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Beständeübersicht

Bestand

21844 Genealogischer Nachlass Gebhard Eckler

Datierung1770 - 1972
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)0,22
Zur Geschichte der Familie Eckler

Die Familie Eckler war eine Buchhändler- und Verlegerfamilie und lässt sich auf verschiedene Linien im Mansfelder Land, in Dresden und im Havelland zurückführen.
Der Vater des Nachlassgebers Hans Eckler, Friedrich Karl Alwin Gebhard Ecker, wurde am 3. Juli 1861 in Gernrode im Harz geboren, kam jedoch schon während seines ersten Lebensjahres mit den Eltern nach Nauen. Sein Vater Rudolf, gelernter Buchbinder, gründete 1861 eine Buchhandlung in Nauen, die er dem Sohn nach seinem Tod 1887 hinterließ.[01] Auch Gebhard Eckler erlernte das Buchbinderhandwerk und widmete sich darüber hinaus intensiv der Familien- und Heimatforschung. So öffnete er 1901 seine Privatsammlung zur Geschichte des Havellandes, mit dem Ziel, sie der Öffentlichkeit zu präsentieren und Interesse für Heimatgeschichte bei der Bevölkerung zu wecken. 1921 übernahm die Stadt Nauen die Sammlung als städtisches Heimatmuseum und berief zugleich Eckler zum ersten städtischen Museumsleiter. Die Position bekleidete er bis 1940.[02]
Gebhard Ecklers Forschungen zur eigenen Familiengeschichte reichen bis zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs zurück, der älteste nachweisbare Wohnsitz der Familie ist Schadeleben bei Aschersleben. Die Vorfahren Ecklers waren Huf- und Waffenschmiede, Beamte und Pastoren. Der als Turner und Turnpädagoge bekannt gewordene Friedrich Gebhard Julius Conrad Eckler war ein Onkel des Nauener Museumsdirektors.[03]
Bei seinen genealogischen Untersuchungen stieß Eckler immer wieder auf namhafte Personen, zu denen er ein Verwandtschaftsverhältnis nachweisen konnte:
Der Urgroßonkel Ecklers, Pastor Eduard Eckler, war verheiratet mit Ottilie von Schmettau[04] , einer Schwester Ferdinande von Schmettaus, die von ihren Zeitgenossen als Volksheldin während der Befreiungskriege gegen Napoleon gefeiert wurde.[05]
Über die Familie der Großmutter Ecklers, Friederike Mindermann, bestand Verwandtschaft zur Familie Olearius, einer Theologen- und Gelehrtenfamilie aus Mitteldeutschland. Seitens der Familie seiner Mutter Auguste Marie Müller belegte Eckler Verwandtschaft mit Franz Carl Achard, der die Herstellung von Zucker aus Futterrüben entwickelte.[06]
Bei der Erstellung der Familiengeschichte wurde Gebhard Eckler unter anderem durch seinen Onkel Hermann Eckler aus Rudolstadt unterstützt. Als maßgebliche Quellen nennt er die Kirchenbücher aus Schadeleben und Stedten.[07]
Ergänzt wurden die Forschungen Ecklers zudem durch die Bemühungen, die sein späterer Schwiegersohn Otto Wilhelm Ernst Ludwig Wolf anstellte, der 1920 Charlotte Eckler geheiratet hatte. Wolf hat die Sammlungen Ecklers Mitte der 1930er Jahre um zahlreiche Auszüge aus Kirchenbüchern und Personenstandsregistern angereichert und um weitere Ahnen- und Stammtafeln ergänzt.[08]

