Beständeübersicht
Bestand
21623 Frötschner, Karl (KDP)
| Datierung | 1939 - 1986 |
|---|---|
| Benutzung im | Staatsarchiv Leipzig |
| Umfang (nur lfm) | 0,11 |
Zur Biografie von Karl Frötschner
Karl Frötschner wurde am 17. Dezember 1898 in Leipzig-Schleußig geboren und starb am 16. März 1985 im Alter von 87 Jahren in Leipzig. Er erlernte den Beruf des Bäckers in Leipzig und heiratete 1920 seine erste Ehefrau Frieda Frötschner geb. Tränkner. Die zweite Ehe ging er im Jahr 1974 mit Lisbeth Frötschner geb. Mießler ein. 1916 zog Frötschner aus beruflichen Gründen nach Schladebach (Kreis Merseburg). Im Ersten Weltkrieg wurde er 1918 zum Militär eingezogen und in Frankreich an der Front am 25. Oktober 1918 verwundet. Ab Mai 1919 arbeitete er als Hilfsschlosser bei den Leuna-Werken. Er war Mitglied des Deutschen Fabrikarbeiter-Verbandes und trat 1920 dem Arbeiter-Radfahrverein "Solidarität" bei. Im März 1927 wurde er Mitglied der KPD-Ortsgruppe Schladebach. Als Vertriebshelfer verteilte er die (KPD) Zeitung "Der Leuna-Prolet". Von 1931 bis 1933 gehörte Frötschner dem Betriebsrat in den Leuna-Werken und der Gemeindevertretung (KPD) in Schladebach an. 1933 war er drei Monate in "Schutzhaft" im Polizeigefängnis in Merseburg inhaftiert. Am 21. Mai 1935 wurde er erneut verhaftet und vom Kammergericht Berlin "wegen Vorbereitung zum Hochverrat" zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Die Strafe verbüßte er im Zuchthaus Gräfentonna. Von Dezember 1936 bis April 1939 befand er sich in Schutzhaft im KZ Sachsenhausen. Nach der Haftentlassung stand er weiterhin unter Polizeiaufsicht. Von 1939 bis Frühjahr 1945 war er bei verschiedenen Metallverarbeitungsfabriken beschäftigt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges trat Frötschner erneut der KPD bei und wurde nach der Vereinigung von KPD und SPD Mitglied der SED. Von September 1945 bis Ende 1961 arbeitete er als Verwaltungsangestellter bei der Volkspolizei in Leipzig (1945 beim städtischen Polizeiamt).
Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Der Bestand wurde vor 1989 im Bezirksparteiarchiv Leipzig der SED durch eine Findkartei mit überwiegend einfacher Verzeichnung erschlossen. Im Jahr 1993 wurde er mit den übrigen Beständen des Bezirksparteiarchivs vom PDS-Landesvorstand Sachsen dem Staatsarchiv Leipzig übergeben. Die Übertragung der Findkartei in die Archivsoftware AUGIAS-Archiv erfolgte im Jahr 2001. In Vorbereitung der Online-Stellung der Verzeichnungsangaben 2020 wurden die Verzeichnungs- und Bestandsangaben bei Bedarf überarbeitet oder ergänzt (u. a. Ergänzung und Korrektur von Datierungen), die Gliederung angepasst und die vorliegende Einleitung erstellt.
Verweise auf korrespondierende Bestände
20237 Bezirkstag / Rat des Bezirkes Leipzig, Nr. 17242 (VdN-Akte)
Antje Reißmann
August 2020
Karl Frötschner wurde am 17. Dezember 1898 in Leipzig-Schleußig geboren und starb am 16. März 1985 im Alter von 87 Jahren in Leipzig. Er erlernte den Beruf des Bäckers in Leipzig und heiratete 1920 seine erste Ehefrau Frieda Frötschner geb. Tränkner. Die zweite Ehe ging er im Jahr 1974 mit Lisbeth Frötschner geb. Mießler ein. 1916 zog Frötschner aus beruflichen Gründen nach Schladebach (Kreis Merseburg). Im Ersten Weltkrieg wurde er 1918 zum Militär eingezogen und in Frankreich an der Front am 25. Oktober 1918 verwundet. Ab Mai 1919 arbeitete er als Hilfsschlosser bei den Leuna-Werken. Er war Mitglied des Deutschen Fabrikarbeiter-Verbandes und trat 1920 dem Arbeiter-Radfahrverein "Solidarität" bei. Im März 1927 wurde er Mitglied der KPD-Ortsgruppe Schladebach. Als Vertriebshelfer verteilte er die (KPD) Zeitung "Der Leuna-Prolet". Von 1931 bis 1933 gehörte Frötschner dem Betriebsrat in den Leuna-Werken und der Gemeindevertretung (KPD) in Schladebach an. 1933 war er drei Monate in "Schutzhaft" im Polizeigefängnis in Merseburg inhaftiert. Am 21. Mai 1935 wurde er erneut verhaftet und vom Kammergericht Berlin "wegen Vorbereitung zum Hochverrat" zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Die Strafe verbüßte er im Zuchthaus Gräfentonna. Von Dezember 1936 bis April 1939 befand er sich in Schutzhaft im KZ Sachsenhausen. Nach der Haftentlassung stand er weiterhin unter Polizeiaufsicht. Von 1939 bis Frühjahr 1945 war er bei verschiedenen Metallverarbeitungsfabriken beschäftigt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges trat Frötschner erneut der KPD bei und wurde nach der Vereinigung von KPD und SPD Mitglied der SED. Von September 1945 bis Ende 1961 arbeitete er als Verwaltungsangestellter bei der Volkspolizei in Leipzig (1945 beim städtischen Polizeiamt).
Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Der Bestand wurde vor 1989 im Bezirksparteiarchiv Leipzig der SED durch eine Findkartei mit überwiegend einfacher Verzeichnung erschlossen. Im Jahr 1993 wurde er mit den übrigen Beständen des Bezirksparteiarchivs vom PDS-Landesvorstand Sachsen dem Staatsarchiv Leipzig übergeben. Die Übertragung der Findkartei in die Archivsoftware AUGIAS-Archiv erfolgte im Jahr 2001. In Vorbereitung der Online-Stellung der Verzeichnungsangaben 2020 wurden die Verzeichnungs- und Bestandsangaben bei Bedarf überarbeitet oder ergänzt (u. a. Ergänzung und Korrektur von Datierungen), die Gliederung angepasst und die vorliegende Einleitung erstellt.
Verweise auf korrespondierende Bestände
20237 Bezirkstag / Rat des Bezirkes Leipzig, Nr. 17242 (VdN-Akte)
Antje Reißmann
August 2020
Lebenserinnerungen.- Persönliche Ausarbeitungen.
17.12.1898 - 16.03.1985; Bäcker, Teilnehmer am antifaschistischen Widerstandskampf, Deutsche Volkspolizei (1945 - 1961)
- 2020 | Findbuch / Datenbank
- 2026-03-10 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5