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Beständeübersicht

Bestand

30433 Bezirksinstitut für Sozialhygiene und Organisation des Gesundheitsschutzes Karl-Marx-Stadt

Datierung1950 - 1990
Benutzung im Staatsarchiv Chemnitz
Umfang (nur lfm)37,48

Der Bestand enthält auch 12 Archivalien, die vor allem aus rechtlichen Gründen oder aufgrund der laufenden Bearbeitung hier nicht angezeigt werden können. Bitte wenden Sie sich im Bedarfsfall direkt an das Staatsarchiv Kontaktformular

1. Geschichte des Bezirksinstituts für Sozialhygiene und Organisation des Gesundheitsschutzes
Gebildet auf der Grundlage der Anweisung über das Statut des Bezirksinstituts für Sozialhygiene und Organisation des Gesundheitsschutzes (BISOG) vom 18. Mai 1981 und hervorgegangen aus dem medizinisch-statistischen Büro des Bezirkes (GBl. II/86 v. 15.09.1967) und dem Büro für Sozialhygiene (ab 1977) hatte das BISOG als bezirksgeleitete Leiteinrichtung mit juristischer Selbstständigkeit den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu beurteilen und staatliche Entscheidungen auf dem Gebiet der Planung, Leitung und Organisation der medizinischen und sozialen Betreuung der Bevölkerung vorzubereiten. Zu seinen Hauptaufgaben gehörten: Medizinalstatistik, Analytik, Sozialhygiene und Organisation des Gesundheitsschutzes unter Anwendung der Mikrorechentechnik, EDV und Informatik. Das BISOG war gleichzeitig Konsultationszentrum zur Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen für Leitung, Planung und damit im Zusammenhang stehende Fragen auf Bezirksebene und für die Weiterbildung auf den vorgenannten Gebieten. Es organisierte und führte Veranstaltungen durch und erarbeitete Publikationen.
Das BISOG war in 4 Abteilungen gegliedert: Medizinalstatistik (Statistik, gesellschaftliches Arbeitsvermögen, Analytik); medizinische Informatik (System- und Anwendungsprogrammierung); Organisation des Gesundheitsschutzes (Struktur- und Netzplanung, Leitung und Planung wirtschaftlich-technischer Prozesse) und Büro für Neuererwesen des Bezirksarztes (Neuererwesen, MMM-Bewegung, Jugendpolitik).
Die Berufung bzw. Abberufung seines Direktors erfolgte durch den Bezirksarzt.
Für die Planung und Bereitstellung der Haushaltmittel des BISOG war die Abt. Gesundheits- und Sozialwesen (GSW) im Rat des Bezirkes (RdB) verantwortlich.
Unmittelbarer Funktionsvorgänger des BISOG war das Referat Organisation des Gesundheitsschutzes der Abt. GSW beim Rat des Bezirkes.
Das BISOG stellte nach der politischen Wende in der DDR 1989/1990 seine Tätigkeit ohne Nachfolger ein.


2. Bestandsgeschichte
Unterlagen des BISOG (ca. 22,00 lfm) wurden 1991 vom Bezirksinstitut selbst und vom Regierungspräsidium Chemnitz an das Staatsarchiv Chemnitz übergeben. Die Akten waren über eine Findkartei und Ablieferungsverzeichnisse recherchierbar. Die Findkartei wurde 2006, die Ablieferungsverzeichnisse 2014 retrokonvertiert. Ziel der Konversion war die Verbesserung der Recherchemöglichkeiten durch die Eingabe in die Erschließungsdatenbank Augias-Archiv. Dabei wurden die maschinenschriftlich vorliegenden Angaben ohne inhaltliche Veränderung in die digitale Form überführt. Die in den Findmitteln verwendete Terminologie, welche auch die gesellschaftlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt der Bearbeitung widerspiegelt, blieb folglich unberührt. Eine – fachlich wünschenswerte – Überarbeitung kann derzeit aus Kapazitätsgründen nicht erfolgen.


