Beständeübersicht
Bestand
22471 Landmaschinen GmbH, Liebertwolkwitz
| Datierung | (1931) 1941 - 1994 |
|---|---|
| Benutzung im | Staatsarchiv Leipzig |
| Umfang (nur lfm) | 1,10 |
Der Bestand enthält auch 21 Archivalien, die vor allem aus rechtlichen Gründen oder aufgrund der laufenden Bearbeitung hier nicht angezeigt werden können. Bitte wenden Sie sich im Bedarfsfall direkt an das Staatsarchiv Kontaktformular
Betriebsgeschichte
Die Landmaschinen GmbH Liebertwolkwitz entstand durch die Umwandlung des VEB Landtechnisches Instandsetzungswerk Liebertwolkwitz in eine Kapitalgesellschaft. Das Unternehmen wurde am 30. Juli 1990 ins Handelsregister (AG Leipzig HRB 268) eingetragen. Geschäftsführer waren Bernd Waschke und Manfred Hendreich, der 1991 als Geschäftsführer ausschied.
Der Betrieb ging zurück auf das Geschäft für Kohlen, Futter- und Düngemittel, Sämereien und landschaftliches Kleingerät, welches der Kaufmann Ahr im Jahr 1864 in Liebertwolkwitz gegründet hatte. Die Firma Ahr & Sohn wurde 1936 durch die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft eGmbH Dresden übernommen. Im März 1949 wurde anstelle der Zweigstelle der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft der "MAS-Maschinenhof" eingerichtet und am Ende des Jahres in "MAS-Leitwerkstatt Liebertwolkwitz" umbenannt. 1952 folgte die umfirmierung zur "MTS-Spezialwerkstatt". Mit der Bildung der VVB Landtechnische Instandsetzung Berlin erfolgte die Errichtung des VEB Landtechnisches Instandsetzungswerk Liebertwolkwitz als untergeordnete juristische Einheit. Der VVB wurde schließlich im Jahr 1985 in das Kombinat Landtechnische Instandsetzung umgebildet. Im Zuge der Privatisierung der DDR-Wirtschaft 1990 wurde der VEB Landtechnisches Instandsetzungswerk Liebertwolkwitz zunächst in die Landmaschinen GmbH umgewandelt. Diese firmierte ab Juli 1991 als MASTA GmbH Maschinen- und Stahlbau Leipzig. Aus dem Kombinat ging die MLT Maschinenbau und Landtechnik GmbH Berlin (AG Charlottenburg HRB 34444) hervor, der die Treuhandanstalt als Holding die Gesellschaftsanteile der Landmaschinen GmbH übertrug.
Der Betrieb betätigte sich in der Herstellung, dem Vertrieb und Verleih sowie Instandsetzung von Erzeugnissen des Maschinenbaus und der Landtechnik, insbesondere Fahrzeuggetriebe, Fahrzeugkupplungen, Maschinen und Geräte der Fördertechnik und der Baumechanisierung sowie Hydraulikerzeugnissen. Die Liquidierung der Kapitalgesellschaft wurde zum 01. Januar 1994 unter dem Liquidator Dr. Wolfgang Schröder eingeleitet. Der Geschäftsbetrieb endete am 31. März 1994. Zum 18. April 1996 wurde die Verschmelzung mit der Muttergesellschaft MLT Maschinenbau und Landtechnik GmbH Berlin wirksam.
Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Die Unterlagen des Bestandes wurden zunächst an das zentrale Lager der Treuhand für Sachsen in Dresden unter der THA-Nr. 936 abgegeben. Bis zur Abgabe an das Staatsarchiv Leipzig lagerte das Schriftgut im Auftrag der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) für die Dauer der Aufbewahrungsfristen erst bei der DISOS GmbH und später bei der Rhenus Archiv Services GmbH. Die erste Anbietung erfolgte durch die DISOS GmbH im Jahr 1996. Die 226 Anbietungspositionen wurden anhand der Anbietungsliste bewertet. Eine zweite Anbietung mit 11 Positionen folgte 1998. Die Abgabe von 24 Einheiten durch die Rhenus Archiv Services GmbH geschah am 31. Mai 2017.
