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Beständeübersicht

Bestand

40117 Steinkohlenbauvereine des Lugau-Oelsnitzer Reviers

Datierung1830 - 1975
Benutzung im Bergarchiv Freiberg
Umfang (nur lfm)12,67

Bestand enthält auch 9 Archivalien, die aus rechtlichen Gründen hier nicht angezeigt werden können. Bitte wenden Sie sich im Bedarfsfall direkt an das Staatsarchiv Kontaktformular

Betriebsgeschichte

Überblick

Nachdem bereits im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts auf Hohensteiner Flur eine Steinkohlenader abgebaut worden war, stieß man 1831 in Neuoelsnitz erstmals auf karbonische Steinkohle. Den daraufhin bis 1841 angelegten Versuchsschächten war auf Grund fehlender Erfahrungen über die Abbauverhältnisse sowie unzureichender Betriebsmittel wenig Erfolg beschieden. Erst 1844 konnte Karl Gottlob Wolf auf Neuoelsnitzer Flur die erste Steinkohle fördern. In der Folgezeit legten Grundstückseigentümer und Kohlebauern in Neuoelsnitz und Niederwürschnitz zahlreiche Schächte an, die zum Großteil bereits 1845 bis 1846 wegen Geldmangels wieder stillgelegt wurden. Nur kapitalstarke Unternehmen wie das 1843 gegründete Fürstlich-Schönburgische Steinkohlenwerk sowie die 1844 und 1845 gegründeten Steinkohlenbauvereine zu Niederwürschnitz-Kirchberg und Lugau-Niederwürschnitz konnten sich behaupten. Der 1855 ins Leben gerufene Lugauer Steinkohlenbauverein Rhenania musste zwar fünf Jahre später stillgelegt, wurde jedoch 1872 wieder neu errichtet. Da mit dem zunehmenden Einsatz von Dampfmaschinen die Nachfrage nach Kohle stieg, die zahlreichen Kleinbetriebe die finanziellen Mittel zu Ausbau und Modernisierung der Schacht- und Förderanlagen jedoch nicht aufzubringen vermochten, vereinigten sich Grundbesitzer, Fabrikanten und Kaufleute zu leistungsstärkeren Gesellschaften bzw. Gewerkschaften. Hierzu zählen der 1855 gegründete Zwickau-Lugauer Steinkohlenbauverein sowie die im folgenden Jahr ins Leben gerufenen Werke Steinkohlenbauverein Gottes Segen und Oelsnitzer Bergbaugesellschaft. 1858 wurde mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie von Niederwürschnitz nach Wüstenbrand die notwendige Infrastruktur zur Anbindung an Chemnitz geschaffen. Mit dem Ausbleiben englischer Kohle auf dem deutschen Markt setzte Anfang der 1870er Jahre ein Aufschwung der bestehenden Steinkohlenwerke ein. Gleichzeitig wurden zahlreiche Unternehmen gegründet, so u.a. 1871 die Aktiengesellschaften Steinkohlenwerk Vereinsglück und Steinkohlenbauverein Deutschland, ferner die Steinkohlenbauvereine Kaisergrube, Concordia, Hohndorf und Gersdorf sowie 1872 die Steinkohlen-Aktiengesellschaft Bockwa-Hohndorf-Vereinigtfeld. In den folgenden Jahrzehnten zwangen hohe Kosten, z.T. schwierige Grubenverhältnisse, zurückgehender Kohlenabsatz, insbesondere jedoch der Erste Weltkrieg und seine Folgen zahlreiche Unternehmen zu Betriebsstilllegungen. 1920 übernahm die Gewerkschaft Deutschland die 1919 aufgelöste Oelsnitzer Bergbaugewerkschaft sowie das Gesamtvermögen des Steinkohlenbauvereins Hohndorf. Ebenso kam es verstärkt zu Betriebszusammenlegungen. So erfolgte 1920 die Zusammenlegung der zuvor vom sächsischen Staat übernommenen Steinkohlenbauvereine Gottes Segen und Lugau mit der Gewerkschaft Kaisergrube und der Steinkohlen-Aktiengesellschaft Vereinigtfeld zur Gewerkschaft Gottes Segen. Ab 1921 existierten mit der 1889 aus der Aktiengesellschaft Steinkohlenbauverein Deutschland gegründeten Gewerkschaft Deutschland, der Gewerkschaft Gottes Segen und dem Gersdorfer Steinkohlenbauverein noch drei Steinkohlenbergbau-Unternehmen im Lugau-Oelsnitzer Revier. Nachfolgend werden die in diesem Bestand zusammengefassten Steinkohlenwerke näher vorgestellt.

Fürstlich Schönburgisches Steinkohlenwerk

Das Fürstlich Schönburgische Steinkohlenwerk wurde 1843 von Fürst Otto Victor von Schönburg-Waldenburg gegründet. Im selben Jahr begannen die Abteufungsarbeiten des Fürsten- und des Bohrschachtes. 1857 erfolgte die Teufung des Hoffnungschachtes. Im Jahre 1858 wurde der Gühneschacht ("Alter herrschaftlicher Schacht") des gleichnamigen Amtmannes erworben, und 1868 begann die Abteufung des Kaiserin-Augusta-Schachtes. 1893 erfolgte zudem die Anlegung des Hilfe-Gottes-Schachtes, der bis 1898 auf 552 m niedergebracht wurde. Am 1. Dezember 1895 gingen der Kaiserin-Augusta- und der Gottes-Hilfe-Schacht in den Besitz des Steinkohlenbauvereines Gottes Segen in Lugau über.

