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Beständeübersicht

Bestand

40139 VEB Zinnerz Altenberg und Vorgänger

Datierung1801 - 1990
Benutzung im Bergarchiv Freiberg
Umfang (nur lfm)114,50
Vorwort

1.Betriebsgeschichte

Bereits um 1440 wurde der Altenberger Bergbau von Bergleuten, aus der Umgebung von
Graupen (Krupka) in Böhmen, begründet. In der 550 Jahre andauernden Betriebszeit konnten
ca. 100 000 Tonnen Zinn gewonnen werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Betriebe der Sachsenerz Bergwerks AG (1937 –
1945/46), der Industrieverwaltung 6–Zweigbetrieb Zwitterstock Altenberg (1946 – 1948) und
des VVB Buntmetall–Grube Zwitterstock (1948 – 1952), die im Gebiet um Altenberg tätig
waren, zum VEB Zinnerz Altenberg vereinigt. Dieser wiederum wurde 1967 in den VEB
Bergbau- und Hüttenkombinat Albert Funk eingegliedert.
Durch die teilweise Demontage der technischen Anlagen und der großen Bedeutung des
Altenberger Zinns für die Rohstoffversorgung der DDR wurde 1946 mit der Modernisierung
der Förderanlage Römerschacht nebst Aufbereitung begonnen. Die Förderkapazitäten des
Römerschachtes konnten schon bald die ständig erweiterten Verarbeitungskapazitäten der
Erzaufbereitung nicht mehr decken; so wurde nur noch bis 1963 Erz, und bis 1981 Abraum
gefördert. Die Tagesanlagen wurden umfunktioniert und beherbergten technische Anlagen
(z.B. Zentralheizung und Druckluftpumpen), der Schacht selbst diente noch zur
Wetterführung. Sämtliche Gebäude des Römerschachtes wurden 1989 abgerissen.
In unmittelbarer Nachbarschaft, direkt an der Altenberger Pinge, einem durch den intensiven
Bergbau des späten Mittelalters entstandenen 15 Hektar großen, 130 Meter tiefen Tagebruch,
wurden ab 1951 auch neue, moderne, und damit auch leistungsfähigere Schächte projektiert.
1952 wurde mit dem Abteufen des 271 Meter tiefen Zentralschachtes (später Arno Lippmann
Schacht) begonnen, der ab 1963 die gesamte Erzförderung übernahm. Er wurde bewusst
weiter südlich von der Pinge in geologisch stabileren Verhältnissen platziert, um die Gefahr
eines Einsturzes, die beim Römerschacht immer bestand, zu minimieren.
Im Zuge einer weiteren, von der politischen Führung der DDR geforderten
Kapazitätserweiterung Anfang der siebziger Jahre, wurde noch ein dritter Schacht (Schacht
III) angelegt, um die Transportwege des Erzes zur Neuen Aufbereitung zu optimieren. Die
veredelten Roherze wurden dann in den Hüttenwerken des VEB Bergbau- und
Hüttenkombinat Albert Funk weiter verarbeitet.
Die Neue Aufbereitung, die 1986 in Betrieb ging und einen Jahresdurchsatz von über einer
Million Tonnen Erz hatte, bestand aus der großen Aufbereitungshalle mit verschiedenen
Mühlen und Brecherstufen und der Flotationsanlage. Die Anlage war eine der modernsten
ihrer Zeit aber nur insgesamt vier Jahre in Betrieb, da mit der Wende und der Öffnung zum
billigeren Weltmarkt auch das Aus für den Altenberger Zinnerzbergbau kam.
Es folgte die Ausgliederung aus dem VEB Bergbau- und Hüttenkombinat und die Gründung
der Zinnerz Altenberg GmbH, die später von der Gesellschaft zur Verwahrung und
Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben (GVV) mit Sitz in Sondershausen
übernommen wurde.
Heute existieren an dem Standort nur noch die Übertageanlagen des Zentralschachtes. Sie
wurden saniert und stehen nun unter wirtschaftlicher und touristischer Nutzung.

2. Bestandsgeschichte und Bearbeitungsbericht

Der vorliegende Bestand wurde 1997 vom Bergarchiv übernommen. Als vorläufiges
Findhilfsmittel dienten die Abgabelisten, die jedoch kaum geeignet waren den Bestand auszuwerten, so dass der Bestand nicht benutzbar war.
Die Akten wurden bei der Intensivverzeichnung des Rissbestandes 40139-14 VEB Zinnerz
Altenberg im Oktober 2007 im Rahmen einer Projektarbeit durch Herrn Hesse, nach
vorheriger Bewertung durch Herrn Dr. Nolte, ausgegliedert und sind über Ablieferungslisten benutzbar.
Die Risse waren gerollt und in Plastiksäcken verpackt. Während der Erschließung wurden diese Risse plan gelegt, entmetallisiert, in säurefreie Mappen eingeschlagen und in Kartons verpackt.
Im Feld "ältere Signatur(en)" stehen zum größten Teil die Projektsignaturen der ausführenden
Ingenieurbüros und im Feld "Verweis" wird auf die dazugehörigen Akten verwiesen.
Die Gliederung des Bestandes bei der Risserschließung erfolgte über drei Ebenen. Zum einen wird nach den verschiedenen ehemaligen Abteilungen des Betriebes unterschieden. Bei den Bauzeichnungen, die einen Grossteil des Bestandes ausmachen, wird dann noch einmal zuerst zeitlich und dann räumlich, nach Schächten untergliedert.