Im Juli 2025 wurde der Bestand durch den Archivinspektoranwärter Stephan Streicher vollständig erschlossen und ein Findbuch angefertigt. Im Rahmen der Bearbeitung wurde eine Nach- und Feinbewertung durchgeführt. Aus technischen Gründen erhöhte sich die Anzahl der Einheiten bei der Verzeichnung durch die Aufteilung in mehrere Bände.
Überlieferungsschwerpunkte
Der Bestand umfasst vor allem Unterlagen des VEB Landtechnisches Instandsetzungswerk sowie seiner Vorgänger seit der Verstaatlichung und der nachfolgenden Kapitalgesellschaft im Eigentum der Treuhandanstalt unter den Firmierungen Landmaschinen GmbH und MASTA GmbH Maschinen- und Stahlbau Leipzig. Quantitativ überwiegen die Dokumente ab 1990.
Schwerpunkte der Überlieferung bilden Unterlagen der Geschäftsführung für die Umbruchszeit 1990-1991 sowie die Bilanzen aus der Finanzbuchhaltung für diesen Zeitraum und aus den 1980er-Jahren. Besonders umfangreich ist die Dokumentation des Bereichs Arbeit und Lohn. Hier liegt mit den Lohn- und Gehaltskontenkarten von 1941-1947 der Zweigstelle Liebertwolkwitz der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft eGmbH Dresden Quellen zum Personal des Betriebs im 2. Weltkrieg und in den unmittelbaren Nachkriegsjahren vor. Daneben liegen mit Betriebskollektivverträgen, den Sozialplänen und Personalakten umfangreiche Materialien zu den Arbeitsverhältnissen im Betrieb vor. Hierzu kommen noch besonders Dokumente des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.
Besonders hervorzuheben sind die Akten aus der DDR-Zeit zur Zusammenarbeit mit den Partnerbetrieben in Ungarn und der Tschechoslowakei. Außerdem stellen die Brigadetagebücher der Brigaden "Roter Oktober" und "Clara Zetkin" wichtige Dokumentationen der Betriebsgeschichte dar.
Hinweise für die Benutzung
Der Bestand enthält Unterlagen, die nach § 10 Abs. 1 Satz 3 des Sächsischen Archivgesetzes erst zehn Jahre nach dem Tod bzw. einhundert Jahre nach der Geburt der betroffenen Person benutzt werden dürfen. Die Vorlage dieser Archivalien ist nur nach gesonderter Prüfung im Wege des Antragsverfahrens zur Schutzfristenverkürzung möglich. Aus Datenschutzgründen werden Verzeichnungsangaben, die einer personenbezogenen Schutzfrist unterliegen, in der online-Fassung des Findbuchs nicht angezeigt. Wir empfehlen eine Nachfrage beim verwahrenden Archiv.
Der Erhaltungszustand der Unterlagen ist gut. Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: StA-L, 22471 Landmaschinen GmbH, Liebertwolkwitz, Nr. (fettgedruckte Zahl).
Bei den überlieferten Personalakten handelt es sich fast ausschließlich um die Unterlagen solcher Mitarbeiter, die in den Vorruhestand gingen oder Altersübergangsgeld erhielten.
Hinweise auf korrespondierende Bestände
Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden:
11394 Landesregierung Sachsen, Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Nr. 768
11514 Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe, Landesverband Sachsen und Bezirksvorstand Dresden
Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig:
20242 Industrie- und Handelskammern Nordwestsachsens, Nr. 2563
20256 Bezirksvertragsgericht Leipzig
21133 SED-Kreisleitung Leipzig-Land, Nr. IV/4/09/172
22030 Staatsarchiv Leipzig, Nr. 1704
Abkürzungsverzeichnis
ABM
Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
AFG
Arbeitsförderungsgesetz
BGL
Betriebsgewerkschaftsleitung
BKV
Betriebskollektivvertrag
BRD
Bundesrepublik Deutschland
BvS
Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben
DDR
Deutsche Demokratische Republik
DIW
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
DM
Deutsche Mark
e.G.
eingetragene Genossenschaft
e.V.
eigetragener Verein
eGmbH
eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht
GmbH
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
KfW
Kreditanstalt für Wiederaufbau
LZG
Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft
MAS
Maschinen-Ausleih-Station
MTS
Maschinen-Traktoren-Station
THA
Treuhandanstalt
VEB
volkseigener Betrieb
VVB
Vereinigung volkseigener Betriebe
Stephan K. Streicher
Juli 2025
Die Landmaschinen GmbH Liebertwolkwitz entstand durch die Umwandlung des VEB Landtechnisches Instandsetzungswerk Liebertwolkwitz in eine Kapitalgesellschaft. Das Unternehmen wurde am 30. Juli 1990 ins Handelsregister (AG Leipzig HRB 268) eingetragen. Geschäftsführer waren Bernd Waschke und Manfred Hendreich, der 1991 als Geschäftsführer ausschied.
