Beständeübersicht
Bestand
22509 Forstamt Colditz
| Datierung | 1980 - 2001 |
|---|---|
| Benutzung im | Staatsarchiv Leipzig |
| Umfang (nur lfm) | 1,60 |
Der Bestand enthält auch 43 Archivalien, die vor allem aus rechtlichen Gründen oder aufgrund der laufenden Bearbeitung hier nicht angezeigt werden können. Bitte wenden Sie sich im Bedarfsfall direkt an das Staatsarchiv Kontaktformular
Geschichte des Forstamtes Colditz
Das Forstamt Colditz, das von 1991 bis 2006 bestand, spiegelt die Veränderungen und Herausforderungen wider, die sich im Forstwesen und der Forstverwaltung im Zuge der deutschen Wiedervereinigung ergaben. Nach 1990 standen die ostdeutschen Forstämter, darunter auch Colditz, vor der Aufgabe, die Forststrukturen an die westdeutschen Standards anzupassen. Dies beinhaltete sowohl organisatorische als auch ökologische Herausforderungen.
Das Forstamt Colditz erstreckte sich über das Mulde-Lößhügelland und reichte im Süden bis ins Altenburg-Zeitzer Lößhügelland. Sein Verwaltungsbereich schloss vier Städte und 26 ländliche Gemeinden ein. Im 20. Jahrhundert kämpfte die Region mit zunehmender Instabilität der Fichtenreinbestände, die vor allem durch Krankheiten und Witterungseinflüsse geschwächt wurden. Infolgedessen begann man, die Eiche als stabilere und standortgerechtere Baumart in den Wäldern anzusiedeln. In der DDR-Zeit wurde die Waldwirtschaft durch einen hohen Holzbedarf geprägt, was zu intensivem Holzeinschlag und oft nur bedingt nachhaltigen Praktiken führte.
Umstrukturierung und ökologische Anpassungen nach der Wiedervereinigung
Mit der Wiedervereinigung begann 1991 ein umfangreicher Prozess der Umstrukturierung in den Forstämtern der neuen Bundesländer. Das Forstamt Colditz stellte sich auf die neuen, stärker ökologisch ausgerichteten Richtlinien ein. Hierzu zählte der Umbau der Wälder in standortgerechte Mischwälder, der die in der DDR-Zeit angelegten, instabilen Fichtenreinbestände ablöste. Ziel war es, widerstandsfähigere und ökologisch ausgewogenere Waldstrukturen zu schaffen, die an die spezifischen Gegebenheiten des Mulde-Lößhügellandes angepasst sind. Die Förderung der Eiche und anderer Laubbäume spielte hierbei eine zentrale Rolle.
Ökonomische Herausforderungen und Personalabbau
Die neuen Anforderungen an die Forstwirtschaft führten auch zu einem starken Druck auf die Wirtschaftlichkeit der Forstämter. In den 1990er und frühen 2000er Jahren kam es deutschlandweit zu Haushaltskürzungen und Effizienzmaßnahmen, von denen auch das Forstamt Colditz betroffen war. Dies führte zu Stellenkürzungen und einer zunehmenden Rationalisierung der Forstverwaltung.
Fusion und Auflösung
In einem weiteren Schritt zur Effizienzsteigerung und im Zuge einer überregionalen Neuordnung der Forststrukturen wurde 2006 das Forstamt Colditz mit anderen Forstämtern fusioniert und schließlich aufgelöst. Die Verantwortlichkeiten wurden an übergeordnete Einheiten übertragen, und die verbliebenen Mitarbeitenden des Forstamts wurden in andere Forstämter integriert.
Bestandsgeschichte und –bearbeitung
Der Bestand des Forstamtes Colditz wurde 2006 bewertet und ins Staatsarchiv Leipzig übernommen. Es lagen bislang keinerlei Findmittel vor. Im Oktober 2024 wurde der Bestand von der Bearbeiterin einfach verzeichnet und eine Klassifikation erstellt. Eine archivtechnische Bearbeitung steht noch aus. Aufgrund der Umstrukturierung der sächsischen Forstverwaltung werden keine Zugänge mehr erwartet.
