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Beständeübersicht

Bestand

22395 Nachlass Roland Opitz

Datierung1957 - 1991
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)0,33
Biographie Roland Opitz

Der Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer Prof. Dr. sc. phil. Roland Opitz war von 1987 bis 1990 Verlagsleiter bei Philipp Reclam junior in Leipzig. Er wurde am 23. Mai 1935 in Stollberg (Erzgebirge) als Sohn des Korrektors Kurt Opitz und der Stenotypistin Ilse Opitz (geb. Leonhardt) geboren. Von 1940 bis 1943 besuchte er in Leipzig zunächst die Volksschule, anschließend die Oberrealschule sowie ab 1945 die Ostwald-Oberschule. Nach dem Abitur 1951 studierte er ein Jahr Slawistik am Slawischen Institut der Universität Leipzig, anschließend fünf Jahre Russistik an der Staatlichen Lomonossow-Universität in Moskau.
Nach seiner Universitätsabschlussprüfung als Dipl. Lehrer für Russisch war Opitz von 1957 bis 1965 als wissenschaftlicher Assistent (ab 1964 als Oberassistent) am slawischen Institut, Abteilung Russische und Sowjetische Literatur der Karl-Marx-Universität (KMU) Leipzig, tätig, später dann als wissenschaftlicher Aspirant und Lehrbeauftragter am Institut für Slawistik an der Philologischen Fakultät (bis 1969) sowie an der Sektion Kulturwissenschaft und Germanistik (1969 bis 1970). An derselben Sektion war er ab 1970 für zwei Jahre wissenschaftlicher Oberassistent für Russische Literatur und Literaturtheorie am Fachbereich Literaturtheorie, bevor er 1972 zum Hochschuldozenten für Literaturtheorie und sozialistische Weltliteratur berufen wurde und bis 1975 am Fachbereich Deutsche Literaturgeschichte und Literaturtheorie lehrte.
Gleichzeitig hatte Opitz 1962 zur Schaffensmethode des russischen Dichter Michail Lermontov promoviert, zehn Jahre später wurde er mit seiner Arbeit über die Philosophie und Komposition des russischen Schriftstellers Leonid Maximowitsch Leonow habilitiert. 1975 folgte schließlich die Berufung zum ordentlichen Professor für Russische Literatur und Literaturtheorie, die er bis 1987 innehatte. Zudem war er von 1983 bis 1986 Sektionsdirektor der Sektion Germanistik und Literaturwissenschaft und gab zwischen 1967 und 1990 zusätzlich Seminare zur russischen Literatur am Institut für Literatur "Johannes R. Becher" in Leipzig.
1987 übernahm Opitz schließlich als Verlagsdirektor die Leitung von Philipp Reclam junior in Leipzig (bis 1990), parallel dazu wurde er zum Honorarprofessor für Russische und Sowjetische Literatur an der KMU Leipzig berufen. 1990 folgte er dem Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin (HU), wo er sich als außerordentlicher Professor für Russische Literatur am Institut für Slawistik vorwiegend mit dem Leben und Werk Fjodor Dostojewskis auseinandersetzte und außerdem die Werkausgaben von Lermontow, Leonow, Aitmatow und Pilnjak sowie zahlreiche Anthologien herausgab.
Nach Auslaufen seines befristeten Arbeitsvertrags an der HU Berlin ging er 1997 in Rente, übte aber von 1999 bis 2003 das Amt des Präsidenten der Deutschen Dostojewskij-Gesellschaft aus.
Roland Opitz starb am 1. Januar 2015 in Leipzig im Alter von 80 Jahren.

Bestandsgeschichte und -bearbeitung

Der Nachlass von Roland Opitz wurde dem Staatsarchiv Leipzig 2016 von dessen Witwe Dr. Antonia Opitz als Schenkung angeboten und am 29.04.2016 übergeben, die Unterlagen gingen mittels Schenkungsvertrag in das Eigentum des Staatsarchivs über. Bis zum Zeitpunkt seiner Bearbeitung galt der Bestand als nicht erschlossen, es existierte lediglich ein Abgabeverzeichnis. Die Sichtung, Ordnung und Erschließung der Unterlagen wurden 2017 vorgenommen, wobei die vorgefundene Ordnung so weit wie möglich beibehalten wurde. Das Findbuch wurde mit etwas zeitlichem Abstand im September 2019 fertiggestellt. Der Bestand hat einen Umfang von ca. 0,25 lfm bzw. 16 Verzeichnungseinheiten. Zur Erfassung wurde die Archivsoftware AUGIAS 9.1 verwendet.

Überlieferungsschwerpunkte

Im Bestand befindet sich eine Vielzahl von Typoskripten Roland Opitz, darunter seine Diplomarbeit an der Lomonossow-Universität in Moskau aus dem Jahr 1957 und seine Dissertation "Die Schaffensmethode Lermontows in dem Poem ‚Mzyri'" (1962), jedoch auch diverse kleinere Aufsätze. Des Weiteren sind neben einzelnen persönlichen Dokumenten und privater Korrespondenz auch Unterlagen und einzelne Bände zum Buchprojekt "Gutenberg-Presse" sowie Material zum Projekt "Friedensbibliothek" enthalten. Aus seiner Tätigkeit als Verlagsdirektor bei Philipp Reclam junior in Leipzig ist vergleichsweise wenig überliefert, erwähnenswert sind vor allem zwei Mappen mit den Titeln "Verlagserinnerungen" und "Export"; letztere umfasst im Wesentlichen Reiseberichte zu Buchmessen und den Vertrieb von Verlagsausgaben in der Bundesrepublik Deutschland.

Hinweise für die Benutzung

Im Bestand befinden sich urheberrechtlich geschützte Unterlagen sowie personenbezogene Dokumente. Die Benutzung dieser Archivalien ist nur nach gesonderter Prüfung des Einzelfalls möglich.

Verweise auf korrespondierende Bestände

21088 Philipp Reclam jun., Leipzig

Falk Wangemann

September 2019
Persönliche Dokumente.- Buchprojekte.
Roland Opitz (1934 - 2015) studierte in Leipzig und Moskau. In den 1970er Jahren wurde er Professor für Russische Literatur und Literaturtheorie an der Universität Leipzig. Von 1987 bis 1990 war er Verlagsleiter bei Philipp Reclam jun., Leipzig.
  • 2019 | Findbuch / Datenbank
  • 2024-02-13 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5
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