Beständeübersicht
Bestand
21118 NSDAP-Kreisleitung Oschatz
| Datierung | 1937 - 1943 |
|---|---|
| Benutzung im | Staatsarchiv Leipzig |
| Umfang (nur lfm) | 0,11 |
Zur Geschichte der NSDAP-Kreisleitung Oschatz
Im Oktober 1921 gründete sich die erste Ortsgruppe der sächsischen NSDAP in Zwickau.[01] Die NSDAP war in dieser Zeit eine von vielen radikal rechten Splitterparteien ohne nennenswerten Einfluss. Nach der Ermordung des Reichsaußenministers Walther Rathenau (1867-1922) im Dezember 1922 sprach die amtierende sächsische Landesregierung ein Versammlungsverbot für die NSDAP aus. Die Mitglieder in Leipzig hielten weiterhin Versammlungen unter dem Decknamen "Deutsche Arbeitsgemeinschaft" ab.[02] Die sächsische Landesregierung unter Erich Zeigner (SPD) verbot am 24. März 1923 die Partei, jedoch formierten sich die Mitglieder nach kurzer Zeit neu und gründeten im August 1923 die Nachfolgeorganisation "Verein deutsche Flagge".
Nach dem Hitler-Putschversuch im November 1923 wurde ein reichsweites NSDAP-Verbot ausgesprochen.[03] Einer der getöteten Putschisten war der gebürtige Oschatzer Claus von Pape[04] . Bereits am 4. Dezember 1924 wurde das NSDAP-Verbot in Sachsen wieder aufgehoben. Eine erste Ortsgruppe der NSDAP in Oschatz gründete sich im Herbst 1929 unter dem Ortsgruppenleiter Gustav Töpfer. Bei den Landtagswahlen in Sachsen am 12. Mai 1929 erhielt die NSDAP in der Stadt Oschatz 1,8 Prozent der Stimmen, in Mügeln 3,6 Prozent und in der restlichen Amtshauptmannschaft Oschatz 2,6 Prozent.[05]
Der Tod Töpfers im November 1929 führte zu einer nachhaltigen Schwächung der Parteistruktur. Die Nachfolger wechselten schnell und häufig: Auf Max von der Gönna folgte Anfang 1931 Johannes Päsler, ab Oktober desselben Jahres Herbert Thümmel. Von Januar bis Juli 1932 war Walter Beulich Ortsgruppenleiter.
Mit der "Dienstvorschrift für P. O. der NSDAP" wurde im Juli 1932 die Strukturebene der Parteikreise geschaffen. Sie standen hierarchisch zwischen dem Gau und der Ortsgruppe.[06] Erster Kreisleiter im Parteikreis Oschatz (identisch mit der Amtshauptmannschaft Oschatz) wurde Hans Blandow in Personalunion als Ortsgruppenleiter Oschatz und Kreisleiter Oschatz.[07] Blandow war als Kreisleiter unmittelbar dem Gauleiter von Sachsen unterstellt. Kreisleiter bildeten die unterste hauptamtlich geleitete Parteieinheit. Sie waren an die fachlichen Weisungen der Gauamtsleiter gebunden. Dem Kreisleiter waren wiederum die politischen Leiter der Kreisämter und die Ortsgruppenleiter eines Kreises untergeordnet. Der Kreisleiter war gegenüber dem Gauleiter für die politische und weltanschauliche Erziehung der gesamten Bevölkerung in seinem Hoheitsgebiet verantwortlich. Demzufolge besaß er ein besonderes Aufsichtsrecht und konnte Veranstaltungen und Handlungen verbieten, die diesem Ziel entgegenstanden. Der Kreisleiter war auch für die "Politischen Beurteilungen" zuständig[08] und konnte so u. a. die Einstellung und Entlassung von kommunalen Angestellten stark beeinflussen. Im Austausch mit dem Sicherheitsdienst (SD) und der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) war er an der Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung beteiligt. Seit 1939 oblag dem Kreisleiter die Organisation der "Heimatfront".[09]
Bei der Reichspräsidentenwahl 1932 in der Stadt Oschatz erhielt Adolf Hitler 25,2% der Stimmen (reichsweit 30,1%) und Paul von Hindenburg 57,5% (49,5%). In der restlichen Amtshauptmannschaft Oschatz erreichte Hitler in vielen Gemeinden die (absolute) Mehrheit.[10]
Oskar Zschake-Papsdorf wurde Ende 1932 zum NSDAP-Kreisleiter von Oschatz ernannt. Nachdem dieser im November 1933 in den Reichstag einzogen war, wurde Hermann Groine, bereits 1931-1934 Kreisleiter in Döbeln, am 10. Mai 1934 sein Nachfolger.[11] In Oschatz gab es 1939 drei Ortsgruppen der NSDAP. Max Albrecht, seit 1933 Bürgermeister und Ortsgruppenleiter von Mügeln und seit dem 1. Dezember 1939 neuer Bürgermeister in Oschatz, übte von Juni 1940 bis Kriegende die Funktion des kommissarischen Stellvertreters des Kreisleiters aus.
