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Beständeübersicht

Bestand

20862 Köllmann-Werke Leipzig

Datierung1904 - 1950
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)5,55
Geschichte der Köllmann-Werke Leipzig

1904 gründete der Ingenieur Gustav Köllmann eine "Spezialfabrik zur Herstellung von geschnittenen Zahnrädern, Getrieben und verwandten Erzeugnissen", die seit dem 18. Juli 1907 als GmbH unter dem Firmennamen Zahnräderfabrik Köllmann GmbH weiter betrieben wurde. Zum 1. Januar 1912 änderte Gustav Köllmann die Firma in Zahnräderfabrik Köllmann AG um.[01] Unter der Leitung von Gustav Köllmann (Firmenleitung), Bernhard Rödel (technische Leitung) und Max Bergmann (kaufmännische Leitung)[02] erfolgte 1928 die Umbenennung in Köllmann Werke AG.[03]
Der Sitz der Firma befand sich in Leipzig-Sellerhausen in der Torgauer Straße 74. Neben der Fertigung von Zahnrädern und Getrieben für Automobile, Traktoren und anderen beweglichen Fahrzeugen und Werkzeugmaschinen übernahm die Firma auch die Herstellung von Zahnrädern für den Luftschiffbau.[04]
1921 wurde als Zweigstelle die Köllmann Werk GmbH (ab 1935 Köllmann Werkzeugfabrik GmbH) gegründet.[05] 1922 folgte die Errichtung der Zweigniederlassung Maschinen- und Zahnräderfabrik Wilhelm Köllmann Sohn in Langenberg.[06] Die Köllmann Werke AG gründete zudem 1935 die neue Fabrik Köllmann Getriebebau GmbH in Leipzig. Diese wurde 1938 nach Liebertwolkwitz verlegt.[07]
Um langjährigen Betriebszugehörigen nach Austritt aus einem der Betriebe eine zusätzliche finanzielle Unterstützung zu gewähren, wurde im Dezember 1937 die Gustav-Köllmann-Stiftung errichtet. Hierdurch fielen Unterstützungen nach dem Renteneintritt, durch das Eintreten von Arbeitsunfähigkeit und nach Ableben der Beschäftigten als Beihilfe für Witwen und minderjährige Kinder an.[08]
1948 wurde die Köllmann Werke AG rechtswirksam verstaatlicht, aus ihr ging die Köllmann Werke VVB Land Sachsen Maschinenbau hervor.[09] Das Werk in Liebertwolkwitz ging bereits 1946 in den Besitz der SAG für Maschinenbau, Berlin-Weißensee über und hieß von da an Mechanisches Werk Liebertwolkwitz der SAG für Maschinenbau Köllmann-Getriebebau GmbH.[10] Nach mehreren Zwischenstufen wurden beide Betriebsteile 1958 zum VEB Fahrzeuggetriebewerk Joliot Curie Leipzig zusammengeführt.

Bestandsgeschichte und –bearbeitung

Das überlieferte Schriftgut der Köllmann-Werke Leipzig gelangte 1978 durch eine Abgabe des VEB Fahrzeuggetriebewerk "Joliot Curie" von ca. 3 lfm Umfang in das Staatsarchiv Leipzig. Zudem wurden 2005 ca. 0,08 lfm Archivgut in Folge einer Provenienzbereinigung aus dem Bestand 20842 VEB Fahrzeuggetriebewerke Joliot Curie Leipzig herausgelöst und dem Bestand 20862 Köllmann-Werke Leipzig zugeordnet.
Die Findkartei zum Bestand 20862 aus dem Jahr 1978 wurde anlässlich einer Benutzung im Januar 2018 retrokonvertiert. Anschließend wurde die Findkartei zum Bestand 20842 VEB Fahrzeuggetriebewerke Joliot Curie Leipzig durch die Auszubildende Jamila Wähner auf weitere Verzeichnungseinheiten überprüft, welche den Köllmann-Werken Leipzig zugeordnet werden müssten. Da die Köllmann Werke AG erst 1948 aus dem Handelsregister gelöscht wurde, wurden Akten, deren Laufzeit vor 1948 endet, provenienzgerecht dem Bestand 20862 Köllmann-Werke Leipzig zugeordnet. In der Erschließungsdatenbank sind die alten Archivsignaturen als Konkordanz ausgewiesen.
Im Zuge der Überarbeitung des Bestandes 20862 Köllmann-Werke Leipzig durch Unterzeichnende im Jahr 2019 wurden die neu zugeordneten Akten sowohl in der Erschließungsdatenbank verzeichnet als auch anhand der physisch vorhandenen Akten in den Bestand umgelagert. Auch die bereits erfassten Datensätze wurden auf der Grundlage der Erschließungsrichtlinie redaktionell überarbeitet. Zudem wurden vorhandene Nummerierungslücken überprüft und, wenn vorliegend, belegt. Schließlich wurde die hiermit vorliegende Einleitung zum Findbuch erstellt.