Aktiengesellschaft Steinkohlenwerk Vereinsglück

Die im September 1871 gegründete Aktiengesellschaft Steinkohlenwerk Vereinsglück begann im Oktober selben Jahres mit der Abteufung des Wilhelm- oder Vereinsglückschachtes I, der 1875 das erste Flöz erreichte und bis 1877 auf 636 m niedergebracht wurde. Im gleichen Jahr wurden die Teufarbeiten an Schacht II aufgenommen, der jedoch 1894 bei 262 m zu Bruch ging und daraufhin verfüllt, 1895/96 aber wieder aufgewältigt und weiterbetrieben wurde. 1905 zwang die immer schwieriger und teils ungenügend werdende Bewetterung der nach Süden schreitenden Grubenbaue zur Anlegung des Schachtes III. Bereits 1906 mussten aber die Teufarbeiten auf Grund starker Wasserzuflüsse abgebrochen und der Betrieb eingestellt werden. Im selben Jahr ging das Werk in Liquidation und wurde von der Gewerkschaft Deutschland übernommen, jedoch als selbständige Betriebsabteilung weitergeführt.

Oelsnitzer Steinkohlenbauverein / Bergbaugesellschaft/-gewerkschaft

Die 1856 gegründete Oelsnitzer Bergbaugesellschaft begann im Jahr darauf mit der Abteufung des Hedwigschachtes, der lange Zeit der einzige Schacht im Oelsnitzer Gebiet war und bis zum Jahre 1917 auf eine Teufe von 765 m niedergebracht wurde. 1871 wurde der Friedensschacht, eine Schwesterngrube des Hedwigschachtes, geteuft. Im Jahre 1883 erfolgte die Umgründung der Bergbaugesellschaft in eine Gewerkschaft. Nach Auflösung des Betriebes 1919 wurden beide Schächte im Folgejahr von der Gewerkschaft Deutschland übernommen und weitergeführt.

Aktiengesellschaft Oelsnitzer Steinkohlenbauverein

1843 stieß Karl Gottlob Wolf in Niederwürschnitz auf einen Kohlenausstrich, gründete daraufhin mit 26 Beteiligten eine Gesellschaft und begann am 7. September selben Jahres auf dem Höfelschen Grundstück einen Versuchsschacht, der aber aufgrund massiven Wasserzuflusses bei 52 Ellen aufgegeben werden musste. Der wenig später begonnene Neu- oder Fundschacht auf dem Sieberschen Grundstück traf bei 9 m ein 1,15 m mächtiges Kohlenflöz an, so dass am 7. Januar 1844 die erste Steinkohle im Oelsnitzer Revier gefördert werden konnte. Im Juli 1844 begann zudem die Abteufung des Immanuelschachtes (auch Höfel- oder Maschinenschacht), der bis 248 Ellen Tiefe mehrere Kohlenflöze antraf, von denen das Bergamt Annaberg allerdings nur das zweite Flöz als einigermaßen bauwürdig einstufte. Nach Auseinandersetzungen zwischen Wolf und den weiteren Beteiligten der Gesellschaft löste sich diese am 18. August 1844 auf und konstituierte sich als Aktiengesellschaft Oelsnitzer Steinkohlenbauverein, wobei Wolf vermutlich ganz aus dem Unternehmen ausschied. 1855 wurde das Werk an den Fürsten von Schönburg-Waldenburg verkauft.

Steinkohlenbauverein Gottes Segen

Der Steinkohlenbauverein Gottes Segen wurde im Juni 1856 gegründet, und im selben Jahr begann die Anlegung des Gottes-Segen-Schachtes, der bei 292 m das erste Pechkohlenflöz durchteufte. In den Folgejahren wurden für Betriebserweiterungen, bspw. den 1862 errichteten Gleisanschluss an die Chemnitz-Würschnitzer Kohlenbahn, wiederholt Neuanleihen (Kuxe) aufgenommen. Zur Verbesserung der Bewetterung begann 1866 das Abteufen des Glückaufschachtes. Im gleichen Jahr wurde die erste Kohlenaufbereitungsanlage errichtet. Ab 1870 nahm das Werk dann einen stetigen Aufschwung. So erfolgte 1890/91 die Erweiterung sowie Modernisierung der Tagesanlagen, und 1895 erwarb der Verein das Fürstlich Schönburgische Steinkohlenwerk. Der erste Weltkrieg und dessen Folgen brachten das Unternehmen in ernsthafte Schwierigkeiten, so dass das 1919 vom sächsischen Staat unterbreitete Übernahmeangebot angenommen wurde. Im August 1920 erfolgte die Zusammenlegung der ebenfalls vom Staat übernommenen Werke Lugauer Steinkohlenbauverein, Gewerkschaft Kaisergrube und Steinkohlen AG Vereinigtfeld zur Gewerkschaft Gottes Segen.

Lugauer Steinkohlenbauverein

Der Lugauer Steinkohlenbauverein wurde 1869 mit einem Kapital von 300.000 Talern gegründet. Er übernahm den Besitz des Zwickau-Lugauer Steinkohlenbauvereins und wältigte dessen Schacht Neue Fundgrube, fortan Vertrauenschacht genannt, wieder auf. Gleichzeitig begann die Abteufung des Hoffnungschachtes, der 1874 eine Tiefe von 555,5 m erreichte. 1902 erwarb der Verein die Abbaurechte der Gewerkschaft Carlschacht sowie den Besitz der Gewerkschaft Rhenania, um das Grubenfeld des ehemaligen Saxoniaschachtes abbauen und den Victoriaschacht als Wetterschacht einsetzen zu können. 1920 wurde das Werk aufgelöst und in die im gleichen Jahr gegründeten Gewerkschaft Gottes Segen eingegliedert.

