Beständeübersicht
Bestand
21634 Heppe, Gustav (KPD)
| Datierung | 1944 - 1947 (1984 - 1987) |
|---|---|
| Benutzung im | Staatsarchiv Leipzig |
| Umfang (nur lfm) | 0,11 |
Zur Biografie von Gustav Heppe
Fritz Gustav Heppe wurde am 29. Januar 1908 in Leutzsch geboren. Er erlernte den Beruf des Werkzeugdrehers. In erster Ehe war er mit Charlotte Marta Naumann (geb. 02.11.1911) verheiratet. 1946 heiratete er Johanna Hahn (geb. 16.11.1914); das Ehepaar hatte einen Sohn. Im September 1928 trat er in die KPD ein. Ab 1928 war Heppe mit kurzen Unterbrechungen arbeitslos, was dazu führte, dass er gemeinsam mit seiner Frau Krisenschutzunterstützung beziehen musste. Politisch war er aktiv für die KPD tätig, wirkte auch nach ihrem Verbot weiter in der Partei mit, u. a. als Ortsgruppenkassierer für den Standort Böhlitz-Ehrenberg. Bei der Entgegennahme von verbotener Literatur wurde Heppe 1935 verhaftet und am 6. April 1936 vom Oberlandesgericht Dresden wegen gemeinschaftlicher Vorbereitung zum Hochverrat zu insgesamt vier Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Diese verbüßte er im Zuchthaus Zwickau unter Anrechnung der Untersuchungshaft von einem Jahr zwei Monaten. Nach der Haftentlassung 1939 arbeitete er in der Firma Gartzke & Müller, Leipzig, als Dreher. Von 1939 bis 1943 war er in der illegalen Stadtleitung der KPD tätig.
Im Zweiten Weltkrieg wurde er im Dezember 1943 zum Wehrdienst eingezogen und kam zur Strafdivision 999. Dort war er am kommunistischen Widerstandskampf beteiligt. 1945 geriet er in Jugoslawien in Gefangenschaft, aus der er 1946 im September entlassen wurde. Nach seiner Rückkehr nach Leipzig wurde er 1946 Mitglied der SED. Ab 1947 arbeitete er im VEB Textima Leipzig und war ab 1950 Ausbildungsleiter der Lehrwerkstatt. 1953 bis 1955 war er als Sekretär der SED-Betriebsparteiorganisation und Mitglied der Parteileitung im Betrieb aktiv; von 1956 bis 1964 war er als Stadtverordneter in Leipzig tätig.1985 leitete er die Kommission zur Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung der SED-Stadtleitung, Arbeitsgruppe "Sammlungen und Erinnerungen". Gustav Heppe schrieb über die Erfahrungen in der Strafdivision 1985 gemeinsam mit Helmut Rudolf ein Buch: Leipziger Kommunisten über den antifaschistischen Widerstandskampf in den Strafbataillonen 999, der faschistischen Wehrmacht 1942 - 1945 und in den Kriegsgefangenenlagern.
Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Der aus nur vier Verzeichnungseinheiten bestehende Bestand wurde vor 1989 im Bezirksparteiarchiv Leipzig der SED durch eine Findkartei mit überwiegend einfacher Verzeichnung erschlossen. Im Jahr 1993 wurde er mit den übrigen Beständen des Bezirksparteiarchivs vom PDS-Landesvorstand Sachsen dem Staatsarchiv Leipzig übergeben. Die Übertragung der Findkartei in die Archivsoftware AUGIAS-Archiv erfolgte im Jahr 2001. In Vorbereitung der Online-Stellung der Verzeichnungsangaben 2020 wurden die Verzeichnungs- und Bestandsangaben bei Bedarf überarbeitet oder ergänzt (u. a. Ergänzung und Korrektur von Datierungen), die Gliederung angepasst und die vorliegende Einleitung erstellt.
