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Beständeübersicht

Bestand

21115 NSDAP-Ortsleitung Bad Lausick

Datierung1930 - 1934, 1945
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)0,11
Zur Geschichte der NSDAP-Ortsleitung Bad Lausick

Im Oktober 1921 gründete sich die erste Ortsgruppe der sächsischen NSDAP in Zwickau.[01] Die NSDAP war in dieser Zeit eine von vielen radikal rechten Splitterparteien ohne nennenswerten Einfluss. Nach der Ermordung des Reichsaußenministers Walther Rathenau (1867-1922) im Dezember 1922 sprach die amtierende sächsische Landesregierung ein Versammlungsverbot für die NSDAP aus. Die Mitglieder in Leipzig hielten weiterhin Versammlungen unter dem Decknamen "Deutsche Arbeitsgemeinschaft" ab.[02] Die sächsische Landesregierung unter Erich Zeigner (SPD) verbot am 24. März 1923 die Partei, jedoch formierten sich die Mitglieder nach kurzer Zeit neu und gründeten im August 1923 die Nachfolgeorganisation "Verein deutsche Flagge".
Nach dem Hitler-Putschversuch im November 1923 wurde ein reichsweites NSDAP-Verbot ausgesprochen.[03] Einer der getöteten Putschisten war der gebürtige Oschatzer Claus von Pape[04] . Bereits am 4. Dezember 1924 wurde das NSDAP-Verbot in Sachsen wieder aufgehoben. Spätestens im September 1930 hatte die NSDAP den Durchbruch zur Massenpartei vollzogen.[05] NSDAP-Ortsgruppenleiter in Bad Lausick war 1932 Fritz Papsdorf. Die NSDAP-Ortsgruppe Bad Lausick gehörte zur NSDAP-Kreisleitung Borna.[06] Der nebenberufliche Ortsgruppenleiter wurde von der Kreisleitung ernannt. Ihm unterstanden die Zellen- und Blockleiter sowie sämtliche "Politischen Leiter" in seinem Hoheitsgebiet. Die Ernennung der "Politischen Leiter" erfolgte durch den hauptamtlichen Kreisleiter auf Vorschlag durch den Ortsgruppenleiter. Dieser war für die politische und weltanschauliche Erziehung der gesamten Bevölkerung in seinem Zuständigkeitsbereich verantwortlich. Er war zum einen für die Genehmigung von Parteiveranstaltungen verantwortlich, zum anderen für die Unterbindung von Veranstaltungen, die den Interessen der NSDAP entgegenstanden.[07] Bei der Reichspräsidentenwahl am 13. März 1932 im Bereich der Ortsgruppe Bad Lausick erhielt Paul von Hindenburg 2171 Stimmen (34,2%), Adolf Hitler 2951 Stimmen (46,4%), Ernst Thälmann 818 Stimmen (12,9%) und Theodor Duesterberg 436 Stimmen (6,9%). Zu dieser Zeit hatte die Ortsgruppe 217 Mitglieder. [08]

Bestandsgeschichte- und Bearbeitung

Der Bestand wurde 2010 von Thekla Kluttig erschlossen. Eine Akte wurde bei der Bearbeitung in zwei Teile geteilt. Der Bestand umfasst Dokumente von 1930-1934 und 1945. Die Findbucheinleitung wurde 2025 vom Praktikanten Jonas Wenker geschrieben.

Verweise auf korrespondierende Bestände

Auch bei den folgenden Beständen handelt es sich nur um Splitterüberlieferungen von rund 10 Zentimetern Umfang:

• 21118 NSDAP-Kreisleitung Oschatz
• 21116 NSDAP-Kreisleitung Leipzig
• 21117 Sicherheitsdienst des Reichsführers SS, SD-Abschnitt Leipzig

Für personenbezogene Recherchen ist ergänzend heranzuziehen:

• 22067 NS-Archiv des MfS, Bezirksverwaltung Leipzig (Objekt 13)

Literatur

Broszat, Martin: Die Machtergreifung. Der Aufstieg der NSDAP und die Zerstörung der Weimarer Republik, München, 1990.

Düwell, Kurt: Gauleiter und Kreisleiter als regionale Gewalten des NS-Staates in: Horst Möller u. a. (Hrsg.): Nationalsozialismus in der Region (Sondernummer Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte), München 1996, S. 161-175.

Lapp, Benjamin: Der Aufstieg des Nationalsozialismus in Sachsen, in: Reiner Pommerin (Hrsg.): Dresden unterm Hakenkreuz (Dresdner Historische Studien, Bd. 3), Köln 1998, S. 1-24.

Reichsorganisationsleiter der NSDAP (Hrsg.): Organisationsbuch der NSDAP, München 1943, S. 118-129.

Wagner, Andreas: Die nationalsozialistische "Machtergreifung" in der Amtshauptmannschaft Leipzig 1933 (Stadtgeschichte, 1/2004), Beucha 2004.

Jonas Wenker
Januar 2025


[01] Lapp, Benjamin: Der Aufstieg des Nationalsozialismus in Sachsen, in: Reiner Pommerin (Hrsg.): Dresden unterm Hakenkreuz (Dresdner Historische Studien, Bd. 3), Köln 1998, S. 2.
[02] Wagner, Andreas: Die nationalsozialistische "Machtergreifung" in der Amtshauptmannschaft Leipzig 1933 (Stadtgeschichte, 1/2004), Beucha 2004, S. 36.
[03] Ebd., S. 49.
[04] Michael, Wolfgang: Der Aufstieg des Nationalsozialismus und seine "Machtergreifung" in Oschatz 1928-1933. Oschatzer Geschichte(n) Heft 3, Oschatz 2007. S. 21.
[05] Broszat, Martin: Die Machtergreifung. Der Aufstieg der NSDAP und die Zerstörung der Weimarer Republik, München, 1990, S. 113.
[06] Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, 21115 NSDAP-Ortsleitung Bad Lausick, Nr. 2.
[07] Reichsorganisationsleiter der NSDAP (Hrsg.): Organisationsbuch der NSDAP, München 1943, S. 118-129.
[08] Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, 21115 NSDAP-Ortsleitung Bad Lausick, Nr. 2.
Punktuelle Überlieferung (Mitgliederaufstellungen, Rundschreiben, Hilfskasse der NSDAP).
NSDAP-Ortsgruppenleiter in Bad Lausick war 1932 Fritz Papsdorf. Die NSDAP-Ortsgruppe Bad Lausick gehörte zur NSDAP-Kreisleitung Borna. Der nebenberufliche Ortsgruppenleiter wurde von der Kreisleitung ernannt. Ihm unterstanden die Zellen- und Blockleiter sowie sämtliche "Politischen Leiter". Die Ernennung der "Politischen Leiter" erfolgte durch den hauptamtlichen Kreisleiter auf Vorschlag durch den Ortsgruppenleiter. Dieser war für die politische und weltanschauliche Erziehung der Bevölkerung in seinem Zuständigkeitsbereich verantwortlich. Bei der Reichspräsidentenwahl am 13. März 1932 im Bereich der Ortsgruppe Bad Lausick erhielt Paul von Hindenburg 2171 Stimmen (34,2%), Adolf Hitler 2951 Stimmen (46,4%), Ernst Thälmann 818 Stimmen (12,9%) und Theodor Duesterberg 436 Stimmen (6,9%). Zu dieser Zeit hatte die Ortsgruppe 217 Mitglieder.
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