Lugauer Steinkohlenbauverein Rhenania

Der 1855 gegründete Lugauer Steinkohlenbauverein Rhenania begann 1856 mit der Abteufung des Einigkeitsschachtes, traf jedoch 1860 bei einer Teufe von 185 m auf Urgebirge, wodurch das Werk wieder zum Erliegen kam. Im Jahre 1872 wurde die Gesellschaft neu errichtet und begann im selben Jahr mit der Abteufung des Viktoriaschachtes. Der Einigkeitsschacht wurde 1876 als unbrauchbar verfüllt. 1879 erwarb der Verein die Aktiengesellschaft Saxonia, und im gleichen Jahr wurde er in die Gewerkschaft Rhenania umgegründet. Da der Abbau vom Viktoriaschacht aus wenig gewinnbringend war, ging das Werk 1902 in den Besitz des Lugauer Steinkohlenbauvereins über.

Steinkohlenbauverein Hohndorf

Der Steinkohlenbauverein Hohndorf wurde im Oktober 1871 gegründet. Im Juli 1872 begannen die Teufarbeiten am Heleneschacht, 1876 wurde bei 570 m das erste Flöz erreichte. Im Dezember des Folgejahres erfolgte die Anlegung des Idaschachtes, der 1881 ein 1,8 m mächtiges Flöz antraf, so dass mit der Förderung begonnen werden konnte. Die zunächst günstige Entwicklung des Werkes wurde zunehmend durch fehlende Kohlenmengen - von dem 220 ha umfassenden Kohlenfeld waren ca. 130 ha nicht kohleführend - sowie Grubenbrände und schlechten Kohlenabsatz beeinträchtigt. 1885 kam es zu einer starken Schlagwetterexplosion, bei der 17 Bergleute starben. 1919 erwarb die Stadt Leipzig die Aktienmehrheit des Vereins, und 1920 erfolgte die Veräußerung seines Gesamtvermögens an die Gewerkschaft Deutschland.

Steinkohlen-Aktiengesellschaft Bockwa-Hohndorf-Vereinigtfeld

Im Februar 1872 wurde die Steinkohlen-Aktiengesellschaft Bockwa-Hohndorf-Vereinigtfeld bei Lichtenstein gegründet. Im Mai selben Jahres begann die Abteufung von Schacht I. 1877 konnten hier die ersten Kohlen gefördert werden. 1874 wurden Schacht II und 1896 Schacht III abgeteuft. Hohe Kosten, schwierige Grubenverhältnisse, geringer Kohlenabsatz und Belegschaftsabgänge sowie der Erste Weltkrieg und dessen Folgen verhinderten eine optimale wirtschaftliche Entwicklung des Werkes. 1919 wurde die Gesellschaft in Steinkohlen-Aktiengesellschaft Vereinigtfeld umbenannt. 1920 übernahm der sächsische Staat das Werk und im gleichen Jahr erfolgte die Vereinigung mit der Gewerkschaft Gottes Segen.

Lugau-Niederwürschnitzer Steinkohlenbauverein

Der Lugau-Niederwürschnitzer Steinkohlenbauverein wurde 1845 von Albert Dufour, Inhaber eines Leipziger Bankhauses, gegründet. Anfänglich erfolgte der Abbau in vorwiegend geringen Tiefen (Mehlhornschacht II, Albert- und Moritzschacht). Erst 1852 begannen die Teufarbeiten für den Carlschacht, der bis 1855 auf 268 m niedergebracht wurde, und damit der eigentliche Aufschluss des Feldes. 1894 erwarb das Werk die Grubenfelder des Niederwürschnitzer und Niederwürschnitz-Kirchberger Steinkohlenbauvereins, konnte sie aus Geldmangel jedoch nicht abbauen. Im selben Jahr ging der Verein in Konkurs.

Niederwürschnitz-Kirchberger Steinkohlen-Aktienverein

Die Gründung des Niederwürschnitz-Kirchberger Steinkohlen-Aktienvereines erfolgte 1844. Der im gleichen Jahr ursprünglich von der Aktiengesellschaft Getreue Freundschaft begonnene Hänel- oder Vogelschacht wurde vom Verein bis 1879 betrieben, anfangs als Förderschacht, ab 1870 dann als Wetter- und Fluchtschacht für den 1868 geteuften Johannisschacht. In den Jahren 1845 bis 1868 wurden zudem vier weitere Schächte (Bochmann I-, Rachel-, Otto- und Ernstschacht) angelegt. 1876 übernahm der Verein die vom Niederwürschnitzer Steinkohlenbauverein niedergebrachten Christelschächte (D-Schacht), die als Wetterschächte sowie zum Abbau von Restfeldern dienten und bis zur Stilllegung des Werkes 1878 in Betrieb waren.

Gersdorfer Steinkohlenbauverein

Im November 1871 wurde der Gersdorfer Steinkohlenbauverein als das größte und rentabelste Werk im Lugau-Oelsnitzer Revier gegründet. 1872 begannen die Teufarbeiten für den Pluto- und Merkurschacht. 1876 wurde nach diversen Schwierigkeiten, u.a. starker Wasserzufluss sowie Mangel an geeigneten Arbeitern, mit dem Plutoschacht bei 680 m das Vertrauen- und Hauptflöz erreicht, so dass im Folgejahr die ersten Kohlen gefördert werden konnten. 1879 wurde mit dem Merkurschacht das Glückaufflöz aufgeschlossen. Im selben Jahr konnte auch die Zechenbahn in Betrieb genommen werden. Ab 1912 erfolgte eine umfassende Modernisierung der alten und teilweise abgenutzten Anlagen. So wurde eine Nassaufbereitung mit Setzmaschinen errichtet und die Aufbereitungsmaschinen mit elektrischem Kraftstrom betrieben. Obwohl der Gersdorfer Steinkohlenbauverein ebenso wie die anderen Steinkohlenwerke vom Ersten Weltkrieg und seinen Nachwirkungen betroffen war, blieb er als einzige Aktiengesellschaft auch weiterhin ein rein privates Unternehmen. Im April 1944 wurde das Werk auf Grund der erschöpften Lagerstätte sowie eines Wassereinbruches aus dem Nachbargrubenfeld stillgelegt.