Am 19. September 1940 wurde die Landarbeiterin Dora von Nessen des unerlaubten Umgangs mit einem polnischen Fremdarbeiter bezichtigt, auf Befehl Albrechts verhaftet und für mehrere Stunden im Oschatzer Pranger bloßgestellt. Mindestens drei solcher Schaustellungen im Oschatzer Pranger konnten nachgewiesen werden. Immer wieder rief die NSDAP-Kreisleitung zu Spenden für die Wehrmacht oder zur Unterstützung deutschstämmiger Umsiedler auf. Am 31. Juli 1941 fiel der ehemalige Kreisleiter Hermann Groine an der Ostfront. Im Dezember 1941 wurde die NSDAP-Ortsleitung Oschatz für ihre vorbildliche kulturelle Arbeit um dörflichen und landstädtischen Raum geehrt. Zum 31. März 1945 trat Max Albrecht als Bürgermeister zurück, "um sich ganz dem heroischen Abwehrkampf gegen den Feind zu widmen". Die Amtsgeschäfte übernahm der Beigeordnete Wolf. Nachdem am 23. April die letzten Wehrmachtseinheiten die Stadt verlassen hatten, wurde am Abend des 25. April 1945 Oschatz zur freien Stadt erklärt und von amerikanischen Truppen besetzt. Albrecht hatte zuvor eine kampflose Übergabe strikt abgelehnt. Nach Protesten aus der Oschatzer Bevölkerung gab er jedoch nach und verließ, zusammen mit dem Kampfkommandanten und weiteren Amtsträgern der Partei, spätabends die Stadt. Infolgedessen kam er wohl bei einem Autounfall in Zehren bei Meißen ums Leben.[12]
Bestandsgeschichte- und bearbeitung
Der Bestand wurde 2010 von Thekla Kluttig erschlossen. Die Handakte des NSDAP-Kreisleiters Max Albrecht wurde bei der Bearbeitung in die Nummern 1 bis 3 aufgeteilt. Neben der Handakte befinden sich nur Formblätter zur Beurteilung einzelner Personen im Bestand. Der Bestand umfasst Dokumente von 1937 bis 1943. In Vorbereitung der Online-Stellung des Bestandes wurde die Findbucheinleitung 2025 vom Praktikanten Jonas Wenker verfasst.
Verweise auf korrespondierende Bestände
Auch bei den folgenden Beständen handelt es sich nur um Splitterüberlieferungen von rund 10 Zentimetern Umfang:
• 21115 NSDAP-Kreisleitung Bad Lausick
• 21116 NSDAP-Kreisleitung Leipzig
• 21117 Sicherheitsdienst des Reichsführers SS, SD-Abschnitt Leipzig
Für personenbezogene Recherchen ist ergänzend heranzuziehen:
• 22067 NS-Archiv des MfS, Bezirksverwaltung Leipzig (Objekt 13)
Literatur
Dehn, Stephan: Die Kreisleiter der sächsischen NSDAP in den Jahren 1937 bis 1942. Eine soziographische Annäherung, in: Heydemann, Günther u. a. (Hrsg.): Sachsen und der Nationalsozialismus, Göttingen 2014, S. 59-76.
Düwell, Kurt: Gauleiter und Kreisleiter als regionale Gewalten des NS-Staates in: Horst Möller u. a. (Hrsg.): Nationalsozialismus in der Region (Sondernummer Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte), München 1996, S. 161-175.
Lapp, Benjamin: Der Aufstieg des Nationalsozialismus in Sachsen, in: Reiner Pommerin (Hrsg.): Dresden unterm Hakenkreuz (Dresdner Historische Studien, Bd. 3), Köln 1998, S. 1-24.
