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Beständeübersicht

Bestand

22567 Vorlass Andreas Wilde

Datierung1900 - 2024
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)1,60

Der Bestand enthält auch 21 Archivalien, die vor allem aus rechtlichen Gründen oder aufgrund der laufenden Bearbeitung hier nicht angezeigt werden können. Bitte wenden Sie sich im Bedarfsfall direkt an das Staatsarchiv Kontaktformular

Biografie von Andreas Wilde

Andreas Wilde wurde 1953 in Leipzig-Leutzsch geboren und besuchte in Leipzig die Schule. In den Jahren 1975 bis 1979 studierte er an der Hochschule für Bauwesen, anschließend bis 1981 an der Ingenieurschule für Bauwesen in Leipzig, die er als Ingenieur für Hochbau abschloss. Bis 1989 war er im VE Kombinat für Baureparaturen (KBR) Leipzig als Ingenieur für Forschung und Entwicklung tätig.[01] In der Umbruchphase 1989/90 übernahm er im Büro für architekturbezogene Kunst und Denkmalpflege die Leitung des Bereichs Werkstatt und Projektierung.
Ab 1992 war Wilde im öffentlichen Dienst tätig, zunächst beim Landkreis Leipzig (später Leipziger Land), ab 1999 beim Landkreis Delitzsch (später Landkreis Nordsachsen). Als Mitarbeiter des Bauordnungsamts war er unter anderem an den Genehmigungsverfahren für zwei der bedeutendsten Bauprojekte der Region in den 1990er Jahren beteiligt: Neue Messe Leipzig sowie Flughafen Leipzig-Halle. Seit 2013 befindet er sich im Ruhestand.
Seine genealogischen Forschungen nahm Andreas Wilde 1999 auf. Sie erstrecken sich sowohl auf seine eigene Familie als auch auf die Vorfahren seiner Ehefrau. Zentrale Linien sind neben der Familie Wilde aus Nordsachsen, die Familie seiner Mutter Dorothea Wilde, geb. Elste. Wildes Großvater Wilhelm Elste war, wie dessen Vater, Pianobauer in Leipzig.[02] Die Vorfahren Julia Elstes, geb. Schluppek führen nach Böhmen, weitere Familienzweige in die Bukowina (u.a. Sobko, Maier, Butz, Bänder und Fritz).

Bestandsgeschichte und Bearbeitung

Andreas Wilde hat seit 2010 erste genealogische Forschungen in Form gebundener Familienbücher an das Staatsarchiv in Leipzig übergeben, die zunächst dem Bestand Genealogische Mappenstücke (22179) zugeordnet und in diesem verzeichnet wurden. Mit der Abgabe der Unterlagen zu seiner beruflichen Tätigkeit und originaler Dokumente von Familienmitgliedern im Januar 2024 wurde ein eigener Bestand gebildet, in den auch die in den Mappenstücken verzeichneten genealogischen Unterlagen eingefügt wurden.
Im Rahmen der Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Archiv hat Christin Maiwald die Verzeichnungsangaben 2025 entsprechend der Erschließungsrichtlinie des Sächsischen Staatsarchivs überarbeitet bzw. neu in AUGIAS 9.2 aufgenommen.

