
21021 Frege & Co., Handels- und Bankhaus, Leipzig 1746 - 1945
21024 Grundbank AG, Leipzig 1931 - 1946
21023 Grund- und Hypothekenbank AG, Zweigniederlassung Leipzig 1932 - 1945
21026 Hallescher Bankverein, Zweiganstalt Eilenburg 1928 - 1945
21027 Handelsbank AG, Leipzig 1886 - 1947
21028 Ländliche Spar- und Darlehenskassen GmbH 1896 - 1953
21029 Leipziger Allgemeine, Transport- und Rückversicherungs-AG 1931 - 1943
21030 Leipziger Bank 1838 - 1898
21031 Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt AG 1868 - 1948
21032 Leipziger Lebensversicherungsverein Barmenia auf Gegenseitigkeit 1925 - 1946
21050 Leisniger Bank 1859 - 1945
21037 Privatbank Meyer & Co., Leipzig 1945 - 1972
21025 H. Neumeyer, Steuerprüfer in Leipzig 1939 - 1956
21033 Reichsbankhauptstelle Leipzig mit Nebenstellen 1852 - 1946
21034 Reichsbankstelle Gera, Nebenstelle Altenburg 1912 - 1946
21035 Reichsbankstelle Gera, Nebenstelle Schmölln 1910 - 1946
21036 Reichsbankstelle Halle, Nebenstelle Eilenburg 1929 - 1946
21038 Sächsische Bank, Filiale Leipzig 1922 - 1949
21039 Sächsische Landwirtschaftsbank AG, Filiale Leipzig 1918 - 1949
21040 Stadt- und Girobank Leipzig 1860, 1897, 1917 - 1952
21005 Thüringische Staatsbank, Zweigstellen Altenburg und Schmölln 1856 - 1945
21052 Bankgeschäft Karl Ulrich, Torgau 1938 - 1945
21054 Wurzener Bank 1854, 1911 - 1946
21051 Wurzener Bank, Zweigniederlassung Oschatz 1928 - 1945
21042 Bank für Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft der DDR, Bezirksdirektion Leipzig 1946 - 1990
21043 Deutsche Investitionsbank, Bezirksdirektion Leipzig 1952 - 1967
21044 Deutsche Notenbank, Bezirksdirektion Leipzig 1945 - 1972
21045 Emissions- und Girobank Sachsen, Filiale Leipzig 1947- 1950
21046 Garantie- und Kreditbank AG, Zweigstelle Leipzig 1946 - 1954
21047 Industrie- und Handelsbank der DDR, Bezirksdirektion Leipzig 1952 - 1970
21048 Sächsische Landesbank/Sächsische Landeskreditbank, Zweiganstalt Leipzig 1945 - 1955
21049 Staatsbank der DDR, Bezirksdirektion Leipzig 1965 - 1990
20243 Steuer-Syndikat für Handel, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft GmbH, Leipzig 1945 - 1957
21041 Versicherungsanstalt des Landes Sachsen - Filialanstalt Leipzig 1931 - 1953
© Sächsisches Staatsarchiv