Michael, Wolfgang: Der Aufstieg des Nationalsozialismus und seine "Machtergreifung" in Oschatz 1928-1933. Oschatzer Geschichte(n) Heft 3, Oschatz 2007.
Michael, Wolfgang und Gabriele Teumer: Oschatz im Krieg 1939-1945. Oschatzer Geschichten(n), Heft 9, Oschatz 2014.
Wagner, Andreas: Die nationalsozialistische "Machtergreifung" in der Amtshauptmannschaft Leipzig 1933 (Stadtgeschichte, 1/2004), Beucha 2004.
Jonas Wenker
Januar 2025
[01] Lapp, Benjamin: Der Aufstieg des Nationalsozialismus in Sachsen, in: Reiner Pommerin (Hrsg.): Dresden unterm Hakenkreuz (Dresdner Historische Studien, Bd. 3), Köln 1998, S. 2.
[02] Wagner, Andreas: Die nationalsozialistische "Machtergreifung" in der Amtshauptmannschaft Leipzig 1933 (Stadtgeschichte, 1/2004), Beucha 2004, S. 36.
[03] Ebd., S. 49.
[04] Michael, Wolfgang: Der Aufstieg des Nationalsozialismus und seine "Machtergreifung" in Oschatz 1928-1933. Oschatzer Geschichte(n) Heft 3, Oschatz 2007. S. 21.
[05] Ebd., S. 28.
[06] Dehn, Stephan: Die Kreisleiter der sächsischen NSDAP in den Jahren 1937 bis 1942. Eine soziographische Annäherung, in: Heydemann, Günther u. a. (Hrsg.): Sachsen und der Nationalsozialismus, Göttingen 2014, S. 64.
[07] Michael, 2007, S. 38-39.
[08] Siehe Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, 21118 NSDAP-Kreisleitung Oschatz, Nr. 4.
[09] Dehn, S. 63-67.
[10] Michael, 2007, S. 50.
[11] Michael, Wolfgang und Gabriele Teumer: Oschatz im Krieg 1939-1945. Oschatzer Geschichten(n), Heft 9, Oschatz 2014 sowie In Dehn, S. 75-76 werden andere Kreisleiter und Amtszeiten genannt: Oskar Zschake-Papsdorf: 1933-1936, Hermann Groine: 1935-1942, Ernst Jahns: 1937.
[12] Michael, Wolfgang und Gabriele Teumer: Oschatz im Krieg 1939-1945. Oschatzer Geschichten(n), Heft 9, Oschatz 2014.
Im Oktober 1921 gründete sich die erste Ortsgruppe der sächsischen NSDAP in Zwickau.[01] Die NSDAP war in dieser Zeit eine von vielen radikal rechten Splitterparteien ohne nennenswerten Einfluss. Nach der Ermordung des Reichsaußenministers Walther Rathenau (1867-1922) im Dezember 1922 sprach die amtierende sächsische Landesregierung ein Versammlungsverbot für die NSDAP aus. Die Mitglieder in Leipzig hielten weiterhin Versammlungen unter dem Decknamen "Deutsche Arbeitsgemeinschaft" ab.[02] Die sächsische Landesregierung unter Erich Zeigner (SPD) verbot am 24. März 1923 die Partei, jedoch formierten sich die Mitglieder nach kurzer Zeit neu und gründeten im August 1923 die Nachfolgeorganisation "Verein deutsche Flagge".
Nach dem Hitler-Putschversuch im November 1923 wurde ein reichsweites NSDAP-Verbot ausgesprochen.[03] Einer der getöteten Putschisten war der gebürtige Oschatzer Claus von Pape[04] . Bereits am 4. Dezember 1924 wurde das NSDAP-Verbot in Sachsen wieder aufgehoben. Eine erste Ortsgruppe der NSDAP in Oschatz gründete sich im Herbst 1929 unter dem Ortsgruppenleiter Gustav Töpfer. Bei den Landtagswahlen in Sachsen am 12. Mai 1929 erhielt die NSDAP in der Stadt Oschatz 1,8 Prozent der Stimmen, in Mügeln 3,6 Prozent und in der restlichen Amtshauptmannschaft Oschatz 2,6 Prozent.[05]
Der Tod Töpfers im November 1929 führte zu einer nachhaltigen Schwächung der Parteistruktur. Die Nachfolger wechselten schnell und häufig: Auf Max von der Gönna folgte Anfang 1931 Johannes Päsler, ab Oktober desselben Jahres Herbert Thümmel. Von Januar bis Juli 1932 war Walter Beulich Ortsgruppenleiter.