Steinkohlenbauverein / Gewerkschaft Kaisergrube

Der Steinkohlenbauverein Kaisergrube zu Gersdorf wurde 1871 gegründet und begann im gleichen Jahr mit dem Abteufen von Schacht I. 1874 wurde bei 585 m das erste Flöz erreicht, so dass im Folgejahr mit der Förderung begonnen werden konnte. 1872 erfolgte die Abteufung von Schacht II, die jedoch aus Kapitalmangel nur schleppend voranging. 1882 wurde eine Kokerei errichtet, deren Betrieb aber 1885 wegen zu geringen Nutzens wieder eingestellt wurde. Um die Jahrhundertwende erzielte das Werk gute Ergebnisse, musste in den Folgejahren jedoch erhebliche Rückschläge hinnehmen. Um die für einen gewinnträchtigen Bergbau erforderliche Größe und Förderleistung zu erreichen, fusionierte die Kaisergrube 1908 mit dem Steinkohlenbergbauverein Concordia in Niederoelsnitz zur Gewerkschaft Kaisergrube. Deren Fördermenge betrug bis zur Liquidation und anschließenden Übernahme durch die Gewerkschaft Gottes Segen im Jahre 1920 ca. 6,5 Millionen Tonnen Steinkohle.

Steinkohlenbauverein Concordia

1871 wurde der Steinkohlenbauverein Concordia zu Niederoelsnitz gegründet. Die Abteufung der zwei Concordiaschächte begann ebenfalls 1871. Schacht I erreichte bis 1879 eine Teufe von 652 m, und Schacht II wurde bis 1875 auf eine vorläufige Teufe von 635 m niedergebracht (endgültig 734 m). Die 1879 errichtete Kokerei musste in Folge ungünstiger Kokspreisgestaltung bereits 1885 wieder stillgelegt werden. Aus Wirtschaftlichkeitserwägungen fusionierte das Werk 1908 mit dem Steinkohlenbauverein Kaisergrube zur Gewerkschaft Kaisergrube.

Aktiengesellschaft Saxonia

Die Aktiengesellschaft Saxonia wurde 1869 mit einem Kapital von 350.000 Talern gegründet. Sie betrieb den vom Lugauer Steinkohlenbauverein Westphalia, ab 1867 Bergbaugesellschaft Neue Westphalia, angelegten Westphaliaschacht weiter, der in Saxoniaschacht I umbenannt wurde. 1874 begann die Abteufung des Saxoniaschachtes II, die jedoch bereits bei 34 m wegen Geldmangels wieder zum Erliegen kam. 1876 musste die Aktiengesellschaft in Liquidation gehen; das Werk wurde vom Lugauer Steinkohlenbauverein Rhenania erworben.

Lugauer Steinkohlenbauverein Westphalia

Der Lugauer Steinkohlenbauverein Westphalia wurde 1855 gegründet und besaß ausgedehnte Kohlenfelder in Lugau und St. Egidien. Die in St. Egidien begonnenen Hoffnungschächte I und II erreichten nur eine Tiefe von 18 bzw. 8 m. Der in Lugau angelegte Westphaliaschacht wurde bis auf 538 m niedergebracht. Da der Großteil des Kapitals für den Ankauf der Kohlenfelder benötigt worden war, befand sich der Verein in permanenten Geldschwierigkeiten. Aus diesem Grund kam es 1867 zur Gründung der Bergbaugesellschaft Neue Westphalia. Der mit dieser Maßnahme erhoffte Kapitalzuwachs trat jedoch nicht ein, so dass das Werk 1869 finanziell am Ende war. Die im gleichen Jahr gegründete Aktiengesellschaft Saxonia setzte den Betrieb fort.

Sächsische Steinkohlencompagnie

Die Sächsische Steinkohlencompagnie, vermutlich 1856 gegründet, beabsichtigte ein geschlossenes Abbaufeld von 3.130 Scheffel Größe in Oberlungwitzer Flur zu betreiben. Insgesamt war ein Kapital von 1 Million Taler in 10.000 Aktien geplant. Der angelegte König-Johann-Schacht erreichte jedoch bis 591 m Tiefe nur flözleere karbonische Schichten und das Urgebirge. Die 1863 und 1864 betriebenen Versuchsstrecken blieben ebenfalls ohne Erfolg. 1864 wurde das Werk stillgelegt.

Gewerkschaft Oberzschocken

Die vermutlich 1899 gegründete Gewerkschaft Oberzschocken in Zschocken nahm von 1899 bis 1905 drei Kernbohrungen vor, die jedoch bei 1086, 723 und 805 m jeweils im Urgebirge endeten und die alsbaldige Auflösung der Gewerkschaft bewirkten.

