Beständeübersicht
Bestand
21682 Vogelsang, Johannes (SPD)
| Datierung | 1914 - 1987 |
|---|---|
| Benutzung im | Staatsarchiv Leipzig |
| Umfang (nur lfm) | 0,44 |
Zur Biografie von Johannes Vogelsang
Johannes Paul Vogelsang wurde am 11. Dezember 1892 in Ringethal im Kreis Rochlitz als viertes von sieben Kindern geboren. Sowohl sein Vater Julius, als auch seine Mutter Anna Vogelsang, geb. Schlegel, verdienten ihren Lebensunterhalt als Textilarbeitende. Trotz seines Kindheitswunsches später einmal das Gärtnereihandwerk zu erlernen, arbeitete Johannes Vogelsang zunächst in einer Spinnerei. Bereits in seiner Jugend, 1910, trat er in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein.
1912 wurde er in Falkenstein zur kaiserlichen Marine gemustert, in der er bis 1918 als Obermatrose diente. Nach Kriegsende trat Vogelsang 1919 der Kommunistischen Partei Deutschlands bei und arbeitete in Borna in einem Braunkohlerevier als Bergarbeiter. Drei Jahre später wurde er entlassen und begann 1923 seine Arbeit als Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe Mittweida und ab 1924 als Stadtverordneter.
Nach einem achtwöchigen Gefängnisaufenthalt 1924 wegen verbotener Demonstrationen und weiteren Jahren der Arbeitslosigkeit wurde Johannes Vogelsang 1929 zum Sekretär der Roten Hilfe im Bezirk Chemnitz berufen. In den Jahren 1931 – 1933 folgte ein Aufenthalt in Moskau, wo er als Vertreter der Roten Hilfe Deutschland für die Internationale Rote Hilfe arbeitete.[01]
1933 kehrte Johannes Vogelsang nach Deutschland zurück und ging zunächst illegalen antifaschistischen Tätigkeiten in Berlin nach, bis er 1934 verhaftet und in das Konzentrationslager Sonnenburg gebracht wurde. Innerhalb der nächsten sechs Jahre war er Gefangener in fünf verschiedenen Konzentrationslagern, darunter auch im KZ Buchenwald und bis zu seiner Entlassung im November 1944 im KZ Sachsenhausen.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war Johannes Vogelsang von Mai bis September 1945 Bürgermeister von Mittweida, ehe er Kreisvorsitzender der KPD im Kreis Döbeln wurde. In dieser Zeit wirkte er u. a. an der Durchführung der Bodenreform, der Enteignung verschiedener Betriebe und dem Wiederaufbau von elf Schulen in Leipzig mit.
Im April 1946 wurde Johannes Vogelsang zum Vorsitzenden des Kreisvorstandes und 1950 zum 1. Sekretär der Kreisleitung Döbeln der SED berufen. Ab 1952 hatte er das Amt als Vorsitzender der SED-Bezirksparteikontrollkommission Leipzig inne, bis er 1964 Mitglied der SED-Bezirksleitung Leipzig wurde und es bis 1969 blieb.
Bis zu seinem Tod am 10. Januar 1987 in Leipzig wurde er regelmäßig zu Veranstaltungen, Auszeichnungsfeiern und Zusammenkünften verschiedener Parteien, Vereinigungen und Schulen eingeladen. Während und nach seinen politischen Tätigkeiten erhielt Johannes Vogelsang diverse Auszeichnungen, u. a. den Vaterländischen Verdienstorden in Silber, die Verdienstmedaille der DDR, die Artur-Becker-Medaille in Gold, sowie die Ehrennadel der DSF in Gold und die Nadel für fünfzigjährige Parteimitgliedschaft.[02]
Bestandsgeschichte und Bearbeitung
Der ursprünglich aus 17 Verzeichnungseinheiten bestehende Bestand wurde vor 1989 im Bezirksparteiarchiv Leipzig der SED durch eine Findkartei mit überwiegend einfacher Verzeichnung erschlossen. Im Jahr 1993 wurde er mit den übrigen Beständen des Bezirksparteiarchivs vom PDS-Landesvorstand Sachsen dem Staatsarchiv Leipzig übergeben. Die Übertragung der Findkartei in die Archivsoftware AUGIAS-Archiv erfolgte im Jahr 2001.