Überlieferungsschwerpunkte

Die Überlieferung weist zwei thematische Schwerpunkte auf. Zum einen umfasst sie die umfangreichen genealogischen Forschungen von Andreas Wilde, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Diese Arbeiten liegen überwiegend in gebundener Form vor und enthalten neben der Familiengeschichte auch heimatkundliche Beiträge sowie historische Einordnungen. Der zweite Schwerpunkt dokumentiert die berufliche Tätigkeit Andreas Wildes als Bauingenieur, bietet Einblicke in seine Projekte und enthält darüber hinaus originale Familiendokumente.
In den Familienbüchern finden sich Kopien und Transkriptionen aus Kirchenbüchern und Personenstandsregistern sowie von Wilde erstellte Ahnenlisten und Ahnentafeln. Ergänzt werden sie unter anderem durch Zeitungsausschnitte, (historische) Karten, Kopien aus Ortschroniken, Lexikoneinträge zu Orten, Berufsständen oder historischen Ereignissen sowie Kopien aus Adressbüchern und zahlreichen Familienfotos (Kopien). Ein von Wilde erstellter Band bietet eine Gesamtübersicht über bis 2015 abgegebene Unterlagen und vermittelt einen Überblick über die zu den einzelnen Familienzweigen vorgelegten Forschungsergebnisse.[03]
Der berufliche Teil des Vorlasses enthält neben Handakten Wildes, die u. a. die Kommunikation des Bauordnungsamts mit den für den Bau der Neuen Messe und des Flughafens verantwortlichen Firmen dokumentieren, v. a. zeitgenössische Presseartikel, die Rückschlüsse auf die öffentliche Wahrnehmung dieser Großprojekte erlauben. Ergänzt werden diese Unterlagen durch Prospekte, Presseinformationsmappen und zahlreiche Baupläne, Grundrisse und Konstruktionsskizzen sowie Karten. Auch Fotografien, die Wilde von Baustellen oder einzelnen Bauabschnitten anfertigte, liegen den Akten bei. Zudem liefern die Unterlagen wertvolle Hinweise auf die strukturellen Herausforderungen im Transformationsprozess der Nachwendezeit, insbesondere bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen aus der DDR und der Eingruppierung in neue Gehaltssysteme.

Hinweise zur Benutzung

Für die Einsichtnahme sind die Regeln des Datenschutzes zu beachten. Es gelten die in § 10 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 und § 10 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3b des Sächsischen Archivgesetzes festgelegten Schutzfristen. Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: StA-L 22567 Vorlass Andreas Wilde, Nr. 1.

Verweis auf korrespondierende Bestände im Staatsarchiv Leipzig

20291 Ingenieurschule für Bauwesen Leipzig
22363 Julius Feurich, Pianofortefabrik und Instrumentenbau, Leipzig
20246 Büro für architekturbezogene Kunst Leipzig

Christin Maiwald
August 2025


[01] Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (StA-L), 22567 Vorlass Andreas Wilde, Nr. 32.
[02] StA-L, 22567 Vorlass Andreas Wilde, Nr. 06, Nr. 07 und Nr. 23
[03] StA-L, 22567 Vorlass Andreas Wilde, Nr. 17.

Korrespondenz und Dokumente zum Berufsleben.- Karten, Pläne, Risse.- Fotografien.- Ahnenlisten und Ahnentafeln.- Druckschriften.- Biografische Dokumente von Familienangehörigen.
Andreas Wilde wurde 1953 in Leipzig geboren und besuchte dort auch die Schule. Anschließend studierte er an der Hochschule für Bauwesen und an der Ingenieurschule für Bauwesen in Leipzig, die er 1981 als Ingenieur für Hochbau abschloss. Bis 1989 war er im VE Kombinat für Baureparaturen (KBR) Leipzig als Ingenieur für Forschung und Entwicklung tätig. Ab 1992 war Wilde im öffentlichen Dienst tätig, zunächst beim Landkreis Leipzig (später Leipziger Land), ab 1999 beim Landkreis Delitzsch (später Landkreis Nordsachsen). Als Mitarbeiter des Bauordnungsamts war er unter anderem an den Genehmigungsverfahren für zwei der bedeutendsten Bauprojekte der Region in den 1990er Jahren beteiligt: Neue Messe Leipzig sowie Flughafen Leipzig-Halle. Seine genealogischen Forschungen nahm Andreas Wilde 1999 auf. Sie reichen bis ins 16. Jh. zurück und führen u. a. nach Böhmen und in die Bukowina.
  • 2025 | Findbuch / Datenbank
  • 2026-03-10 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5
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