Hohndorf-Bernsdorfer Steinkohlenbauverein

Der Hohndorf-Bernsdorfer Steinkohlenbauverein wurde 1847 ins Leben gerufen. Im Folgejahr begann die Abteufung von Schacht I, die jedoch bei 84 m eingestellt wurde, um von der Bohrlochsohle weiter zu bohren. 1863 verbreitete sich die Kunde, dass bei 506 m ein 2 m mächtiges Kohlenflöz entbohrt worden sei; die Kohlenproben wiesen jedoch auffallende Ähnlichkeit mit denen des Hedwigschachtes der Oelsnitzer Bergbaugesellschaft auf. 1871 ging Schacht I zu Bruch. Ende des selben Jahres begann die Abteufung eines zweiten Schachtes, mit dem aber ebenfalls keine Kohle entbohrt werden konnte. Der Verein wurde vermutlich im Jahre 1875 aufgelöst.

Rödlitzer Steinkohlenbauverein

Über den Rödlitzer Steinkohlenbauverein liegen nur wenig gesicherte Erkenntnisse vor. Seine Gründung erfolgte vermutlich im Jahre 1844. Von 1846 bis 1848 wurde ein 40 Ellen tiefer Schacht mit einem Bohrloch von 70 Ellen Teufe erfolglos niedergebracht. Das Bohrloch wurde später wieder aufgenommen, blieb allerdings bei einer Tiefe von 741 m im Rotliegenden stecken. Um 1862 kam es vermutlich zur Auflösung des Vereines.

Der Grünaer Steinkohlenbauverein, der über ein Aktienkapital von 200.000 Talern verfügte,
besaß Kohlenfelder in Grüna und Reichenbrand. 1857 wurde über den Beharrlichkeitsschacht bei 167 m Tiefe ein 67 cm mächtiges Kohlenflöz erschlossen, das anfangs als karbonisch und bauwürdig eingestuft wurde, sich jedoch als wildes Kohlenflöz des Rotliegenden herausstellte. Der Beharrlichkeitsschacht wurde noch bis auf 432 m niedergebracht, ohne allerdings bauwürdige Flöze anzutreffen. Auch die auf Reichenbrander Flur begonnenen William- und Ottoschacht blieben bei 52 und 48 m liegen. Vermutlich wurde das gesamte Kapital des Vereins aufgebraucht.

Oelsnitzer Brikettwerke Glückauf, Oscar Förster

Wie aus einem 1945 angefertigten Lageplan hervorgeht, befanden sich die Werksanlagen der Oelsnitzer Brikettwerke Glückauf in (der Flur) Hohndorf, zwischen der Reichsbahnlinie Stollberg-St. Egidien und der dortigen Bahnhofstraße. Informationen zu Gründung, Entwicklung und Stilllegung des Unternehmens konnten nicht ermittelt werden.


Bestandsgeschichte und -bearbeitung der Akten

Die in diesem Bestand zusammengeführten Unterlagen wurden im Zuge von Beständebereinigungen den Beständen Erzgebirgische Steinkohlen-Energiegesellschaft mbH, Gewerkschaft Gottes Segen Lugau, Gewerkschaft Deutschland, VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz/Erzgebirge sowie VVB (Z) Steinkohle, Zwickau entnommen. Die genannten Unterlagen wurden im Zeitraum 1996 bis 1998 von der Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksanlagen mbH (GVV), Bergwerk Zwickau an das Bergarchiv abgegeben. Hierbei handelt es sich um Akten des Technisch-Historischen Archivs der Erzgebirgischen Steinkohlen-Energiegesellschaft mbH (EstEG) als Nachfolgebetrieb des VEB Steinkohlenkokereien August Bebel, deren Räumlichkeiten sich in der Äußeren Schneeberger Str. 100 in Zwickau befanden. Zum 1. Januar 1995 wurde auf Entscheid der Treuhandanstalt Berlin neben dem Bereich Kokerei / Sanierung und dem Sozialarchiv auch das Technisch-Historische Archiv aus der EStEG ausgegliedert und - unter Beibehaltung o.g. Räumlichkeiten - in die GVV übertragen. Das Technisch-Historische Archiv fungierte als Unternehmens- und Steinkohlenarchiv aller in der DDR tätigen Steinkohlenbergbauunternehmen, deren wirtschaftsleitender Organe sowie aller Rechtsvorgänger. Die bis in die 40er Jahre des 19. Jahrhunderts zurückreichende Überlieferung umfasst insbesondere Unterlagen der VVB Steinkohle, der Steinkohlenwerke des Zwickauer Reviers August Bebel, Martin Hoop und Karl Marx, des Steinkohlenwerkes Oelsnitz, des Steinkohlenwerkes Willi Agatz (Freital), des Steinkohlenwerkes Plötz (Sachsen-Anhalt) sowie der Steinkohlenunternehmen des 19. und 20. Jahrhunderts vornehmlich des Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Reviers. Zu allen Beständen wurden Abgabelisten übergeben.
Zudem wurden die aus dem Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden übernommenen Akten des Niederwürschnitz-Kirchberger Steinkohlen-Aktienvereins in den vorliegenden Bestand eingegliedert. Weiterhin erfolgte die Einordnung einer Akteneinheit aus der im November 2003 vollzogenen Übergabe von vorwiegend Rissunterlagen des Bergbaumuseums Oelsnitz/Erzgebirge an das Bergarchiv Freiberg.

Von August bis Oktober 2003 sowie im April und Oktober 2004 erfolgte die Bereinigung der oben genannten Bestände. Hinsichtlich der Bestandsabgrenzung im Jahr 1920 - Errichtung der Gewerkschaft Gottes Segen - ist mit den entsprechenden Akten der hier zusammengefassten Vorgängerunternehmen so verfahren worden, dass sie jenem Bestandsbildner zugeordnet wurden, bei denen sie den größten Zuwachs erhalten bzw. welchem sie innerhalb der Aufgabenerledigung am umfassendsten gedient haben. Zur besseren Orientierung wurde der Findbucheinleitung ein Schema zu den Steinkohlenbergwerken des Lugau-Oelsnitzer Reviers beigefügt.