Im Rahmen der Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdiente im Fachbereich Archiv nahm Sarah Roswitha Thees eine vertiefte Erschließung in AUGIUAS 9.2 sowie eine technische Bearbeitung der Unterlagen vor. Der Bestand hat einen Umfang von 0, 435 lfm.
Überlieferungsschwerpunkte
Einen Überlieferungsschwerpunkt bilden, neben Auszeichnungen und Urkunden, die Korrespondenzen mit Schulen, Freunden und Familie. Des Weiteren beinhalten sieben Verzeichnungseinheiten Fotografien, welche den politischen Werdegang von Johannes Vogelsang wiedergeben und Einblicke in sein Leben ermöglichen.
Hinweise für die Benutzung
Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: Sächsisches Staatsarchiv, 21682 Vogelsang, Johannes (SPD), 1
Verweise auf korrespondierende Bestände im Staatsarchiv Leipzig
20237 - Bezirkstag / Rat des Bezirkes, 13491 (VdN-Akte)
21690 - SED, Sammlung Biografien, AV 21690-001
21690 - SED, Sammlung Biografien, 0861
21692 - SED, Sammlung Erinnerungen, V/5/377
21699 - SED, Sammlung Kaderunterlagen, 0723
Sarah Roswitha Thees
Juni 2024
[01] Sächsisches Staatsarchiv, 21682 Vogelsang, Johannes (SPD), 1.
[02] Sächsisches Staatsarchiv, 21682 Vogelsang, Johannes (SPD), 10.
Johannes Paul Vogelsang wurde am 11. Dezember 1892 in Ringethal im Kreis Rochlitz als viertes von sieben Kindern geboren. Sowohl sein Vater Julius, als auch seine Mutter Anna Vogelsang, geb. Schlegel, verdienten ihren Lebensunterhalt als Textilarbeitende. Trotz seines Kindheitswunsches später einmal das Gärtnereihandwerk zu erlernen, arbeitete Johannes Vogelsang zunächst in einer Spinnerei. Bereits in seiner Jugend, 1910, trat er in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein.
1912 wurde er in Falkenstein zur kaiserlichen Marine gemustert, in der er bis 1918 als Obermatrose diente. Nach Kriegsende trat Vogelsang 1919 der Kommunistischen Partei Deutschlands bei und arbeitete in Borna in einem Braunkohlerevier als Bergarbeiter. Drei Jahre später wurde er entlassen und begann 1923 seine Arbeit als Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe Mittweida und ab 1924 als Stadtverordneter.
Nach einem achtwöchigen Gefängnisaufenthalt 1924 wegen verbotener Demonstrationen und weiteren Jahren der Arbeitslosigkeit wurde Johannes Vogelsang 1929 zum Sekretär der Roten Hilfe im Bezirk Chemnitz berufen. In den Jahren 1931 – 1933 folgte ein Aufenthalt in Moskau, wo er als Vertreter der Roten Hilfe Deutschland für die Internationale Rote Hilfe arbeitete.[01]
1933 kehrte Johannes Vogelsang nach Deutschland zurück und ging zunächst illegalen antifaschistischen Tätigkeiten in Berlin nach, bis er 1934 verhaftet und in das Konzentrationslager Sonnenburg gebracht wurde. Innerhalb der nächsten sechs Jahre war er Gefangener in fünf verschiedenen Konzentrationslagern, darunter auch im KZ Buchenwald und bis zu seiner Entlassung im November 1944 im KZ Sachsenhausen.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war Johannes Vogelsang von Mai bis September 1945 Bürgermeister von Mittweida, ehe er Kreisvorsitzender der KPD im Kreis Döbeln wurde. In dieser Zeit wirkte er u. a. an der Durchführung der Bodenreform, der Enteignung verschiedener Betriebe und dem Wiederaufbau von elf Schulen in Leipzig mit.
Im April 1946 wurde Johannes Vogelsang zum Vorsitzenden des Kreisvorstandes und 1950 zum 1. Sekretär der Kreisleitung Döbeln der SED berufen. Ab 1952 hatte er das Amt als Vorsitzender der SED-Bezirksparteikontrollkommission Leipzig inne, bis er 1964 Mitglied der SED-Bezirksleitung Leipzig wurde und es bis 1969 blieb.
