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Verbrannt? Luther, Herzog Georg und die Bannandrohungsbulle

Luther und Herzog Georg im Konflikt

Dr. Martin Luther, seine Anhänger und andere Sachen,  1517-1543 (SächsStA-D, 10024 Geheimer Rat (Geheimes Archiv), Loc. 10299/8)

Dr. Martin Luther, seine Anhänger und andere Sachen, 1517-1543 (SächsStA-D, 10024 Geheimer Rat (Geheimes Archiv), Loc. 10299/8)
(© Sächsisches Staatsarchiv)

Wie kaum ein anderer weltlicher Fürst seiner Zeit war Herzog Georg von Sachsen um die Reform der Kirche bemüht. Dennoch wurde er zu einem entschiedenen Gegner Luthers, der die Ausbreitung des neuen Bekenntnisses zu verhindern versuchte.

In seinem Kirchenregiment suchte der theologisch gebildete Landesherr die Zusammenarbeit mit dem Klerus. Wo dieser seinen Ansprüchen nicht genügte, griff Georg auch selbst in kirchliche Belange ein. Bis 1519 teilte er manche Kritik Luthers am Zustand der Kirche. Als aber der Reformator während der Leipziger Disputation die päpstliche Machtvollkommenheit in Frage stellte und die Auffassung vertrat, dass nicht alle auf dem Konzil von Konstanz 1415 verurteilten Lehren des böhmischen Reformers Jan Hus (um 1370 – 1415) ketzerisch gewesen seien, kam es zum Bruch mit dem Herzog.

Der Kampf gegen die hussitische Bewegung war eines der wichtigen kirchenpolitischen Anliegen Georgs. Von seiner Mutter, der Herzogin Sidonia von Böhmen (1449 – 1510), war der Herzog streng antihussitisch erzogen worden. Diese hatte 1464 miterleben müssen, dass der Papst ihren Vater, den Böhmenkönig Georg von Podiebrad (1420 – 1471), als »Hussitenkönig« bannte und zum Ketzer erklärte.

In den folgenden Jahren wurde der Ton der Auseinandersetzung zwischen Luther und dem Herzog in Briefen, Flugschriften und anderen Veröffentlichungen schärfer. Mit dem Anwachsen der evangelischen Bewegung wendete sich die Kirchen- und Religionspolitik Georgs auch gegen lutherisch gesinnte Untertanen. Unter anderem in Leipzig breitete sich das neue Bekenntnis aus. Der Herzog sorgte für die Ausweisung derjenigen Bürger, die sich nicht wieder zum alten Glauben bekannten. Die Vorgänge des Jahres 1533 können als einer der Höhepunkte der Verfolgung gelten.

Objekt 06

Martin Luther an Herzog Georg, 1523

Eigenhändiger Brief Martin Luthers an Herzog Georg, den »ungnädigen Fürsten«, vom 3. Januar 1523
(© SächsStA-D, 10024 Geheimer Rat (Geheimes Archiv), Loc. 10299/8, Bl. 87.)

Objekt 05

Herzog Georg an Martin Luther 28. Dezember 1525

Eigenhändiger Entwurf eines Briefs Herzog Georgs an Martin Luther vom 28. Dezember 1525
(© SächsStA-D, 10024 Geheimer Rat (Geheimes Archiv), Loc. 10300/1, Bl. 172.)

Objekt 04

Martin Luther an Herzog Georg 31. Oktober 1528

Eigenhändiges Schreiben Martin Luthers an Herzog Georg vom 31. Oktober 1528
(© SächsStA-D, 10024 Geheimer Rat (Geheimes Archiv), Loc. 7268/5, Bl. 31.)

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