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Beständeübersicht

Bestand

40069 Bergbehörde Freiberg

Datierung1946 - 1967
Benutzung im Bergarchiv Freiberg
Umfang (nur lfm)23,21
Behördengeschichte

Aufgrund der Verfügung des Vertreters des Obersten Chefs der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland Nr. 63 vom Juli 1946 wurde zur Verbesserung der Aufsicht über den Betrieb und die technische Sicherheit des Erz- und Kohlenbergbaus die für das Land Sachsen zuständigen Bergämter Dresden, Leipzig und Zwickau in Technische Bergbauinspektionen umgewandelt. Ab Januar 1947 führten die Bergbauinspektionen zur besseren Unterscheidung der ihnen vorgesetzten Dienststelle in der Deutschen Zentralverwaltung die Bezeichnung Technische Bezirksbergbauinspektion (TBBI).
Als den TBBI übergeordnete Abteilung wurde im Oktober 1946 bei der Deutschen Zentralverwaltung der Brennstoffindustrie die Zentral-Bergbauinspektion eingerichtet, deren Bezeichnung man kurz darauf in Abteilung IV, Technische Bergbauinspektion änderte.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1947 wurden die TBBI Leipzig und Görlitz aufgelöst. Ihre Aufgaben übernahm die TBBI Dresden, die ihren Sitz bis 1949 in Leipzig hatte. Deren Aufgabenbereich erstreckte sich auf die späteren Bezirke Dresden und Leipzig sowie auf die Kreise Freiberg und Brand-Erbisdorf.

Zum 1. Januar 1949 wurde eine Neuabgrenzung der TBBI vorgenommen. Dabei fielen die Kreise Leipzig, Borna, Grimma, Oschatz, Döbeln und Rochlitz an die TBBI Zeitz. Zur TBBI Senftenberg gehörte fortan der Kreis Hoyerswerda und die nördlich der Bahnlinie Hoyerswerda - Horka - Polen gelegenen Teile der Kreise Görlitz und Weißwasser. Die zum Steinkohlenwerk Freital gehörigen Betriebe wurden der TBBI Zwickau unterstellt.

Nach der Verlagerung der TBBI Dresden nach Freiberg wurde diese in TBBI Freiberg umbenannt. Ab März 1954 musste sie die Aufsicht über die Kreise Zittau, Löbau, Görlitz und Niesky an die TBBI Senftenberg abgeben. Die Aufsicht über die Kreise Hainichen und Rochlitz wurde von der TBBI Zwickau übernommen.

Am 1. September 1959 beschloss der Ministerrat der DDR die Neubildung der Obersten Bergbehörde der DDR, die aus der Technischen Bergbauinspektion als zentrales, dem Ministerrat unmittelbar unterstelltes Organ der staatlichen Verwaltung mit Sitz in Leipzig entstand. Damit war die Umwandlung der Technischen Bezirksbergbauinspektionen (Freiberg, Zwickau) sowie der Technischen Bergbauinspektion der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut in Bergbehörden mit regionalen Zuständigkeitsbereichen verbunden. Der Leiter der obersten Bergbehörde grenzte 1960 die Dienstbereiche der Bergbehörden nach territorialen Gesichtspunkten ab. Danach war die Bergbehörde Freiberg für den Bezirk Dresden und die Kreise Hainichen, Freiberg und Brand-Erbisdorf des Bezirks Karl-Marx-Stadt zuständig. Diese territoriale Aufteilung durchbrach schon zu diesem Zeitpunkt die Bergbehörde Karl-Marx-Stadt, die für sämtliche Betriebe der Sowjetisch-Deutschen-Aktiengesellschaft Wismut unabhängig von deren örtlicher Lage zuständig war.

Die Hauptaufgabe der Bergbehörde Freiberg bestand in der Überwachung der technischen Sicherheit im Bergbau, der Arbeiten, Anlagen, Einrichtungen, Ausrüstungen und Materialien in Bergbaubetrieben, insbesondere im Hinblick auf die Durchführung von Maßnahmen zur Verhüttung von Unfällen, Bränden, Katastrophen und sonstigen Betriebsstörungen. Die Aufgaben erstreckten sich auch auf die Qualifikation der Aufsichtspersonen, Arbeiter, der Ausbildung von Hoch- und Fachschulkadern sowie der Ausbildung, Prüfung und Zulassung der Markscheider.
Das Territorialprinzip wurde Mitte der sechziger Jahre durch das Produktionsprinzip weiter ausgehöhlt. Die Bergbehörde Freiberg beaufsichtigte ab 1964 den Erzbergbau in den Bezirken Dresden und Karl-Marx-Stadt.
Zum 1. Oktober 1967 wurden die Bergbehörden Zwickau und Freiberg aufgelöst und ihre Aufgaben der Bergbehörde Karl-Marx-Stadt zugewiesen.