Bis zu seinem Tod am 10. Januar 1987 in Leipzig wurde er regelmäßig zu Veranstaltungen, Auszeichnungsfeiern und Zusammenkünften verschiedener Parteien, Vereinigungen und Schulen eingeladen. Während und nach seinen politischen Tätigkeiten erhielt Johannes Vogelsang diverse Auszeichnungen, u. a. den Vaterländischen Verdienstorden in Silber, die Verdienstmedaille der DDR, die Artur-Becker-Medaille in Gold, sowie die Ehrennadel der DSF in Gold und die Nadel für fünfzigjährige Parteimitgliedschaft.[02]
Bestandsgeschichte und Bearbeitung
Der ursprünglich aus 17 Verzeichnungseinheiten bestehende Bestand wurde vor 1989 im Bezirksparteiarchiv Leipzig der SED durch eine Findkartei mit überwiegend einfacher Verzeichnung erschlossen. Im Jahr 1993 wurde er mit den übrigen Beständen des Bezirksparteiarchivs vom PDS-Landesvorstand Sachsen dem Staatsarchiv Leipzig übergeben. Die Übertragung der Findkartei in die Archivsoftware AUGIAS-Archiv erfolgte im Jahr 2001.
Im Rahmen der Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdiente im Fachbereich Archiv nahm Sarah Roswitha Thees eine vertiefte Erschließung in AUGIUAS 9.2 sowie eine technische Bearbeitung der Unterlagen vor. Der Bestand hat einen Umfang von 0, 435 lfm.
Überlieferungsschwerpunkte
Einen Überlieferungsschwerpunkt bilden, neben Auszeichnungen und Urkunden, die Korrespondenzen mit Schulen, Freunden und Familie. Des Weiteren beinhalten sieben Verzeichnungseinheiten Fotografien, welche den politischen Werdegang von Johannes Vogelsang wiedergeben und Einblicke in sein Leben ermöglichen.
Hinweise für die Benutzung
Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: Sächsisches Staatsarchiv, 21682 Vogelsang, Johannes (SPD), 1
Verweise auf korrespondierende Bestände im Staatsarchiv Leipzig
20237 - Bezirkstag / Rat des Bezirkes, 13491 (VdN-Akte)
21690 - SED, Sammlung Biografien, AV 21690-001
21690 - SED, Sammlung Biografien, 0861
21692 - SED, Sammlung Erinnerungen, V/5/377
21699 - SED, Sammlung Kaderunterlagen, 0723
Sarah Roswitha Thees
Juni 2024
[01] Sächsisches Staatsarchiv, 21682 Vogelsang, Johannes (SPD), 1.
[02] Sächsisches Staatsarchiv, 21682 Vogelsang, Johannes (SPD), 10.
Persönliche Dokumente.- Auszeichnungen.- Gruß- und Glückwunschschreiben.- Reden.- Korrespondenz.- Presseveröffentlichungen über den Bestandsbildner.- Fotografien.
Johannes Paul Vogelsang, geboren am 11.12.1892 in Ringethal im Kreis Rochlitz und verstorben am 10.01.1987 in Leipzig, begann bereits 1910 sich der Politik zu widmen. Er war Mitglied in Parteien wie der SPD, KPD und später der SED. Auch während der NS-Zeit blieb Vogelsang seinen politischen Überzeugungen treu. Zwischen 1934 und 1944 war er Gefangener in fünf verschiedenen Konzentrationslagern. Nach seiner Entlassung wirkte er als Politiker der SED. Er war Vorsitzender des Kreisvorstandes und Erster Sekretär der Kreisleitung Döbeln der SED, hatte das Amt als Vorsitzender der Bezirksparteikontrollkommission Leipzig der SED inne und war Mitglied der SED-Bezirksleitung Leipzig. Vogelsang erhielt diverse Auszeichnungen unter anderem den Vaterländischen Verdienstorden in Silber und die Verdienstmedaille der DDR. Sein Nachlass beschäftigt sich überwiegend mit seinem politischen Werdegang. Es finden sich neben biografischen Materialien, wie Auszeichnungen, Urkunden und Korrespondenzen mit Schulen, Freunden und Familie, auch diverse Fotografien.
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- 2026-03-10 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5