Verweise auf korrespondierende Bestände
20237 Bezirkstag / Rat des Bezirkes Leipzig, Nr. 27422
20028 Amtshauptmannschaft Leipzig, Nr. 2001
20036 Zuchthaus Waldheim, Nr. 10697 (Urteil).
Maurice Herzog
Dezember 2020
Fritz Gustav Heppe wurde am 29. Januar 1908 in Leutzsch geboren. Er erlernte den Beruf des Werkzeugdrehers. In erster Ehe war er mit Charlotte Marta Naumann (geb. 02.11.1911) verheiratet. 1946 heiratete er Johanna Hahn (geb. 16.11.1914); das Ehepaar hatte einen Sohn. Im September 1928 trat er in die KPD ein. Ab 1928 war Heppe mit kurzen Unterbrechungen arbeitslos, was dazu führte, dass er gemeinsam mit seiner Frau Krisenschutzunterstützung beziehen musste. Politisch war er aktiv für die KPD tätig, wirkte auch nach ihrem Verbot weiter in der Partei mit, u. a. als Ortsgruppenkassierer für den Standort Böhlitz-Ehrenberg. Bei der Entgegennahme von verbotener Literatur wurde Heppe 1935 verhaftet und am 6. April 1936 vom Oberlandesgericht Dresden wegen gemeinschaftlicher Vorbereitung zum Hochverrat zu insgesamt vier Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Diese verbüßte er im Zuchthaus Zwickau unter Anrechnung der Untersuchungshaft von einem Jahr zwei Monaten. Nach der Haftentlassung 1939 arbeitete er in der Firma Gartzke & Müller, Leipzig, als Dreher. Von 1939 bis 1943 war er in der illegalen Stadtleitung der KPD tätig.
Im Zweiten Weltkrieg wurde er im Dezember 1943 zum Wehrdienst eingezogen und kam zur Strafdivision 999. Dort war er am kommunistischen Widerstandskampf beteiligt. 1945 geriet er in Jugoslawien in Gefangenschaft, aus der er 1946 im September entlassen wurde. Nach seiner Rückkehr nach Leipzig wurde er 1946 Mitglied der SED. Ab 1947 arbeitete er im VEB Textima Leipzig und war ab 1950 Ausbildungsleiter der Lehrwerkstatt. 1953 bis 1955 war er als Sekretär der SED-Betriebsparteiorganisation und Mitglied der Parteileitung im Betrieb aktiv; von 1956 bis 1964 war er als Stadtverordneter in Leipzig tätig.1985 leitete er die Kommission zur Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung der SED-Stadtleitung, Arbeitsgruppe "Sammlungen und Erinnerungen". Gustav Heppe schrieb über die Erfahrungen in der Strafdivision 1985 gemeinsam mit Helmut Rudolf ein Buch: Leipziger Kommunisten über den antifaschistischen Widerstandskampf in den Strafbataillonen 999, der faschistischen Wehrmacht 1942 - 1945 und in den Kriegsgefangenenlagern.
Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Der aus nur vier Verzeichnungseinheiten bestehende Bestand wurde vor 1989 im Bezirksparteiarchiv Leipzig der SED durch eine Findkartei mit überwiegend einfacher Verzeichnung erschlossen. Im Jahr 1993 wurde er mit den übrigen Beständen des Bezirksparteiarchivs vom PDS-Landesvorstand Sachsen dem Staatsarchiv Leipzig übergeben. Die Übertragung der Findkartei in die Archivsoftware AUGIAS-Archiv erfolgte im Jahr 2001. In Vorbereitung der Online-Stellung der Verzeichnungsangaben 2020 wurden die Verzeichnungs- und Bestandsangaben bei Bedarf überarbeitet oder ergänzt (u. a. Ergänzung und Korrektur von Datierungen), die Gliederung angepasst und die vorliegende Einleitung erstellt.
Verweise auf korrespondierende Bestände
20237 Bezirkstag / Rat des Bezirkes Leipzig, Nr. 27422
20028 Amtshauptmannschaft Leipzig, Nr. 2001
20036 Zuchthaus Waldheim, Nr. 10697 (Urteil).
Maurice Herzog
Dezember 2020
Persönliche Dokumente.- Fotografien.- Manuskript.
19.01.1908 - ; Widerstandskämpfer (Strafbataillon 999).
- 2020 | Findbuch / Datenbank
- 2026-03-10 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5