Mit der "Dienstvorschrift für P. O. der NSDAP" wurde im Juli 1932 die Strukturebene der Parteikreise geschaffen. Sie standen hierarchisch zwischen dem Gau und der Ortsgruppe.[06] Erster Kreisleiter im Parteikreis Oschatz (identisch mit der Amtshauptmannschaft Oschatz) wurde Hans Blandow in Personalunion als Ortsgruppenleiter Oschatz und Kreisleiter Oschatz.[07] Blandow war als Kreisleiter unmittelbar dem Gauleiter von Sachsen unterstellt. Kreisleiter bildeten die unterste hauptamtlich geleitete Parteieinheit. Sie waren an die fachlichen Weisungen der Gauamtsleiter gebunden. Dem Kreisleiter waren wiederum die politischen Leiter der Kreisämter und die Ortsgruppenleiter eines Kreises untergeordnet. Der Kreisleiter war gegenüber dem Gauleiter für die politische und weltanschauliche Erziehung der gesamten Bevölkerung in seinem Hoheitsgebiet verantwortlich. Demzufolge besaß er ein besonderes Aufsichtsrecht und konnte Veranstaltungen und Handlungen verbieten, die diesem Ziel entgegenstanden. Der Kreisleiter war auch für die "Politischen Beurteilungen" zuständig[08] und konnte so u. a. die Einstellung und Entlassung von kommunalen Angestellten stark beeinflussen. Im Austausch mit dem Sicherheitsdienst (SD) und der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) war er an der Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung beteiligt. Seit 1939 oblag dem Kreisleiter die Organisation der "Heimatfront".[09]
Bei der Reichspräsidentenwahl 1932 in der Stadt Oschatz erhielt Adolf Hitler 25,2% der Stimmen (reichsweit 30,1%) und Paul von Hindenburg 57,5% (49,5%). In der restlichen Amtshauptmannschaft Oschatz erreichte Hitler in vielen Gemeinden die (absolute) Mehrheit.[10]
Oskar Zschake-Papsdorf wurde Ende 1932 zum NSDAP-Kreisleiter von Oschatz ernannt. Nachdem dieser im November 1933 in den Reichstag einzogen war, wurde Hermann Groine, bereits 1931-1934 Kreisleiter in Döbeln, am 10. Mai 1934 sein Nachfolger.[11] In Oschatz gab es 1939 drei Ortsgruppen der NSDAP. Max Albrecht, seit 1933 Bürgermeister und Ortsgruppenleiter von Mügeln und seit dem 1. Dezember 1939 neuer Bürgermeister in Oschatz, übte von Juni 1940 bis Kriegende die Funktion des kommissarischen Stellvertreters des Kreisleiters aus.
Am 19. September 1940 wurde die Landarbeiterin Dora von Nessen des unerlaubten Umgangs mit einem polnischen Fremdarbeiter bezichtigt, auf Befehl Albrechts verhaftet und für mehrere Stunden im Oschatzer Pranger bloßgestellt. Mindestens drei solcher Schaustellungen im Oschatzer Pranger konnten nachgewiesen werden. Immer wieder rief die NSDAP-Kreisleitung zu Spenden für die Wehrmacht oder zur Unterstützung deutschstämmiger Umsiedler auf. Am 31. Juli 1941 fiel der ehemalige Kreisleiter Hermann Groine an der Ostfront. Im Dezember 1941 wurde die NSDAP-Ortsleitung Oschatz für ihre vorbildliche kulturelle Arbeit um dörflichen und landstädtischen Raum geehrt. Zum 31. März 1945 trat Max Albrecht als Bürgermeister zurück, "um sich ganz dem heroischen Abwehrkampf gegen den Feind zu widmen". Die Amtsgeschäfte übernahm der Beigeordnete Wolf. Nachdem am 23. April die letzten Wehrmachtseinheiten die Stadt verlassen hatten, wurde am Abend des 25. April 1945 Oschatz zur freien Stadt erklärt und von amerikanischen Truppen besetzt. Albrecht hatte zuvor eine kampflose Übergabe strikt abgelehnt. Nach Protesten aus der Oschatzer Bevölkerung gab er jedoch nach und verließ, zusammen mit dem Kampfkommandanten und weiteren Amtsträgern der Partei, spätabends die Stadt. Infolgedessen kam er wohl bei einem Autounfall in Zehren bei Meißen ums Leben.[12]
Bestandsgeschichte- und bearbeitung
Der Bestand wurde 2010 von Thekla Kluttig erschlossen. Die Handakte des NSDAP-Kreisleiters Max Albrecht wurde bei der Bearbeitung in die Nummern 1 bis 3 aufgeteilt. Neben der Handakte befinden sich nur Formblätter zur Beurteilung einzelner Personen im Bestand. Der Bestand umfasst Dokumente von 1937 bis 1943. In Vorbereitung der Online-Stellung des Bestandes wurde die Findbucheinleitung 2025 vom Praktikanten Jonas Wenker verfasst.