Der Betrieb ging zurück auf das Geschäft für Kohlen, Futter- und Düngemittel, Sämereien und landschaftliches Kleingerät, welches der Kaufmann Ahr im Jahr 1864 in Liebertwolkwitz gegründet hatte. Die Firma Ahr & Sohn wurde 1936 durch die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft eGmbH Dresden übernommen. Im März 1949 wurde anstelle der Zweigstelle der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft der "MAS-Maschinenhof" eingerichtet und am Ende des Jahres in "MAS-Leitwerkstatt Liebertwolkwitz" umbenannt. 1952 folgte die umfirmierung zur "MTS-Spezialwerkstatt". Mit der Bildung der VVB Landtechnische Instandsetzung Berlin erfolgte die Errichtung des VEB Landtechnisches Instandsetzungswerk Liebertwolkwitz als untergeordnete juristische Einheit. Der VVB wurde schließlich im Jahr 1985 in das Kombinat Landtechnische Instandsetzung umgebildet. Im Zuge der Privatisierung der DDR-Wirtschaft 1990 wurde der VEB Landtechnisches Instandsetzungswerk Liebertwolkwitz zunächst in die Landmaschinen GmbH umgewandelt. Diese firmierte ab Juli 1991 als MASTA GmbH Maschinen- und Stahlbau Leipzig. Aus dem Kombinat ging die MLT Maschinenbau und Landtechnik GmbH Berlin (AG Charlottenburg HRB 34444) hervor, der die Treuhandanstalt als Holding die Gesellschaftsanteile der Landmaschinen GmbH übertrug.
Der Betrieb betätigte sich in der Herstellung, dem Vertrieb und Verleih sowie Instandsetzung von Erzeugnissen des Maschinenbaus und der Landtechnik, insbesondere Fahrzeuggetriebe, Fahrzeugkupplungen, Maschinen und Geräte der Fördertechnik und der Baumechanisierung sowie Hydraulikerzeugnissen. Die Liquidierung der Kapitalgesellschaft wurde zum 01. Januar 1994 unter dem Liquidator Dr. Wolfgang Schröder eingeleitet. Der Geschäftsbetrieb endete am 31. März 1994. Zum 18. April 1996 wurde die Verschmelzung mit der Muttergesellschaft MLT Maschinenbau und Landtechnik GmbH Berlin wirksam.
Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Die Unterlagen des Bestandes wurden zunächst an das zentrale Lager der Treuhand für Sachsen in Dresden unter der THA-Nr. 936 abgegeben. Bis zur Abgabe an das Staatsarchiv Leipzig lagerte das Schriftgut im Auftrag der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) für die Dauer der Aufbewahrungsfristen erst bei der DISOS GmbH und später bei der Rhenus Archiv Services GmbH. Die erste Anbietung erfolgte durch die DISOS GmbH im Jahr 1996. Die 226 Anbietungspositionen wurden anhand der Anbietungsliste bewertet. Eine zweite Anbietung mit 11 Positionen folgte 1998. Die Abgabe von 24 Einheiten durch die Rhenus Archiv Services GmbH geschah am 31. Mai 2017.
Im Juli 2025 wurde der Bestand durch den Archivinspektoranwärter Stephan Streicher vollständig erschlossen und ein Findbuch angefertigt. Im Rahmen der Bearbeitung wurde eine Nach- und Feinbewertung durchgeführt. Aus technischen Gründen erhöhte sich die Anzahl der Einheiten bei der Verzeichnung durch die Aufteilung in mehrere Bände.