Bestandsgeschichte und Bearbeitung

1972 hat Hans Eckler die Unterlagen an die Zentralstelle für Genealogie der DDR abgegeben, dort bildeten sie den Bestand NL 74. 1992 erfolgte die Erstellung einer Findkartei und 2012 wurden die Unterlagen in AUGIAS verzeichnet.
Im Rahmen der Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Archiv hat Christin Maiwald die Verzeichnungsangaben 2025 entsprechend der Erschließungsrichtlinie des Sächsischen Staatsarchivs überarbeitet bzw. neu in AUGIAS 9.2 aufgenommen.
Neben Unterlagen zur Familie Eckler und ihren Vorfahren waren drei Akten mit genealogischen Aufzeichnungen und Ahnentafeln der Familie Boernieck (auch Börnik, Börnike) Teil des Bestandes. Während der Bearbeitung konnte nicht ermittelt werden, ob und in welcher Beziehung die Familien Boernieck und Eckler zueinander standen oder weshalb die Unterlagen in den Nachlass Hans Ecklers gelangt sind. Aus diesem Grund wurde entschieden, die Akten herauszulösen und einen eigenen Bestand aus ihnen zu bilden.

Überlieferungsschwerpunkte

Die überlieferten Unterlagen erstrecken sich über den Zeitraum von 1777 bis zu den letzten Anmerkungen des Nachlassgebers Hans Eckler 1972, der Schwerpunkt der Überlieferung liegt jedoch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Neben zahlreichen Auszügen aus Kirchenbüchern und Personenstandsregistern geben Briefe und persönliche Notizen Auskunft zur Familiengeschichte. Ergänzt werden diese Unterlagen durch Zeitungsartikel und Druckschriften. Dass sich im Bestand zwei Ausgaben von Sippen um Rudolph Zacharias Becker befinden, ist damit zu erklären, dass in beiden jeweils unterschiedliche handschriftliche Ergänzungen vorgenommen wurden.

Hinweise zur Benutzung

Für die Einsichtnahme sind die Regeln des Datenschutzes zu beachten. Es gelten die in § 10 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3b des Sächsischen Archivgesetzes festgelegten Schutzfristen. Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: StA-L 21844 Genealogischer Nachlass Gebhard Eckler, Nr. 01.

Verweis auf korrespondierende Bestände im Staatsarchiv Leipzig

21765 Börsenverein der deutschen Buchhändler, Nr. F 02255

Verweis auf korrespondierende Bestände in anderen Einrichtungen<

Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 76 Seminare, Nr. 963 (Personalien des Turnlehrers Eckler)

Christin Maiwald

Juni 2025


[01] Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (StA-L), Genealogischer Nachlass Gebhard Eckler, Nr. 02.
[02] https://berlin.museum-digital.de/object/116169.
[03] StA-L, Genealogischer Nachlass Gebhard Eckler, Nr. 02
[04] ebd.
[05] https://www.deutsche-biographie.de/pnd117456896.html#adbcontent.
[06] StA-L, Genealogischer Nachlass Gebhard Eckler, Nr. 06.
[07] StA-L, Genealogischer Nachlass Gebhard Eckler, Nr. 01.
[08] StA-L, Genealogischer Nachlass Gebhard Eckler, Nr. 12, Nr. 15.
Stammtafeln und Ahnentafeln der Familie Eckler.- Kirchenbuchauszüge.- Korrespondenzen.- Druckschriften.- Fotografien.
Der am 3. Juli 1861 in Gernrode/Harz geborene, aber früh mit den Eltern nach Nauen gekommene Buchbinder Gebhard Eckler übernahm nach dem Tod des Vaters 1887 dessen 1861 gegründete Buchhandlung in Nauen.Er widmete sich darüber hinaus intensiv der Familien- und Heimatforschung. So öffnete er 1901 seine Privatsammlung zur Geschichte des Havellandes, mit dem Ziel, sie der Öffentlichkeit zu präsentieren und Interesse für Heimatgeschichte bei der Bevölkerung zu wecken. 1921 übernahm die Stadt Nauen die Sammlung als städtisches Heimatmuseum und berief zugleich Eckler zum ersten städtischen Museumsleiter. Die Position bekleidete er bis 1940.
Gebhard Ecklers Forschungen zur eigenen Familiengeschichte reichen bis zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs zurück, der älteste nachweisbare Sitz der Familie ist Schadeleben bei Aschersleben. Die Vorfahren Ecklers waren Huf- und Waffenschmiede, Beamte und Pastoren.
  • 2025 | Findbuch / Datenbank
  • 2025-09-29 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5
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