Verweise auf korrespondierende Bestände
Auch bei den folgenden Beständen handelt es sich nur um Splitterüberlieferungen von rund 10 Zentimetern Umfang:
• 21115 NSDAP-Kreisleitung Bad Lausick
• 21116 NSDAP-Kreisleitung Leipzig
• 21117 Sicherheitsdienst des Reichsführers SS, SD-Abschnitt Leipzig
Für personenbezogene Recherchen ist ergänzend heranzuziehen:
• 22067 NS-Archiv des MfS, Bezirksverwaltung Leipzig (Objekt 13)
Literatur
Dehn, Stephan: Die Kreisleiter der sächsischen NSDAP in den Jahren 1937 bis 1942. Eine soziographische Annäherung, in: Heydemann, Günther u. a. (Hrsg.): Sachsen und der Nationalsozialismus, Göttingen 2014, S. 59-76.
Düwell, Kurt: Gauleiter und Kreisleiter als regionale Gewalten des NS-Staates in: Horst Möller u. a. (Hrsg.): Nationalsozialismus in der Region (Sondernummer Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte), München 1996, S. 161-175.
Lapp, Benjamin: Der Aufstieg des Nationalsozialismus in Sachsen, in: Reiner Pommerin (Hrsg.): Dresden unterm Hakenkreuz (Dresdner Historische Studien, Bd. 3), Köln 1998, S. 1-24.
Michael, Wolfgang: Der Aufstieg des Nationalsozialismus und seine "Machtergreifung" in Oschatz 1928-1933. Oschatzer Geschichte(n) Heft 3, Oschatz 2007.
Michael, Wolfgang und Gabriele Teumer: Oschatz im Krieg 1939-1945. Oschatzer Geschichten(n), Heft 9, Oschatz 2014.
Wagner, Andreas: Die nationalsozialistische "Machtergreifung" in der Amtshauptmannschaft Leipzig 1933 (Stadtgeschichte, 1/2004), Beucha 2004.
Jonas Wenker
Januar 2025
[01] Lapp, Benjamin: Der Aufstieg des Nationalsozialismus in Sachsen, in: Reiner Pommerin (Hrsg.): Dresden unterm Hakenkreuz (Dresdner Historische Studien, Bd. 3), Köln 1998, S. 2.
[02] Wagner, Andreas: Die nationalsozialistische "Machtergreifung" in der Amtshauptmannschaft Leipzig 1933 (Stadtgeschichte, 1/2004), Beucha 2004, S. 36.
[03] Ebd., S. 49.
[04] Michael, Wolfgang: Der Aufstieg des Nationalsozialismus und seine "Machtergreifung" in Oschatz 1928-1933. Oschatzer Geschichte(n) Heft 3, Oschatz 2007. S. 21.
[05] Ebd., S. 28.
[06] Dehn, Stephan: Die Kreisleiter der sächsischen NSDAP in den Jahren 1937 bis 1942. Eine soziographische Annäherung, in: Heydemann, Günther u. a. (Hrsg.): Sachsen und der Nationalsozialismus, Göttingen 2014, S. 64.
[07] Michael, 2007, S. 38-39.
[08] Siehe Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, 21118 NSDAP-Kreisleitung Oschatz, Nr. 4.
[09] Dehn, S. 63-67.
[10] Michael, 2007, S. 50.
