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Beständeübersicht

Bestand

40062 Knappschafts-Oberversicherungsamt

Datierung1912 - 1946
Benutzung im Bergarchiv Freiberg
Umfang (nur lfm)5,39
Vorwort

Behördengeschichtliche Einleitung
Das Knappschaftliche Oberversicherungsamt für das Königreich Sachsen wurde am 25. Juni 1912 gegründet, um die Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung vom 19. Juli 1911 umzusetzen. Dieses Amt war seitdem Spruch- und Beschlusskammer auf dem Gebiet der Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung der Bergarbeiter und Bergbauangestellten. Vor allem war es für Widersprüche und Berufungsverfahren einzelner Personen gegen Bescheide der knappschaftlichen Versicherungsträger zuständig. Nach Inkrafttreten des Reichsknappschaftsgesetzes vom 23. Juni 1923, das für jede Bezirksknappschaft ein Knappschafts-Oberversicherungsamt vorsah, änderte sich die Bezeichnung in Knappschafts-Oberversicherungsamt für die sächsische Knappschaft. Ab Juni 1940 führte diese die Bezeichnung Knappschafts-Oberversicherungsamt Freiberg. Im Zuge der Neuordnung der Sozialversicherung wurde die Einrichtung im September 1946 aufgelöst. Die noch laufenden Vorgänge wurden an die Sozialversicherungsanstalt Sachsen mit Sitz in Dresden abgegeben.
Weitere Informationen zum Knappschaftswesen sind dem Vorwort zum Bestand 40074 Knappschaften zu entnehmen.

Bestandsgeschichte
Die Unterlagen sind scheinbar als Teil des Oberbergamtsarchiv im Bergarchiv geblieben. Der Bestand beinhaltet lediglich zwei Verwaltungsakten und sonst nur Berufungen, welche gegen die Bescheide der knappschaftlichen Versicherungsämter in Sachsen bzw. im Sudetenland gerichtet waren. Meistens handelte es sich um die Kürzung der Rente oder der nicht Auszahlung bzw. Einstellung dieser. Die allermeisten Berufungen wurden zurückgewiesen. Weitere Berufungsakten sind ab 1946 an die sächsische Sozialversicherungsanstalt abgegeben worden. Die hier vorliegenden Akten bilden somit lediglich einen Rest des ursprünglichen Bestandes, wobei weitere Akten zur Verwaltung und Organisation des Knappschafts-Oberversicherungsamtes im Bestand des Oberbergamtes (40027) zu finden sind, das wiederum das Personal und die Räumlichkeiten samt Inventar stellte.
Die Archivalien geben einen Einblick über die Entlohnung von Bergmännern sowie über ihre Rente oder die Rente ihrer Witwen. Interessant sind dabei auch die Berechnungssätze und das Entscheidungsverfahren darüber, wem Rente versagt oder gekürzt wird.
Einige Archivalien dokumentieren mit Röntgenbildern und sog. Herzstromkurven (EKG) auch den Gesundheitszustand einzelner Bergmänner. Es sind auch wenige Akten zu Fremd/Zivilarbeitern des 2. Weltkrieges vorhanden.

Bearbeitungsbericht:
Der Bestand umfasst nach der Bearbeitung 1311 Archivalien. Die der Verzeichnung in Augias zugrunde liegenden Angaben auf den Karteikarten wurden bei der Akteneinsicht z.T. korrigiert und gerade bei den Ortsangaben auch korrigiert oder konkretisiert. Dabei wurden die Orte, die nicht mehr auf deutschem Gebiet liegen, auch mit dem aktuellen tschechischen Namen erfasst. Sofern Orte nicht mehr existieren, wurden diese meistens im Rahmen des Braunkohlenbergbaus abgebaggert und im Titel wurde der Hinweis "devastiert" hinzugefügt. Wenige Berufsbezeichnungen wurden standardisiert - z.B. Zimmermann statt Zimmerer.

Korrespondierende Bestände

40024 (Landes-)Bergamt Freiberg
40027 Oberbergamt Freiberg (neu), v.a. 1.07.1. Knappschaftswesen
40074 Knappschaften
40061 Freiberger Hüttenknappschaft

Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden
11392 Sozialversicherungsanstalt Sachsen
11170 Landesversicherungsamt Sachsen

Bundesarchiv
R 156 / DEU-ADS 77 Reichsknappschaft
R 89 Reichsversicherungsamt


Literaturhinweise
Mierzejewski, Alfred C.; A History of the German Public Pension System: Continuity amid Change.
Jopp, Tobias Alexander; Old times, better times? German miners' Knappschaften, pay-as-you-go pensions, and implicit rates of return, 1854-1913.
Jopp, Tobias Alexander; The welfare state evolves : German Knappschaften, 1854 - 1923
Manes / Mentzel / Schultz; Diefür alle Versicherungszweige geltenden Vorschriften der Reichsversicherungsordnung (Erstes, fünftes und sechstes Buch) nebst Einleitung und Einführungsgesetz
Weitere Literaturangaben zum Knappschaftswesen sind dem Vorwort zum Bestand 40074 Knappschaften zu entnehmen.

Schülein/Schubert, D
August 2020
Widersprüche und Berufungen gegen Versicherungsbescheide.
Das Knappschaftliche Oberversicherungsamt für das Königreich Sachsen wurde am 25. Juni 1912 gegründet, um die Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung vom 19. Juli 1911 umzusetzen. Dieses Amt war seitdem Spruch- und Beschlusskammer auf dem Gebiet der Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung der Bergarbeiter und Bergbauangestellten. Vor allem war es für Widersprüche und Berufungsverfahren einzelner Personen gegen Bescheide der knappschaftlichen Versicherungsträger zuständig. Nach Inkrafttreten des Reichsknappschaftsgesetzes vom 23. Juni 1923, das für jede Bezirksknappschaft ein Knappschafts-Oberversicherungsamt vorsah, änderte sich die Bezeichnung in Knappschafts-Oberversicherungsamt für die sächsische Knappschaft. Ab Juni 1940 führte diese die Bezeichnung Knappschafts-Oberversicherungsamt Freiberg. Bei der Neuordnung der Sozialversicherung im Januar 1946 wurde die Einrichtung im September 1946 aufgelöst. Die noch laufenden Vorgänge wurden an die Sozialversicherungsanstalt Sachsen mit Sitz in Dresden abgegeben.
  • 2020 | Findbuch/Datenbank
  • 2021-09-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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