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Beständeübersicht

Bestand

10712 Ordenskanzlei

Datierung1736 - 1919
Benutzung im Hauptstaatsarchiv Dresden
Umfang (nur lfm)21,66
Die Sächsische Ordenskanzlei bestand in der Zeit von 1832 bis 1919 als eine dem Ministerium des Königlichen Hauses untergeordnete Dienststelle. Vor 1832 wurden Ordensangelegenheiten innerhalb des Geheimen Kabinetts von der Kabinettskanzlei mit erledigt. Die Abwicklung der Angelegenheiten der aufgelösten Ordenskanzlei übernahm 1919 die Staatskanzlei, wovon die verschiedenen Ordensregistranden der Staatskanzlei aus den Jahren nach 1919 zeugen.

Der im Hauptstaatsarchiv Dresden vorhandene Aktenbestand der Ordenskanzlei umfasst etwa 600 Aktenstücke und setzt sich aus Registranden, Personalverzeichnissen der mit Orden Ausgezeichneten und eigentlichen Geschäftsakten zusammen. Personalunterlagen sind in fast allen Aktenstücken aufzufinden, ganz besonders in den umfangreichen Aktenbänden mit Reversen und Verleihungsurkunden. Soweit Militärpersonen ausgezeichnet wurden, sind die darüber Aufschluss gebenden Aktenbände wertvolle Ergänzungen zu den Verzeichnissen und Personalunterlagen des Archivs alter Militärakten und wurden aus diesem Grunde von der Kassation ausgeschlossen. Über 100 Verzeichnisse sind allein vom Kriegsministerium an die Ordenskanzlei zur Aufbewahrung abgegeben worden. Neben den vorliegenden alphabetischen Zusammenstellungen der Ausgezeichneten sind auch in Aktenstücken über die Verleihung oder Rückgabe von Orden Personalunterlagen zu finden.

Die vielfach mit belanglosen Aktentiteln versehenen Aktenreihen über Ordensverleihungen enthalten teilweise diplomatische Korrespondenzen, die man nicht ohne weiteres darin vermutet. Das gilt besonders für die frühesten Akten des 19. Jahrhunderts. Der Anteil der reinen Geschäfts- und Verwaltungsakten ist im Verhältnis zu Verzeichnissen und listenmäßigen Aufstellungen gering. Zeitlich dehnt sich der Bestand, abgesehen von drei Aktenstücken aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, über das 19. Jahrhundert bis 1919 aus und ist außer für die Geschichte der Orden überhaupt für Angaben aus Personen- und Familiengeschichte von Bedeutung. Die Akten lfd. Nr. 452 - 605 sind vom Kriegsministerium angelegte Verzeichnisse (aufgrund einzelner Verfügungen in den Ministerialverordnungsblättern 1914 ff.) und wurden der Ordenskanzlei übergeben.

Dresden, 7. September 1953
Eva Wilcke




Das 1953 von Eva Wilcke erstellte Findbuch wurde 2011 retrokonvertiert.
Weber, Dieter ; Arnold, Paul ; Keil, Peter: Die Orden des Königreiches Sachsen. Offenbach : Klenau, 1997 (Phaleristische Monographien. Bd. 2)

Georg Richter u. a. (Bearb.): Der Königlich Sächsische Militär-St. Heinrichs-Orden 1736-1918. Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee, Dresden 1937
Ordensmatrikel.- Geschäftstagebücher.- Diplomatische Korrespondenzen und Handschreiben.
Die Ordenskanzlei bildete gemeinsam mit dem Ordensrat das Departement der Königlichen Ritterorden. Personell war sie eng mit dem Ministerium des Königlichen Hauses verbunden. Sie übernahm ihre Aufgaben 1832 vom aufgelösten Geheimen Kabinett und war verantwortlich für die Verleihung des Militär-St.-Heinrichsordens, des Albrechtsordens, von Verdienstorden, Ehrenkreuzen und Medaillen. Nach 1918 wurden ihre Ordensangelegenheiten von der Staatskanzlei abgewickelt.

Weitere Angaben siehe 1. Markgrafschaft Meißen, Albertinisches Herzogtum und Kurfürstentum / Königreich Sachsen bis 1831 sowie 2. Königreich und Freistaat Sachsen 1831 - 1945
  • 1953, 2022 | Elektronisches Findmittel
  • 2022-06-30 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.3
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