[11] Michael, Wolfgang und Gabriele Teumer: Oschatz im Krieg 1939-1945. Oschatzer Geschichten(n), Heft 9, Oschatz 2014 sowie In Dehn, S. 75-76 werden andere Kreisleiter und Amtszeiten genannt: Oskar Zschake-Papsdorf: 1933-1936, Hermann Groine: 1935-1942, Ernst Jahns: 1937.
[12] Michael, Wolfgang und Gabriele Teumer: Oschatz im Krieg 1939-1945. Oschatzer Geschichten(n), Heft 9, Oschatz 2014.
Handakten des NSDAP-Kreisleiters Max Albrecht.- Politische Beurteilungen von Personen.
Eine erste Ortsgruppe der NSDAP in Oschatz gründete sich im Herbst 1929 unter dem Ortsgruppenleiter Gustav Töpfer. Der Tod Töpfers im November 1929 führte zu einer nachhaltigen Schwächung der Parteistruktur. Die Nachfolger wechselten schnell und häufig: Auf Max von der Gönna folgte Anfang 1931 Johannes Päsler, ab Oktober desselben Jahres Herbert Thümmel. Von Januar bis Juli 1932 war Walter Beulich Ortsgruppenleiter. Erster Kreisleiter im Parteikreis Oschatz (identisch mit der Amtshauptmannschaft Oschatz) wurde Hans Blandow in Personalunion als Ortsgruppenleiter Oschatz und Kreisleiter Oschatz. Blandow war als Kreisleiter unmittelbar dem Gauleiter von Sachsen unterstellt. Bei der Reichspräsidentenwahl 1932 in der Stadt Oschatz erhielt Adolf Hitler 25,2% der Stimmen (reichsweit 30,1%) und Paul von Hindenburg 57,5% (49,5%). In der restlichen Amtshauptmannschaft Oschatz erreichte Hitler in vielen Gemeinden die (absolute) Mehrheit.
Oskar Zschake-Papsdorf wurde Ende 1932 zum NSDAP-Kreisleiter von Oschatz ernannt. Nachdem dieser im November 1933 in den Reichstag einzogen war, wurde Hermann Groine, bereits 1931-1934 Kreisleiter in Döbeln, am 10. Mai 1934 sein Nachfolger. In Oschatz gab es 1939 drei Ortsgruppen der NSDAP. Max Albrecht, seit 1933 Bürgermeister und Ortsgruppenleiter von Mügeln und seit dem 1. Dezember 1939 neuer Bürgermeister in Oschatz, übte von Juni 1940 bis Kriegende die Funktion des kommissarischen Stellvertreters des Kreisleiters aus. Zum 31. März 1945 trat Max Albrecht als Bürgermeister zurück, "um sich ganz dem heroischen Abwehrkampf gegen den Feind zu widmen". Die Amtsgeschäfte übernahm der Beigeordnete Wolf. Nachdem am 23. April die letzten Wehrmachtseinheiten die Stadt verlassen hatten, wurde am Abend des 25. April 1945 Oschatz zur freien Stadt erklärt und von amerikanischen Truppen besetzt.
Oskar Zschake-Papsdorf wurde Ende 1932 zum NSDAP-Kreisleiter von Oschatz ernannt. Nachdem dieser im November 1933 in den Reichstag einzogen war, wurde Hermann Groine, bereits 1931-1934 Kreisleiter in Döbeln, am 10. Mai 1934 sein Nachfolger. In Oschatz gab es 1939 drei Ortsgruppen der NSDAP. Max Albrecht, seit 1933 Bürgermeister und Ortsgruppenleiter von Mügeln und seit dem 1. Dezember 1939 neuer Bürgermeister in Oschatz, übte von Juni 1940 bis Kriegende die Funktion des kommissarischen Stellvertreters des Kreisleiters aus. Zum 31. März 1945 trat Max Albrecht als Bürgermeister zurück, "um sich ganz dem heroischen Abwehrkampf gegen den Feind zu widmen". Die Amtsgeschäfte übernahm der Beigeordnete Wolf. Nachdem am 23. April die letzten Wehrmachtseinheiten die Stadt verlassen hatten, wurde am Abend des 25. April 1945 Oschatz zur freien Stadt erklärt und von amerikanischen Truppen besetzt.
- 2025 | Findbuch / Datenbank
- 2025-09-29 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5