Überlieferungsschwerpunkte
Der Bestand umfasst vor allem Unterlagen des VEB Landtechnisches Instandsetzungswerk sowie seiner Vorgänger seit der Verstaatlichung und der nachfolgenden Kapitalgesellschaft im Eigentum der Treuhandanstalt unter den Firmierungen Landmaschinen GmbH und MASTA GmbH Maschinen- und Stahlbau Leipzig. Quantitativ überwiegen die Dokumente ab 1990.
Schwerpunkte der Überlieferung bilden Unterlagen der Geschäftsführung für die Umbruchszeit 1990-1991 sowie die Bilanzen aus der Finanzbuchhaltung für diesen Zeitraum und aus den 1980er-Jahren. Besonders umfangreich ist die Dokumentation des Bereichs Arbeit und Lohn. Hier liegt mit den Lohn- und Gehaltskontenkarten von 1941-1947 der Zweigstelle Liebertwolkwitz der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft eGmbH Dresden Quellen zum Personal des Betriebs im 2. Weltkrieg und in den unmittelbaren Nachkriegsjahren vor. Daneben liegen mit Betriebskollektivverträgen, den Sozialplänen und Personalakten umfangreiche Materialien zu den Arbeitsverhältnissen im Betrieb vor. Hierzu kommen noch besonders Dokumente des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.
Besonders hervorzuheben sind die Akten aus der DDR-Zeit zur Zusammenarbeit mit den Partnerbetrieben in Ungarn und der Tschechoslowakei. Außerdem stellen die Brigadetagebücher der Brigaden "Roter Oktober" und "Clara Zetkin" wichtige Dokumentationen der Betriebsgeschichte dar.
Hinweise für die Benutzung
Der Bestand enthält Unterlagen, die nach § 10 Abs. 1 Satz 3 des Sächsischen Archivgesetzes erst zehn Jahre nach dem Tod bzw. einhundert Jahre nach der Geburt der betroffenen Person benutzt werden dürfen. Die Vorlage dieser Archivalien ist nur nach gesonderter Prüfung im Wege des Antragsverfahrens zur Schutzfristenverkürzung möglich. Aus Datenschutzgründen werden Verzeichnungsangaben, die einer personenbezogenen Schutzfrist unterliegen, in der online-Fassung des Findbuchs nicht angezeigt. Wir empfehlen eine Nachfrage beim verwahrenden Archiv.
Der Erhaltungszustand der Unterlagen ist gut. Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: StA-L, 22471 Landmaschinen GmbH, Liebertwolkwitz, Nr. (fettgedruckte Zahl).
Bei den überlieferten Personalakten handelt es sich fast ausschließlich um die Unterlagen solcher Mitarbeiter, die in den Vorruhestand gingen oder Altersübergangsgeld erhielten.
Hinweise auf korrespondierende Bestände
Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden:
11394 Landesregierung Sachsen, Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Nr. 768
11514 Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe, Landesverband Sachsen und Bezirksvorstand Dresden
Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig:
20242 Industrie- und Handelskammern Nordwestsachsens, Nr. 2563
20256 Bezirksvertragsgericht Leipzig
21133 SED-Kreisleitung Leipzig-Land, Nr. IV/4/09/172
22030 Staatsarchiv Leipzig, Nr. 1704
Abkürzungsverzeichnis
ABM
AFG
BGL
BKV
BRD
BvS
DDR
DIW
DM
e.G.
e.V.
eGmbH
GmbH
KfW
LZG
MAS
MTS
THA
VEB
VVB
Stephan K. Streicher
Juli 2025
Betriebskollektivverträge.- Brigadetagebücher.- Finanzen.- Personalunterlagen.- Sozialplan.- Lohn- und Gehaltskontenkarten.- Gutachten.- Arbeits- und Gesundheitzschutzunterlagen.- Auflösung des Betriebs.
Die Landmaschinen GmbH, Liebertwolkwitz wurde im Jahre 1990 als Nachfolgebetrieb des VEB Landtechnisches Instandsetzungswerk Liebertwolkwitz gegründet. Die Landmaschinen GmbH wurde im Folgejahr in MASTA GmbH Maschinen- und Stahlbau Leipzig umbenannt. Im Jahr 1993 wurde die Gesellschaft aufgelöst und fusionierte 1996 mit der MLT Maschinenbau und Landtechnik GmbH.
- 2025 | Findbuch / Datenbank
- 2025-09-29 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5