Bestandsgeschichte
Die Unterlagen der Bergbehörde Freiberg und ihrer Vorgänger (Technische Bezirksbergbauinspektion Dresden bzw. Freiberg) wurden 1967 mit einem Ablieferungsverzeichnis von der Bergbehörde Karl-Marx-Stadt an das Bergarchiv übergeben. Eine weitere Übernahme erfolgte im Februar 1990 mit Abschluss des bis 1970 stattgefundenen Schriftverkehrs zwischen der Bergbehörde Karl-Marx-Stadt, der Obersten Bergbehörde der DDR und dem VEB Bergbau- und Hüttenkombinat "Albert Funk" Freiberg.
In den achtziger Jahren wurde ein maschinenschriftliches Findmittel erstellt. Durch die Bindung des Bestandes erfolgte die Trennung umfangreicher Akten in einzelne Bände. Damit war ein Nachvollzug der zu einer Akte gehörigen Bände nicht mehr möglich.
Um die Benutzung des Bestandes zu verbessern wurde er im Januar 2006 mit neuen laufenden Nummern versehen. Gleichzeitig erfolgte die Reinigung, Etikettierung und Kartonierung des Bestandes. Im Anschluss wurde im Rahmen eines Werkvertrages mit der Konvertierung des Findmittels in das Archivprogramm Augias 7.4 begonnen. Die Ordnung des Bestandes beruht auf einer einheitlichen Systematik. Im Feld Alte Archivsignatur wurden die alten Archivsignaturen vermerkt. Eine Konkordanz wurde erstellt. Ein beigefügtes Abkürzungsverzeichnis löst die im Findbuch verwendeten Abkürzungen auf. Eine Auflösung der Abkürzungen im Darin-Vermerk erfolgte nicht.

Korrespondierende Bestände
40024 (Landes-)Bergamt Freiberg
40095 VEB Bergbau- und Hüttenkombinat "Albert Funk" Freiberg mit Vorgängern und Nachfolgern
40139 VEB Zinnerz Altenberg mit Vorgängerbetrieben
40027 Oberbergamt Freiberg (neu)
40066 Technische Bezirksbergbauinspektionen Dresden, Zwickau und Freiberg
40064 Technisches Büro des Bergbaues und der Brennstoffindustrie des Landes Sachsen
40092 Industrieverwaltung 6 (Erzbergbau)
40105 Sachsenerz Bergwerks AG
40070 Bergbehörde Karl-Marx-Stadt
40028 Oberbergamt Freiberg (neu) - Staatliche Bergwirtschaftsstelle
40037 Deponierte Risse der Steine- und Erdenindustrie
40040 Fiskalische Erzrisse
40070 Bergbehörde Karl-Marx-Stadt

Bundesarchiv Berlin, Bestand: Oberste Bergbehörde der DDR, Leipzig/Bestandssignatur DF 9


Literaturverzeichnis

Löwe, Karl: Die Entwicklung der Bergaufsicht auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik nach der Zerschlagung des Faschismus, Freiberg 1968.


Freiberg, 20.02.2007
Christa Unger

(Ergänzung 2014 durch Helmert)


Organisation.- Geschäftsführung und allgemeine Angelegenheiten.- Ausbildung von Bergbaustudierenden.- Soziales.- Tarifverträge.- Prämienwesen.- Beschäftigung von Frauen und Jugendlichen.- Unfälle.- Bergpolizei.- Arbeits- und Gesundheitsschutz.- Lagerstättenuntersuchungen.- Markscheidewesen.- Grubenbetrieb.- Betriebspläne.- Einzelne Braunkohlenwerke.- Steine- und Erdenindustrie.- Betriebsakten des VEB Bergbau- und Hüttenkombinats Albert Funk, des VEB Zinnerz Ehrenfriedersdorf, des VEB Zinnerz Sadisdorf.- Talsperren Rauschenbach, Eibenstock und Kuhnhaide.- Tunnelbau Edle Krone in Freital.
1959 beschloss der Ministerrat der DDR die Neubildung der Obersten Bergbehörde der DDR, die aus der Technischen Bergbauinspektion als zentrales, dem Ministerrat unmittelbar unterstelltes Organ der staatlichen Verwaltung mit Sitz in Leipzig entstand. Damit war die Umwandlung der Technischen Bezirksbergbauinspektion (Freiberg, Zwickau) sowie der Technischen Bergbauinspektion der SDAG Wismut in Bergbehörden mit regionalen Zuständigkeitsbereichen verbunden.
Der Leiter der obersten Bergbehörde grenzte 1960 die Dienstbereiche der Bergbehörden nach territorialen Gesichtspunkten ab. Danach war die Bergbehörde Freiberg für den Bezirk Dresden und die Kreise Hainichen, Freiberg und Brand-Erbisdorf des Bezirks Karl-Marx-Stadt zuständig. Diese territoriale Aufteilung durchbrach bereits damals die Bergbehörde Karl-Marx-Stadt, die für sämtliche Betriebe der SDAG Wismut unabhängig von deren örtlichen Lage zuständig war. Das Territorialprinzip wurde Mitte der sechziger Jahre durch das Produktionsprinzip weiter ausgehöhlt. Die Bergbehörde Freiberg beaufsichtigte demnach den Erzbergbau in den Bezirken Dresden und Karl-Marx-Stadt.
Zum 1. Oktober 1967 wurden die Bergbehörden Zwickau und Freiberg aufgelöst. Ihre Aufgaben wurden der Bergbehörde Karl-Marx-Stadt zugewiesen.
  • 1970/2007/2012 | Findbuch/Datenbank
  • 2021-09-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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