Überlieferungsschwerpunkte
Inhaltlich dokumentiert der Bestand die Anleitung und Kontrolle der Forstreviere, Grundbesitzangelegenheiten, Forstschutz, Naturschutz, Jagd sowie Angebote in der Öffentlichkeitsarbeit.
Verweise auf korrespondierende Bestände
22105 Staatlicher Forstwirtschaftsbetrieb Grimma
13815 Sächsische Landesanstalt für Forsten
13494 Staatsbetrieb Sachsenforst
Hinweise für die Benutzung
Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: SächsStA-L, 22509 Forstamt Colditz, Nr. (fettgedruckte Zahl).
Der Bestand enthält Unterlagen, die nach § 10 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 des Sächsischen Archivgesetzes erst 30 Jahre nach Ablauf der allgemeinen Schutzfrist benutzt werden dürfen; daneben enthält der Bestand auch Unterlagen, die nach § 10 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3c gesperrt sind. Die Vorlage dieser Archivalien ist nur nach gesonderter Prüfung im Wege des Antragsverfahrens zur Schutzfristenverkürzung möglich. Aus technischen Gründen können Verzeichnungseinheiten, die mit einer Schutzfrist gekennzeichnet sind, derzeit in der online-Fassung des Findbuchs nicht angezeigt werden. Wir empfehlen eine Nachfrage beim verwahrenden Archiv.
Kristina Paul
November 2024
Das Forstamt Colditz, das von 1991 bis 2006 bestand, spiegelt die Veränderungen und Herausforderungen wider, die sich im Forstwesen und der Forstverwaltung im Zuge der deutschen Wiedervereinigung ergaben. Nach 1990 standen die ostdeutschen Forstämter, darunter auch Colditz, vor der Aufgabe, die Forststrukturen an die westdeutschen Standards anzupassen. Dies beinhaltete sowohl organisatorische als auch ökologische Herausforderungen.
Das Forstamt Colditz erstreckte sich über das Mulde-Lößhügelland und reichte im Süden bis ins Altenburg-Zeitzer Lößhügelland. Sein Verwaltungsbereich schloss vier Städte und 26 ländliche Gemeinden ein. Im 20. Jahrhundert kämpfte die Region mit zunehmender Instabilität der Fichtenreinbestände, die vor allem durch Krankheiten und Witterungseinflüsse geschwächt wurden. Infolgedessen begann man, die Eiche als stabilere und standortgerechtere Baumart in den Wäldern anzusiedeln. In der DDR-Zeit wurde die Waldwirtschaft durch einen hohen Holzbedarf geprägt, was zu intensivem Holzeinschlag und oft nur bedingt nachhaltigen Praktiken führte.
Umstrukturierung und ökologische Anpassungen nach der Wiedervereinigung
Mit der Wiedervereinigung begann 1991 ein umfangreicher Prozess der Umstrukturierung in den Forstämtern der neuen Bundesländer. Das Forstamt Colditz stellte sich auf die neuen, stärker ökologisch ausgerichteten Richtlinien ein. Hierzu zählte der Umbau der Wälder in standortgerechte Mischwälder, der die in der DDR-Zeit angelegten, instabilen Fichtenreinbestände ablöste. Ziel war es, widerstandsfähigere und ökologisch ausgewogenere Waldstrukturen zu schaffen, die an die spezifischen Gegebenheiten des Mulde-Lößhügellandes angepasst sind. Die Förderung der Eiche und anderer Laubbäume spielte hierbei eine zentrale Rolle.
Ökonomische Herausforderungen und Personalabbau
Die neuen Anforderungen an die Forstwirtschaft führten auch zu einem starken Druck auf die Wirtschaftlichkeit der Forstämter. In den 1990er und frühen 2000er Jahren kam es deutschlandweit zu Haushaltskürzungen und Effizienzmaßnahmen, von denen auch das Forstamt Colditz betroffen war. Dies führte zu Stellenkürzungen und einer zunehmenden Rationalisierung der Forstverwaltung.
