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Beständeübersicht

Bestand

22583 VEB Betonwerke Bad Lausick

Datierung1958 - 1995
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)0,33
Betriebsgeschichte

Der VEB Betonwerke Bad Lausick produzierte Transportbeton und Betonfertigerzeugnisse. Insbesondere wurden Kleinkläranlagen und Betonfenster gefertigt. Standort war die Bornaer Straße 72 a in Bad Lausick in der Gemarkung Heinersdorf.
Der Betrieb wurde zum Oktober 1958 als Produktionsgenossenschaft durch den Zusammenschluss von drei Handwerksbetrieben gegründet. Die Registrierung im Register des Kreises Geithain erfolgte bereits im September als Produktionsgenossenschaft des Bau- und Betonsteinhandwerks mit 27 Mitgliedern und drei Vorstandmitgliedern.[01] Die PGH firmierte auch unter der Bezeichnung PGH "Bau- und Betonstein" Bad Lausick/Heinersdorf. Durch Mitgliederbeschluss vom 07. Februar 1968 wurde zum 01. März der Name zu PGH "Beton" Bad Lausick geändert. Die PGH wurde in Folge der Übernahme in Volkseigentum am 06. Dezember 1973 aus dem Register gelöscht. Als volkseigener Betrieb firmierte das Unternehmen durch die Gründungsanweisung des Rates des Kreises Geithain mit Wirkung vom 31. Mai 1972 als VEB Betonwerke Bad Lausick. Am 31. Dezember 1978 verlor der Betrieb auf Anweisung des Bezirksbauamtes seine Rechtsfähigkeit. Das Betonwerk wurde zu einem Betriebsteil des VEB Baustoffkombinat Nobitz.[02]
Im Zuge der Privatisierung der staatlichen DDR-Wirtschaft ab 1990 wurde das Baustoffkombinat Nobitz in mehrere Kapitalgesellschaften umgewandelt. Neben der Baustoffwerke Nobitz GmbH, der Betonwerk Wurzen GmbH und der Betonelemente Thonhausen GmbH entstand so aus dem VEB Betonwerke Bad Lausick im Baustoffkombinat Nobitz die Beton GmbH Bad Lausick (HRB 1895). Die Geschäftsführung übernahm zunächst der Bauingenieur Joachim Czichos. Im Februar 1993 wurde Rolf Loschelder als alleiniger Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen. Die Gesellschafterversammlung vom 02. März 1993 beschloss die Auflösung der Gesellschaft und bestellte den Berliner Rechtsanwalt Dr. Roland Steinmeyer zum Liquidator. Die Firma erlosch mit der Eintragung der Beendigung der Liquidation am 15. April 1998.[03]

Bestandsgeschichte und -bearbeitung

Die Geschäftsunterlagen der Beton GmbH Bad Lausick wurden am 16. Mai 1995 durch die E.C.O. Wirtschaftsberatungsgesellschaft mbH an das Landesdepot Sachsen der DISOS GmbH unter der Treuhandnummer 259 abgegeben. Nach einer Neuausschreibung der Lagerungsdienstleistung wurden die Unterlagen bis zum Ablaufen der Aufbewahrungsfristen bei der Rhenus Archiv Services GmbH Großbeeren verwahrt. Die Abgabe an das Staatsarchiv Leipzig erfolgte am 19. April 2017 mit 5 Abgabepositionen.
Der Bestand wurde im Rahmen des Abschlusspraktikums von Archivinspektoranwärter Stephan Streicher im Juli 2025 vollständig erschlossen und ein Findbuch erstellt. Im Rahmen der Bearbeitung wurde eine Nach- und Feinbewertung durchgeführt. Aus technischen Gründen erhöhte sich die Anzahl der Einheiten bei der Verzeichnung durch die Aufteilung in mehrere Bände.

Überlieferungsschwerpunkte

Im Bestand enthalten sind Dokumente des VEB Betonwerke Bad Lausick, sowohl als selbständiger Betrieb, als auch als Betriebsteil des VEB Baustoffkombinat Nobitz. Daneben ist in geringem Umfang die Überlieferung seines Vorgängers der PGH "Bau- und Betonstein" bzw. "Beton" sowie in größerem Maße Unterlagen aus der Zeit der Beton GmbH vorhanden. Für die Materialen aller drei Phasen des Betriebs liegt der Schwerpunkt auf Unterlagen der Finanzbuchhaltung und Wirtschaftsplanung. Sie erlauben eine eingehende Betrachtung der wirtschaftlichen Entwicklung des Betriebs.

Hinweise für die Benutzung

Der Bestand enthält sowohl Unterlagen, die nach § 10 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 des Sächsischen Archivgesetzes erst dreißig Jahre nach der Entstehung benutzt werden dürfen, als auch Un-terlagen, die nach § 10 Abs. 1 Satz 3 des Sächsischen Archivgesetzes erst zehn Jahre nach dem Tod bzw. einhundert Jahre nach der Geburt der betroffenen Person benutzt werden dürfen. Die Vorlage dieser Archivalien ist nur nach gesonderter Prüfung im Wege des Antragsverfahrens zur Schutzfristenverkürzung möglich.
Der Erhaltungszustand der Unterlagen ist gut. Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: StA-L, 22583 VEB Betonwerke Bad Lausick, Nr. (fettgedruckte Zahl).

Hinweise auf korrespondierende Bestände

20237 Bezirkstag / Rat des Bezirkes
20256 Bezirksvertragsgericht Leipzig, Nr. 4629
22169 Register des Kreises Geithain, Nr. 14

Abkürzungen

GmbH
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
PGH
Produktionsgenossenschaft des Handwerks
VEB
volkseigener Betrieb

Stephan Konrad Streicher
Juli 2025


[01] Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (StA-L), 22169 Register des Kreises Geithain, Nr. 14.
[02] Sächsisches Staatsarchiv, StA-L, 20256 Bezirksvertragsgericht Leipzig, Nr. 4629.
[03] Übersicht zur Betriebsgeschichte und ein Bericht zur Entwicklung des Betriebs bis 1973: Sächsisches Staatsarchiv, StA-L, 22583 VEB Betonwerke Bad Lausick, Nr. 03.
Bilanzen.- Planung.- Berichterstattung.- Verträge.
Zum 1. Oktober 1958 wurde aus mehreren Handwerksbetrieben die PGH "Beton und Betonstein" Bad Lausick gegründet. Die Überführung in Volkseigentum als VEB Betonwerke Bad Lausick erfolgte im Mai 1972. Ab 1978 gehörte der Betrieb zum VEB Baustoffkombinat Nobitz. Bei der Privatisierung des Kombinats wurde er unter der Bezeichnung Beton GmbH Bad Lausick in eine selbständige Kapitalgesellschaft umgewandelt. Die Liquidation der Gesellschaft wurde von 1993 bis 1998 durchgeführt.
Der Betrieb produzierte neben Transportbeton insbesondere Kleinkläranlagen und Betonfenster.
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