3. Bestandsanalyse
Der Bestand enthält hauptsächlich Fakten zur Entwicklung des Gesundheits- und Sozialwesens im Bezirk Karl-Marx-Stadt – insbesondere zu sozialen Aspekten – und Kennziffern zur Entwicklung bestimmter Krankheiten und Maßnahmen zu deren Bekämpfung.
Anhand der überlieferten Statistiken und Analysen ist die Situation im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens des Bezirkes Karl-Marx-Stadt sehr gut nachvollziehbar.
Über die nach außen wirkende Tätigkeit des BISOG hinaus dokumentiert dessen Überlieferung natürlich auch die eigene (innere) Verwaltung, Struktur und Organisation. An dieser Stelle soll auch auf die enge Zusammenarbeit zwischen BISOG, dem Bezirksarzt und der Abt. GSW beim RdB, die im Bestand deutlich dokumentiert ist, hingewiesen werden.
Auf Grund ihres funktionalen Zusammenhangs sollten erforderlichenfalls auch die Überlieferungen in den kommunalen Archiven sowie die zentraler Behörden eingesehen werden.

Aktenhauptgruppen sind:
Statistiken, Krankenblattdokumentation, Betreuung besonderer Bevölkerungsgruppen, Projektdokumentationen, Berichte, Planungsunterlagen (Haushalt), Leitungsdokumente und Inspektionsberichte medizinischer Einrichtungen im Zuständigkeitsbereich.


4. Quellen und Literatur
• Handbuch Deutsche Demokratische Republik.- Leipzig: VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig. 1979.
• 30433, BISOG, Nr. 355

Rechtsgrundlagen:
• AO über die Errichtung und Tätigkeit der Medizinisch-Statistischen Büros in den Bezirken, GBl. der DDR/II, Nr. 86 v. 15.09.1967.
• Anweisung über das Statut des Instituts für Sozialhygiene und Organisation des Gesundheitswesens, VuM des MfG 3/88.
• Anweisung über die Informationsordnung des Ministers für Gesundheitswesen – Informationsordnung, VuM des MfG 3/88.
• Anweisung über das Statut des Instituts für Medizinische Statistik und Datenverarbeitung, VuM des MfG 4/88


5. Abkürzungen
Abt.|-----|Abteilung
AG|-----|Arbeitsgruppe
BISOG|-----|Bezirksinstitut für Sozialhygiene und Organisation des Gesundheitsschutzes
BKH|-----|Bezirkskrankenhaus
DAU|-----|?
DBB|-----|?
DSF|-----|Deutsch-Sowjetische Freundschaft
EB|-----|Einrichtungsbericht
GAV|-----|Gesellschaftliches Arbeitsvermögen
GSW|-----|Gesundheitswesen
MfG|-----|Ministerium für Gesundheits- und Sozialwesen
RdB|-----|Rat des Bezirkes
VBE|-----|Vollbeschäftigteneinheit (volle Planstelle)
VuM|-----|Verfügungen und Mitteilungen
Entwicklung des Gesundheitswesens und Sozialwesens im Bezirk Karl-Marx-Stadt, mit Kennziffern zur Entwicklung bestimmter Krankheiten und Maßnahmen zu deren Bekämpfung.- Statistiken und Analysen.- Dokumentation der nach außen wirkenden Tätigkeit und der eigenen (inneren) Verwaltung.- Struktur und Organisation.- Zusammenarbeit mit Bezirksarzt und der Abt. Gesundheits- und Sozialwesen beim Rat des Bezirkes Karl-Marx-Stadt.
Aktenhauptgruppen: Statistiken.- Krankenblattdokumentation.- Betreuung besonderer Bevölkerungsgruppen.- Projektdokumentationen.- Berichte.- Planungsunterlagen (Haushalt).- Leitungsdokumente und Inspektionsberichte medizinischer Einrichtungen im Zuständigkeitsbereich.
Das Bezirksinstitut für Sozialhygiene und Organisation des Gesundheitsschutzes Karl-Marx-Stadt (BISOG) war eine bezirksgeleitete Leiteinrichtung mit juristischer Selbständigkeit. Aufgaben des BISOG waren die Organisation, Anleitung, Durchführung und Auswertung des Berichtswesens im Gesundheits- und Sozialwesens, die Bereitstellung der zur Leitung und Planung erforderlichen medizinisch-statistischen Informationen sowie wissenschaftlicher Materialien, die analytische Einschätzung und Bewertung zur Entwicklung der Betreuungssituation und des Gesundheitszustandes einschließlich prognostischer Entwicklungen, die Ausarbeitung von Konzeptionen zur Entwicklung des Netzes der Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens sowie die Durchführung von Veranstaltungen und die Erarbeitung von Publikationen.
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