Im November 2003 erfolgte vornehmlich durch Herrn Frieder Münden im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung sowie z.T. für die Bergschädenakten durch Frau Barbara Schumann im Rahmen eines Werkvertrages die Neuverzeichnung der Unterlagen in der Datenbank AUGIAS-Archiv. Anfang Dezember 2003 wurden zudem Akten des Niederwürschnitz-Kirchberger Steinkohlen-Aktienvereins aufgenommen. Im August sowie von Oktober bis November 2004 erfolgte durch Frau Regina Schulz, ebenfalls im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung, die vorerst letzte Verzeichnung. Frau Schulz erschloss zum einen Akten, die zuvor aus den Beständen Gewerkschaft Deutschland und VVB Steinkohle herausgelöst worden waren, zum anderen Zug-, Winkel- und Nivellementbücher sowie Sachakten, die dem Bestand VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz/Erzgebirge entnommen wurden.

Im Zuge der Neuverzeichnung wurden sowohl die alten Archivsignaturen als auch auf den Unterlagen enthaltene Registratursignaturen aufgenommen; eine dem Findbuch nachgestellte Konkordanz von alter zu neuer Archivsignatur leistet hier Hilfestellung. Die Titel sowie Enthält- und Darin-Vermerke wurden vorwiegend neu gebildet; die Verzeichnungsintensität entspricht mit Ausnahme des Serienschriftgutes (Mannschaftsbücher, Knappschaftsrollen, z.T. Bergschädensachen, Zug- und Winkelbücher) vornehmlich der erweiterten Verzeichnung. Insgesamt wurden bisher 319 Akteneinheiten mit einer Laufzeit von 1845 bis 1973 aufgenommen.

Da sich im Bestand 40120-1, VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz/Erzgebirge ebenfalls noch Unterlagen der im vorliegenden Bestand zusammengefassten Provenienzen bis 1889/1920 befinden, kann vorerst lediglich ein Teilfindbuch vorgelegt werden. Die Bereinigung dieses Bestandes mit anschließender Verzeichnung der relevanten Unterlagen im vorliegenden Bestand ist für den Zeitraum 2005 - 2007 geplant.


Bestandsgeschichte und -bearbeitung der Risse

Die in diesem Bestand zusammengeführten Riss- und Zeichnungsunterlagen wurden im Zuge von Beständebereinigungen und -bewertungen im Oktober/November 2002 v.a. dem Rissbestand und z.T. dem Aktenbestand VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz sowie in geringer Anzahl dem Bestand Erzgebirgische Steinkohlen-Energiegesellschaft mbH (EStEG) entnommen. Zudem erfolgte die Einordnung von relevanten Rissen aus einer im November 2003 erfolgten Übergabe des Bergbaumuseums Oelsnitz/Erzgebirge an das Bergarchiv Freiberg.
Die Rissunterlagen des Bestandes VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz einschließlich des zugehörigen Rissverzeichnisses zum Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier wurden zum größten Teil 1973 durch die Gruppenmarkscheiderei des Steinkohlenwerkes Oelsnitz dem damaligen Historischen Staatsarchiv Freiberg übergeben. Da ausgewählte Risse bis zum Abschluss der Verwahrung des Steinkohlenwerkes Oelsnitz noch benötigt wurden, konnte das Zulegerisswerk nicht vollständig übergeben werden. Diese und weitere Risse sind dann vermutlich 1997/1998 von der Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksanlagen mbH (GVV), Bergwerk Zwickau, in deren Archiv die Rissunterlagen nach Ende der Verwahrungsarbeiten z.T. gelangt sind, an das Bergarchiv Freiberg abgegeben worden; darüber hinaus hat das Steinkohlenwerk Oelsnitz aber auch dem 1986 eröffneten Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge Riss- und Zeichnungsunterlagen übergeben.
Bei dem Archiv der GVV handelte es sich um das Technisch-Historische Archiv der ehemaligen EStEG als Nachfolgebetrieb des VEB Steinkohlenkokereien August Bebel, deren Räumlichkeiten sich in der Äußeren Schneeberger Str. 100 in Zwickau befanden. Das Technisch-Historische Archiv fungierte als Unternehmens- und Steinkohlenarchiv aller in der DDR tätigen Steinkohlenbergbauunternehmen, deren wirtschaftsleitender Organe sowie aller Rechtsvorgänger. Die bis in die 40er Jahre des 19. Jahrhunderts zurückreichende Überlieferung umfasst insbesondere Unterlagen der VVB Steinkohle, der Steinkohlenwerke des Zwickauer Reviers August Bebel, Martin Hoop und Karl Marx, des Steinkohlenwerkes Oelsnitz, des Steinkohlenwerkes Willi Agatz (Freital), des Steinkohlenwerkes Plötz (Sachsen-Anhalt) sowie der Steinkohlenunternehmen des 19. und 20. Jahrhunderts vornehmlich des Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Reviers. Zum 1. Januar 1995 wurde auf Entscheid der Treuhandanstalt Berlin neben dem Bereich Kokerei / Sanierung und dem Sozialarchiv auch das Technisch-Historische Archiv aus der EStEG ausgegliedert und - unter Beibehaltung o.g. Räumlichkeiten - in die GVV übertragen.