Korrespondierende Bestände

- 40036 Deponierte Erzrisse
- 40069 Bergbehörde Freiberg
- 40075 Forschungsinstitut für Aufbereitung
- 40095 Bergbau- und Hüttenkombinat A. F. - Kombinatsleitung und Stammbetrieb
Freiberg samt Vorgängerbetrieben und Nachfolgern
- 40096 VVB Buntmetall und Nachfolger
- 40146 VEB Fluss- und Schwerspatbetrieb Lengenfeld

Quellen:

- Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, 40146 VEB Fluss- und
Schwerspatbetrieb Lengenfeld, Nr. 1531, Vortrag über Altenberg am 14.7.1956 im
Industrieinstitut der Bergakademie Freiberg

Literatur:

- Lahl, Bernd und Kugler, Jens: Alles kommt vom Bergwerk her – Das große Buch vom
Bergbau im Erzgebirge. Chemnitzer Verlag, Chemnitz 2005
- Wagenbreth, Ottfried: Geologische Streifzüge - vom Kap Arkona bis zum Fichtelberg,
Dresden 1990
Vorgängerbetriebe: Sachsenerz-Bergwerks AG - Zwitterstockwerk.- Gewerkschaft Zinnwalder Bergbau.- Kupfergrube Sadisdorf.- Betriebs- und Abbauplanung.- Bodenforschung.- Löhne und Steuern.- Erzlagerstätten im Ausland.- Verträge.- Aufsichtsrat der Sachsenerz AG.- Statistik.- Patente.- Grundstücke.- Bilanzen.- Soziales.- Satzung der Gewerkschaft Zinnwalder Bergbau.- Unfälle.- Investitionen.- Aufbereitung.
VEB Zinnerz Altenberg: Investabteilung.- Rekonstruktion.- Verkehrswege.- Heiztrasse.- Bergbau.- Aufbereitung.- Technologie.- Geologie.- Forschung und Projektierung.- Betriebsgewerkschaftsleitung.- Allgemeine Sicherheit.- Analysen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen.- Kader.- Bergschäden.- Grundstücke und Nutzungsverträge.- Produktionspläne.- Bilanzen.- Planauflagen.- Planerfüllung.- Wasserwirtschaft.- Wetter.- Sprengen.- Zivilverteidigung.- Führungskonzeptionen.- Kultur und Soziales.- Havarien.
Grund- und Seigerrisse.- Lagepläne.- Maschinen-, Bau- und Anlagenzeichnungen.
Im 20. Jahrhundert waren im Gebiet um Altenberg die Sachsenerz Bergwerks AG - Gewerkschaft Zwitterstock (1937 - 1945/46), die Industrieverwaltung 6 (Erzbergbau) - Zweigbetrieb Zwitterstock Altenberg (1946 - 1948) und die VVB Buntmetall - Grube Zwitterstock (1948 - 1952) tätig. Gefördert wurde aus den Schachtanlagen Römerschacht, Arno Lippmann Schacht (Zentralschacht) und Schacht 3. Dazu gehörten die Aufbereitungsanlagen Schwarzwasser, Römer und Neue Aufbereitung.
1952 entstand der VEB Zinnerz Altenberg. In den verschiedenen Betriebsteilen wurde vorwiegend Zinnerz abgebaut und verarbeitet. 1967 wurde der bis dahin eigenständige Betrieb dem VEB Bergbau- und Hüttenkombinat Albert Funk in Freiberg unterstellt. Im Mai 1990 erfolgte die Ausgliederung aus dem Bergbau- und Hüttenkombinat und die Gründung der Zinnerz Altenberg GmbH, welche kurze Zeit später von der Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben (GVV) mit Sitz in Erfurt (später Sondershausen) übernommen wurde.
  • | Abgabeverzeichnis (Verwaltungsakten nach Sachgebieten)
  • 1997 | Bestandsübersicht und Inhaltsverzeichnis
  • 1997 | Abgabeverzeichnis (Betriebsleitung, einzelne Abteilungen, Betriebsgewerkschaftsleitung)
  • 1997 | Abgabeverzeichnis (Vorgängerbetriebe, VEB Zinnerz Altenberg - Investabteilung)
  • 2007 | Findbuch/Datenbank (Akten)
  • 2007 | Findbuch/Datenbank (Risse)
  • 2020-06-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.0
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