Überlieferungsschwerpunkte

Der Schwerpunkt der zeitlichen Überlieferung der Archivalien liegt zwischen 1904 und 1950. In dem Bestand dominieren Dokumente zu Finanzierung, Kapitalbeschaffung und –verwaltung, Bilanzen sowie Unterlagen der Leitung und Rechtsabteilung die Betriebstätigkeit. Die Überlieferung dokumentiert ebenfalls die Produktion und Demontage zwecks Erfüllung der Reparationen und die Kontrolle der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland während der Nachkriegszeit.

Hinweise zur Benutzung

Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: StA-L, 20862 Köllmann-Werke Leipzig, Nr. (fettgedruckte Zahl). Ein Teil des Bestandes wurde verfilmt und wird daher grundsätzlich über den Schutzfilm benutzt.
Der Bestand enthält in geringem Umfang noch einer Schutzfrist unterliegende personenbezogene Unterlagen, deren Vorlage nur nach Verkürzung der Schutzfristen möglich ist.

Verweis auf korrespondierende Bestände

20842 VEB Fahrzeuggetriebewerke Joliot Curie Leipzig

Literatur

Schubert, Jens: Die Köllmann AG : ein Leipziger Rüstungskonzern, 2000, HA Bibl.

Vivien Dinger

September 2019


[01] Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (im Folgenden: StA-L), 20862 Köllmann-Werke Leipzig, Nr. 167.
[02] StA-L, 20862 Köllmann-Werke Leipzig, Nr. 72.
[03] StA-L, 20862 Köllmann-Werke Leipzig, Nr. 167.
[04] StA-L, 20862 Köllmann-Werke Leipzig, Nr. 72 und 155.
[05] StA-L, 20862 Köllmann-Werke Leipzig, Nr. 72.
[06] StA-L, 20862 Köllmann-Werke Leipzig, Nr. 167.
[07] StA-L, 21689 SED, Sammlung Betriebsgeschichte, Nr. 62.
[08] StA-L, 20862 Köllmann-Werke Leipzig, Nr. 101.
[09] StA-L, 20842 VEB Fahrzeuggetriebewerke Joliot Curie Leipzig, Nr. 1240.
[10] StA-L, 20842 VEB Fahrzeuggetriebewerke Joliot Curie Leipzig, Nr. 1348 und StA-L, 21689 SED, Sammlung Betriebsgeschichte, Nr. 62.
Leitung.- Fremdarbeiter und Zwangsarbeiter.- Bilanzen.- Finanzen.- Forschung und Entwicklung.- Absatz.
1904 gründete der Ingenieur Gustav Köllmann die "Spezialfabrik zur Herstellung von geschnittenen Zahnrädern, Getrieben und verwandten Erzeugnissen", die seit 1907 unter dem Firmennamen Zahnräderfabrik Köllmann GmbH betrieben wurde. 1928 erfolgte die Umbenennung in Köllmann Werke AG. Der Sitz der Firma befand sich in Leipzig-Sellerhausen. Neben der Fertigung von Zahnrädern und Getrieben für Automobile, Traktoren und andere bewegliche Fahrzeuge und Werkzeugmaschinen übernahm die Firma auch die Herstellung von Zahnrädern für den Luftschiffbau.
Ab 1921 wurden verschiedene Zweigstellen gegründet; zur Versorgung langjährige Betriebszugehöriger wurde im Dezember 1937 die Gustav-Köllmann-Stiftung errichtet.
1948 wurde die Köllmann Werke AG verstaatlicht, aus ihr ging die Köllmann Werke VVB Land Sachsen Maschinenbau hervor. Ein Werk in Liebertwolkwitz ging 1946 in den Besitz der SAG für Maschinenbau, Berlin-Weißensee über. Nach mehreren Zwischenstufen wurden beide Betriebsteile 1958 zum VEB Fahrzeuggetriebewerk Joliot Curie Leipzig zusammengeführt.
  • 2019 | Findbuch / Datenbank
  • 2020-09-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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