Der Bewertung der Riss- und Zeichnungsunterlagen wurden die Kriterien der Überlieferung des für die Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenwerke Charakteristischen und des Besonderen zu Grunde gelegt. Konkret sind als archivwürdig in ihrer Gesamtheit die Urrisse und die Übersichtsrisse sowie in Auswahl die alten Risswerke (der Steinkohlenwerke bis 1920/1945), die abgelegten Urrisse, die Arbeitsrisse, ferner technische Zeichnungen über zentrale, direkt mit dem Produktionsprozess zusammenhängende Technologie und besondere Rissunterlagen - i.d.R. inhaltlich und/oder formal interessante Darstellungen - eingestuft worden. Bei der Bewertung des alten Risswerkes wurden die General- und Übersichtsrisse für allgemein archivwürdig befunden; für die Flöz- und Grubenbau-/Grubenfeldrisse wurde eine Auswahl getroffen, die die wichtigsten Grubenfelder, Baue und Flöze jedes Steinkohlenwerkes berücksichtigt.

Im November 2002 begann durch Frau Regina Schulz im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung die Neuerschließung der als archivwürdig eingestuften Riss- und Zeichnungsunterlagen in der Datenbank AUGIAS-Archiv. Diese Arbeiten wurden im August 2003 durch Frau Beate Lohse weitergeführt und von Oktober bis Anfang Dezember 2003 durch Herrn Frieder Münden ebenfalls im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung fortgesetzt und beendet.
Im Zuge der Neuverzeichnung erfolgte eine Provenienztrennung, die sich vorwiegend über den ausstellenden Betrieb definiert; auf Grund dieser Verfahrensweise bilden die Rissunterlagen des Nachfolgeunternehmens Gewerkschaft Gottes Segen einen eigenen Bestand. Weiterhin wurden die Nachbringungsvermerke der Nachfolgeunternehmen zwar aufgenommen, blieben für die Bestandsbildung resp. Bestandsabgrenzung jedoch unberücksichtigt, wodurch sich die Differenz zwischen der Laufzeit des Bestandes und dem tatsächlichen Bestehen des Unternehmens erklärt. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, in den nachfolgenden Punkt "Korrespondierende Bestände" sowie in das Schema "Steinkohlenbergwerke in Sachsen - Revier Lugau-Oelsnitz" Einsicht zu nehmen. Da mit der Neuerschließung auch eine Neusignierung erfolgte, wurde dem Findbuch eine Konkordanz von alter zu neuer Archivsignatur beigefügt.
Insgesamt wurden in den vorliegenden Bestand 209 Riss- und Zeichnungseinheiten mit einer Laufzeit von 1830 - 1975 aufgenommen. Neun Risse sind aus Bestandserhaltungsgründen für die Benutzung gesperrt.


Korrespondierende Bestände

40001 Oberbergamt Freiberg
40003 Oberbergamt Freiberg - Geognostische Gang- und Landesuntersuchungskommission
40024-21 (Landes-)Bergamt Freiberg - Steinkohle
40027-02 Oberbergamt Freiberg (neu) - Abteilung II
40039-1 Deponierte Risse zum Steinkohlenbergbau
40039-2 Deponierte Risse zum Steinkohlenbergbau - Winkelbücher
40042-1 Fiskalische Risse zum Steinkohlenbergbau
40042-2 Fiskalische Risse zum Steinkohlenbergbau - Winkelbücher
40054 Bergamt Zwickau
40060 Kohlenwerksinspektion Zwickau
40109-1 Gewerkschaft Deutschland, Oelsnitz/Erzgebirge - Akten
40109-2 Gewerkschaft Deutschland, Oelsnitz/Erzgebirge - Risse
40110-1 Gewerkschaft Gottes Segen Lugau - Akten
40110-1 Gewerkschaft Gottes Segen Lugau - Risse
40112 Sächsisches Steinkohlensyndikat mbH, Zwickau
40116-1 VEB Steinkohlenwerk Deutschland, Oelsnitz/Erzgebirge - Akten
40116-2 VEB Steinkohlenwerk Deutschland, Oelsnitz/Erzgebirge - Risse
40117-1 Steinkohlenbauvereine des Lugau-Oelsnitzer Reviers - Akten
40118-1 VEB Steinkohlenwerk Karl Liebknecht - Akten
40118-2 VEB Steinkohlenwerk Karl Liebknecht - Risse
40120-1 VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz/Erzgebirge - Akten
40120-2 VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz/Erzgebirge - Risse


Literaturhinweise

Eine wissenschaftliche Aufbereitung der Geschichte der Steinkohlenbauvereine des Lugau-Oelsnitzer Reviers existiert nicht.
Gleichwohl finden sich nützliche Informationen in folgenden Publikationen:


R.F. Koettig, Geschichtliche, technische und statistische Notizen über den Steinkohlen-Bergbau Sachsens, Leipzig 1861

Waldemar May, Otto Stutzer, August Eckhard, 75 Jahre Gemeinschaftsarbeit der Sächsischen Steinkohlenwerke, Zwickau 1936

Rolf Vogel, Das Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier, Hohenstein-Ernstthal 1994.

Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen, versch. Jge.

