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Beständeübersicht

Bestand

21663 Rogg, Ulrich

Datierung1921 - 1984
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)0,11
Biografie von Ulrich Rogg

Ulrich Rogg wurde am 5. Juli 1888 in Winterrieden geboren. Er absolvierte eine Bäckerlehre und arbeitete nach der Übersiedlung ins Ruhrgebiet in der Konsumbäckerei Duisburg. Er trat der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei und wurde Mitglied des Spartakusbundes. 1919 wechselte er zur Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).[01] Anfang der 1920er Jahre heiratete er und siedelte mit seiner Ehefrau Gertrud nach Wittenberg über.[02] Dort wurde ihre Tochter Sonja 1924 geboren.
Ulrich Rogg vertrat die KPD bis 1924 im Preußischen Landtag. Von Juni 1922 bis Januar 1925 war er beim Allgemeinem Deutschen Gewerkschaftsbund angestellt, danach arbeitete er wieder als Bäckereigehilfe. Als hauptamtlicher Funktionär der KPD zog er 1930 nach Leipzig, um als Verleger und Inhaber der kommunistischen Zeitschrift "Sachsenpost" tätig zu sein.[03] Am 30. November 1933 wurde er festgenommen und das Vermögen der "Sachsenpost" beschlagnahmt.[04] Bis Ende Januar 1934 wurde Rogg im Polizeigefängnis Leipzig festgehalten. Schon während dieser Zeit wurde er misshandelt. Am 29. Januar 1934 erfolgte seine Verlegung nach Sachsenburg und weiter nach Burg Hohnstein. Im Konzentrationslager Burg Hohnstein wurden die Misshandlungen fortgesetzt. Aufgrund der daraus resultierenden Verletzungen wurde Rogg am 24. Februar 1934 in das Stadtkrankenhaus Pirna entlassen. Dort verstarb Ulrich Rogg zwei Tage später.[05]
Seine Tochter Sonja eröffnete Ende der 1940er Jahre ein Verfahren, um als VdN-Hinterbliebene (Verfolgter des Naziregimes) anerkannt zu werden.[06]

Bestandsgeschichte- und Bearbeitung

Der aus drei Verzeichnungseinheiten bestehende Bestand wurde vor 1989 im Bezirksparteiarchiv Leipzig der SED durch eine Findkartei mit überwiegend einfacher Verzeichnung erschlossen. Im Jahr 1993 wurde er mit den übrigen Beständen des Bezirksparteiarchivs vom PDS-Landesvorstand Sachsen dem Staatsarchiv Leipzig übergeben. Die Übertragung der Findkartei in die Archivsoftware AUGIAS-Archiv erfolgte im Jahr 2001.
Im Rahmen der Ausbildung zur Fachangestellten für Medien und Informationsdiente im Fachbereich Archiv nahm Alexandra Bartczak eine vertiefte Erschließung in AUGIUAS 9.2 vor. Der Bestand hat einen Umfang von 0,11 lfm


Überlieferungsschwerpunkte

Den Schwerpunkt des Bestands bilden Unterlagen zur Inhaftierung Ulrich Roggs sowie Korrespondenz mit seiner Familie. Außerdem sind Dokumente zum VdN-Verfahren vorhanden.

Hinweise für die Benutzung

Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: Sächsisches Staatsarchiv, 21663 Rogg, Ulrich, Nr. 1.

Verweise auf korrespondierende Bestände im Staatsarchiv Leipzig

Sächsisches Staatsarchiv, 20237 Bezirkstag und Rat des Bezirkes Leipzig, Nr. 16862

Verweise auf korrespondierende Bestände in anderen Archiven

Bundesarchiv, BArch R 58/3256
Bundesarchiv, BArch R 1507/2007
Bundesarchiv, BArch R 1507/2007
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland, ASTI.1, Gerichte Rep. 0003 84
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland, ASTI.1, Gerichte Rep. 0003 85
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland, ASTI.1, Gerichte Rep. 0003 86

Alexandra Bartczak
September 2024


[01] Sächsisches Staatsarchiv, 21663, Rogg, Ulrich, Nr. 3.
[02] Sächsisches Staatsarchiv, 21663, Rogg, Ulrich, Nr. 1.
[03] Sächsisches Staatsarchiv, 21663, Rogg, Ulrich, Nr. 3.
[04] Sächsisches Staatsarchiv, 21663, Rogg, Ulrich, Nr. 2.
[05] Sächsisches Staatsarchiv, 21663, Rogg, Ulrich, Nr. 3.
[06] Sächsisches Staatsarchiv, 20237, Bezirkstag und Rat des Bezirkes Leipzig, Nr. 16862.

Persönliche Dokumente.- Politische Verfolgung.- Material über Rogg.- Schriftwechsel.
Ulrich Rogg wurde am 5. Juli 1888 in Winterrieden geboren. Er absolvierte eine Bäckerlehre und arbeitete nach der Übersiedlung ins Ruhrgebiet in der Konsumbäckerei Duisburg. Er trat der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei und wurde Mitglied des Spartakusbundes. 1919 wechselte er zur Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Anfang der 1920er Jahre heiratete er seine Ehefrau Gertrud und siedelte nach Wittenberg über. Dort wurde ihre Tochter Sonja 1924 geboren.
Ulrich Rogg vertrat die KPD bis 1924 im Preußischen Landtag. Von Juni 1922 bis Januar 1925 war er beim Allgemeinem Deutschen Gewerkschaftsbund angestellt, danach arbeitete er wieder als Bäckereigehilfe. Als hauptamtlicher Funktionär der KPD zog er 1930 nach Leipzig, um als Verleger und Inhaber der kommunistischen Zeitschrift "Sachsenpost" tätig zu sein. Am 30. November 1933 wurde er festgenommen und das Vermögen der "Sachsenpost" beschlagnahmt. Bis Ende Januar 1934 wurde Rogg im Polizeigefängnis Leipzig festgehalten. Schon während dieser Zeit wurde er misshandelt. Am 29. Januar 1934 erfolgte seine Verlegung nach Sachsenburg und weiter nach Burg Hohnstein. Im Konzentrationslager Burg Hohnstein wurden die Misshandlungen fortgesetzt. Aufgrund der daraus resultierenden Verletzungen wurde Rogg am 24. Februar 1934 in das Stadtkrankenhaus Pirna entlassen. Dort verstarb Ulrich Rogg zwei Tage später.
Seine Tochter Sonja eröffnete Ende der 1940er Jahre ein Verfahren, um als VdN-Hinterbliebene (Verfolgter des Naziregimes) anerkannt zu werden.
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