Fusion und Auflösung
In einem weiteren Schritt zur Effizienzsteigerung und im Zuge einer überregionalen Neuordnung der Forststrukturen wurde 2006 das Forstamt Colditz mit anderen Forstämtern fusioniert und schließlich aufgelöst. Die Verantwortlichkeiten wurden an übergeordnete Einheiten übertragen, und die verbliebenen Mitarbeitenden des Forstamts wurden in andere Forstämter integriert.
Bestandsgeschichte und –bearbeitung
Der Bestand des Forstamtes Colditz wurde 2006 bewertet und ins Staatsarchiv Leipzig übernommen. Es lagen bislang keinerlei Findmittel vor. Im Oktober 2024 wurde der Bestand von der Bearbeiterin einfach verzeichnet und eine Klassifikation erstellt. Eine archivtechnische Bearbeitung steht noch aus. Aufgrund der Umstrukturierung der sächsischen Forstverwaltung werden keine Zugänge mehr erwartet.
Überlieferungsschwerpunkte
Inhaltlich dokumentiert der Bestand die Anleitung und Kontrolle der Forstreviere, Grundbesitzangelegenheiten, Forstschutz, Naturschutz, Jagd sowie Angebote in der Öffentlichkeitsarbeit.
Verweise auf korrespondierende Bestände
22105 Staatlicher Forstwirtschaftsbetrieb Grimma
13815 Sächsische Landesanstalt für Forsten
13494 Staatsbetrieb Sachsenforst
Hinweise für die Benutzung
Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: SächsStA-L, 22509 Forstamt Colditz, Nr. (fettgedruckte Zahl).
Der Bestand enthält Unterlagen, die nach § 10 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 des Sächsischen Archivgesetzes erst 30 Jahre nach Ablauf der allgemeinen Schutzfrist benutzt werden dürfen; daneben enthält der Bestand auch Unterlagen, die nach § 10 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3c gesperrt sind. Die Vorlage dieser Archivalien ist nur nach gesonderter Prüfung im Wege des Antragsverfahrens zur Schutzfristenverkürzung möglich. Aus technischen Gründen können Verzeichnungseinheiten, die mit einer Schutzfrist gekennzeichnet sind, derzeit in der online-Fassung des Findbuchs nicht angezeigt werden. Wir empfehlen eine Nachfrage beim verwahrenden Archiv.
Kristina Paul
November 2024
Organisation.- Waldbau.- Jagd.- Forstschutz.
Das Forstamt Colditz wurde 1991 als untere Forstbehörde aus dem ehemaligen Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Wermsdorf gebildet. Es war der Forstdirektion Chemnitz nachgeordnet. Bestehend aus den Forstrevieren Colditz, Waldmühle, Glasten, Thümmlitzwald, Nimbschen, Muldental und Streitwald erstreckte sich seine örtliche Zuständigkeit auf große Teile des Landkreises Leipziger Land und des Muldentalkreises.
Das Forstamt Colditz nahm, wie alle Forstämter Sachsens, die den Wald betreffenden hoheitlichen Aufgaben, insbesondere die Forstaufsicht, wahr. Es wirkte zudem bei Raumordnungsverfahren, der Landes- und Regionalplanung sowie bei Umwelt- und Naturschutzangelegenheiten mit und beriet und schulte Privatwaldbesitzer.
Das Forstamt Colditz nahm, wie alle Forstämter Sachsens, die den Wald betreffenden hoheitlichen Aufgaben, insbesondere die Forstaufsicht, wahr. Es wirkte zudem bei Raumordnungsverfahren, der Landes- und Regionalplanung sowie bei Umwelt- und Naturschutzangelegenheiten mit und beriet und schulte Privatwaldbesitzer.
- 2025 | Elektronisches Findmittel
- 2025-09-29 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5