7. Kommunen
22044 - Stadtfunk Leipzig, AV-Unterlagen
Datierung: 1953 - 1973
Geschichte: Das Phänomen Stadtfunk beruhte auf einem Beschallungsnetz im öffentlichen Raum der Stadt Leipzig, fest installiert z. B. an Haltestellen von Straßenbahn und Bus sowie an und in öffentlichen Gebäuden. Zu wiederkehrenden Sendezeiten wurden Wort- und Musikprogramme, während der Leipziger Messen auch Produktwerbung, verbreitet. Gesendet wurde offenbar aus dem Neuen Rathaus. Als Maßstab dürfte der Leipziger Hörfunk gedient haben, zu dem auch arbeitsorganisatorisch-technische Zusammenhänge bis hin zur Programmübernahme anzunehmen sind. Der bisher vorliegende, fragmentarische Bestand dokumentiert den Stadtfunk in den ersten beiden Jahrzehnten, bis Anfang der 1970er Jahre. Eingestellt wurde der Sendebetrieb jedoch erst einige Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung. Während das Einzelbandarchiv kürzere Beiträge zu kommunal- und allgemeinpolitischen Fragen enthält, finden sich im Großbandarchiv vollständigere Mitschnitte von Ansprachen und Konferenzen. Unter den frühen Materialien sind zwei Beiträge zum Gerda-Schiffel-Prozess, deutbar als propagandistisches Echo auf die Leipziger Ereignisse am 17. Juni 1953, hervorzuheben. Der Bestand ist vom Stadtarchiv Leipzig als Depositum an das Staatsarchiv Leipzig abgegeben worden.
Bestandsinhalt: Audio-Produktionen und Materialien: Einzelband- und Großbandarchiv, anfangs im Magnetband-Format 76 cm/s, abgelöst von 38 cm/s.
Findmittel: Datenbank 2003