Freiberg, 17.12.2003 (Risse), 17.12.2003/01.09.2004 / 10.01.2005 (Akten)

M. Harring


Fürstlich-Schönburgisches Steinkohlenwerk.- Aktiengesellschaft Steinkohlenwerk Vereinsglück.- Oelsnitzer Bergbaugesellschaft/-gewerkschaft.- Aktiengesellschaft Steinkohlenbauverein Deutschland.- Steinkohlenbauverein Gottes Segen.- Lugauer Steinkohlenbauverein.- Lugauer Steinkohlenbauverein / Gewerkschaft Rhenania.- Steinkohlenbauverein Hohndorf.- Steinkohlen-Aktiengesellschaft Bockwa-Hohndorf-Vereinigtfeld.- Niederwürschnitz-Kirchberger Steinkohlen-Aktienverein.- Lugau-Niederwürschnitzer Steinkohlenbauverein.- Gersdorfer Steinkohlenbauverein.- Steinkohlenbauverein Kaisergrube.- Steinkohlenbauverein Concordia.- Steinkohlenbauverein / AG Saxonia.- Oberlungwitz-Rödlitzer Steinkohlenbauverein.- Sächsische Steinkohlen-Compagnie.- Hohndorf-Bernsdorfer Steinkohlenbauverein.- Grünaer Steinkohlenbauverein.- Gewerkschaft Oberzschocken.- Lugauer Steinkohlenbauverein Westphalia.- Oelsnitzer Brikettwerke Glückauf, Oskar Förster.
Akten: Abbaurechte.- Allgemeiner Geschäftsverkehr.- Bau- und Grundstücksangelegenheiten.- Betriebs- und Geschäftsberichte.- Gründungsunterlagen.- Knappschaftsmitgliederverzeichnisse.- Mannschaftsbücher.- Schächte.- Schriftverkehr mit Behörden und Vereinen.- Sitzungsprotokolle.
Risse: Generalia.- Grund- und Seigerrisse.- Flach- und Spezialrisse.- Grubenfelder.- Tagegegenden, Lagepläne, Übersichtspläne und -risse, Flurkarten.- Maschinen, Anlagen, Werkzeug und Geräte.- Gebäude.
Nachdem bereits im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts auf Hohensteiner Flur eine Steinkohlenader abgebaut worden war, stieß man 1831 in Neuoelsnitz erstmals auf karbonische Steinkohle. Den daraufhin bis 1841 angelegten Versuchsschächten war auf Grund fehlender Erfahrungen über die Abbauverhältnisse sowie unzureichender Betriebsmittel wenig Erfolg beschieden. Erst 1844 konnte Karl Gottlob Wolf auf Neuoelsnitzer Flur die erste Steinkohle fördern. In der Folgezeit legten Grundstückseigner und Kohlebauern in Neuoelsnitz und Niederwürschnitz zahlreiche Schächte an, die zum Großteil bereits 1845-1846 wegen Geldmangels wieder stillgelegt wurden. Nur kapitalstarke Unternehmen wie das 1843 gegründete Fürstlich-Schönburgische Steinkohlenwerk sowie die 1844 und 1845 gegründeten Steinkohlenbauvereine zu Niederwürschnitz-Kirchberg und Lugau-Niederwürschnitz konnten sich behaupten. Der 1855 ins Leben gerufene Lugauer Steinkohlenbauverein Rhenania musste zwar fünf Jahre später stillgelegt, konnte jedoch 1872 neu errichtet werden.
Da mit dem zunehmenden Einsatz von Dampfmaschinen die Nachfrage nach Kohle stieg, die zahlreichen Kleinbetriebe die finanziellen Mittel zu Ausbau und Modernisierung der Schacht- und Förderanlagen jedoch nicht aufzubringen vermochten, vereinigten sich Grundbesitzer, Fabrikanten und Kaufleute zu leistungsstärkeren Gesellschaften bzw. Gewerkschaften. Hierzu zählen der 1855 gegründete Zwickau-Lugauer Steinkohlenbauverein sowie die im folgenden Jahr ins Leben gerufenen Werke Steinkohlenbauverein Gottes Segen und Oelsnitzer Bergbaugesellschaft. 1858 wurde mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie von Niederwürschnitz nach Wüstenbrand die notwendige Infrastruktur zur Anbindung an Chemnitz geschaffen. Mit dem Ausbleiben englischer Kohle auf dem deutschen Markt setzte Anfang der 1870er Jahre ein Aufschwung der bestehenden Steinkohlenwerke ein. Gleichzeitig wurden zahlreiche Unternehmen gegründet, so u.a. 1871 die Aktiengesellschaften Steinkohlenwerk Vereinsglück und Steinkohlenbauverein Deutschland, ferner die Steinkohlenbauvereine Kaisergrube, Concordia, Hohndorf und Gersdorf, letzterer als größtes und rentabelstes Werk im Lugau-Oelsnitzer Revier, sowie 1872 die Steinkohlen-Aktiengesellschaft Bockwa-Hohndorf-Vereinigtfeld. In den folgenden Jahrzehnten zwangen hohe Kosten, z.T. schwierige Grubenverhältnisse, zurückgehender Kohlenabsatz, insbesondere jedoch der Erste Weltkrieg und seine Folgen zahlreiche Unternehmen zu Betriebsstilllegungen. 1920 übernahm die Gewerkschaft Deutschland die 1919 aufgelöste Oelsnitzer Bergbaugewerkschaft sowie das Gesamtvermögen des Steinkohlenbauvereins Hohndorf. Ebenso kam es verstärkt zu Betriebszusammenlegungen. So erfolgte 1920 die Zusammenlegung der zuvor vom sächsichen Staat übernommenen Steinkohlenbauvereine Gottes Segen und Lugau mit der Gewerkschaft Kaisergrube und der Steinkohlen-Aktiengesellschaft Vereinigtfeld zur Gewerkschaft Gottes Segen. Ab 1921 existierten mit der 1889 aus der Aktiengesellschaft Steinkohlenbauverein Deutschland gegründeten Gewerkschaft Deutschland, der Gewerkschaft Gottes Segen und dem Gersdorfer Steinkohlenbauverein noch drei Steinkohlenbergbau-Unternehmen im Lugau-Oelsnitzer Revier.
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