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Digitalisierungsprojekt gestartet: Hofhaltung der Wettiner geht online

04.07.2013

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Zacharias Longuelune, Entwurf für eine Wandgestaltung der kurfürstlichen Porzellansammlung im Japanischen Palais (um 1735) (aus: SächsStA-D, 10006 Oberhofmarschallamt, Cap. 2, Nr. 15, Bl. 26d/1)
(©Sächsisches Staatsarchiv)

Einer der wertvollsten Bestände des Hauptstaatsarchivs Dresden, die schriftliche Überlieferung des königlichen Oberhofmarschallamts, befindet sich seit dieser Woche auf dem Weg ins Internet.

In den kommenden Monaten sollen rund 190 Regalmeter Akten und 1.200 historische Baupläne auf der Grundlage bereits vorhandener Sicherungsfilme gescannt und online zur Verfügung gestellt werden. Mit diesem Vorhaben beteiligt sich das Sächsische Staatsarchiv an einem bundesweiten Pilotprojekt zur Digitalisierung von archivalischen Quellen, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Kooperationspartner der Dresdner Archivare sind unter anderem das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns und das Landesarchiv Baden-Württemberg. Im Sommer 2015 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die historischen Akten und Baupläne des Oberhofmarschallamts gelten als kulturhistorische Quelle ersten Ranges. Mit ihrem Schwerpunkt im 18. Jahrhundert liefern sie ein authentisches Bild der wettinischen Hofhaltung im sogenannten »augusteischen« Zeitalter. Jahr für Jahr suchen zahlreiche Historiker, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger aus dem In- und Ausland den Lesesaal des Hauptstaatsarchivs auf, um mit den Unterlagen zu arbeiten. »Mit der Online-Stellung dieses Bestands wird der Internetauftritt des Sächsischen Staatsarchivs eine echte Attraktion erhalten. Dem Forscher aus Übersee wollen wir künftig einen ebenso einfachen elektronischen Zugang zu den Archivalien bieten wie dem Landeshistoriker aus Sachsen. Zugleich soll das Projekt den Durchbruch zu einer groß angelegten Digitalisierung weiterer unikaler Überlieferung aus den öffentlichen Archiven Deutschlands schaffen«, so die Direktorin des Sächsischen Staatsarchivs, Dr. Andrea Wettmann. Zu den besonderen Schätzen des Oberhofmarschallamts zählen unter anderem die seit 1669 erhaltenen Tagebücher des Dresdner Hofs und handgezeichnete Baupläne der Dresdner Schlösser, in denen sich auch August der Starke mit eigener Hand verewigt hat.

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