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Beständeübersicht

Bestand

20533 Rittergut Rüben

Datierung1540 - 1942
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)1,30

Geschichte des Ritterguts
Das Dorf Rüben lag ca. 15 km südlich von Leipzig in der Nähe der Stadt Rötha (Amt Leipzig, 1856 Gerichtsamt Rötha, 1875 Amtshauptmannschaft Leipzig, 1952 Landkreis Borna). Die Gemeinde wurde 1957 wegen des Braunkohlebergbaus aufgelöst und existiert heute nicht mehr. Das Rittergut Rüben, zudem auch eine Mühle gehörte, unterstand dem Amt Leipzig. Es übte nur über das Dorf Rüben die Gerichtsbarkeit aus. Die Jurisdiktion ging am 11. Februar 1850 an das Kreisamt Leipzig.
Der erste nachgewiesene Gerichtsherr in Rüben war 1444 Paul von Gronow. Später folgten Georg von Haugwitz (1534), Jobst Brand (1574), Joachim Blanck (um 1595) und Carl von Friesen auf Rötha (1619–1686) im Jahr 1681. 1705 wurde Rüben durch Ernst Abraham von Osterhausen auf Böhlen (1653 – 1708) erworben. Um 1737 gelangte das Rittergut in den Besitz von Ernst Christian von Dieskau. Um 1749 wechselte wieder die Herrschaft, so dass für etwa 20 Jahre die von Bölzig Besitzer von Rüben waren. Schließlich erwarb das Rittergut 1769 der Leipziger Kaufmann Peter Richter (1706–1782). Dieser finanzierte den Bau einer Kirche in Rüben. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Johann Christoph Richter (1736–1801) das Gut. 1827 verkaufte Wilhelm Richter Rüben an den Amtsrat Johann Christian Degener (1774–1854). Von diesem ging das Rittergut nach seinem Tod 1854 an die Leipziger Verlegerfamilie Brandstetter-Degener über. Zu den Besitzern zählten Georg Christian Friedrich Brandstetter (1803–1877), sein Sohn Richard Brandstetter (1841–1922) und der Enkel Richard Friedrich Brandstetter (1871 – 1939) und wohl auch dessen Bruder Walter Georg Brandstetter (1877 – 1957).
Besitzverhältnisse:[01]
JahrBesitzer des Ritterguts Rüben
1444
Paul von Gronow
1534
Georg von Haugwitz
1574
Jobst Brand
um 1595
Joachim Blanck
bis 1681
Clara Sophia von Türck
1681–1686
Carl von Friesen
1686–1705
Otto Heinrich von Friesen
1705–1708
Ernst Abraham von Osterhausen
1709–ca. 1737
Ernst Abraham von Osterhausen (jun.)
ca. 1737–ca. 1749
Ernst Christian von Dieskau und Nachkommen [?]
ca. 1749–1769
Familie von Bölzig
1769–1782
Peter Richter
1782–1801
Johann Christian Richter
1801–1827
Wilhelm Richter
1827–1854
Johann Christian Degener
1854–1877
Georg Christian Friedrich Brandstetter
1877–1922
Richard Brandstetter
1922–1937
Richard Friedrich Brandstetter
1937-1945
Walter Georg Brandstetter [?]
Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Der Bestand kam über drei verschiedene Wege in das Staatsarchiv Leipzig. Der erste Teil der Akten (Nr. 1 – 35) wurde vom Amtsgericht Leipzig abgegeben. Der zweite Teil gelangte vermutlich von der Amtshauptmannschaft Leipzig über das damalige Landeshauptarchiv Dresden in das Staatsarchiv Leipzig. Zusammen bildeten diese Unterlagen einen Bestand aus 82 Akteneinheiten (AE), der zu Beginn der 1960er Jahre durch eine nicht gegliederte handschriftliche Findkartei erschlossen wurde. Ein dritter Teil enthält 167 Fotos, die 2004 aus Privatbesitz erworben worden sind. Im August 2011 wurde der Bestand in die Augias-Datenbank eingegeben und dabei ein Gliederungsschema entsprechend Systematik des Staatsarchivs Leipzig für Rittergutsbestände erstellt. Da der Bestand nur Akten des Patrimonialgerichts enthält, entfällt die Hauptgruppe Gutswirtschaft. Im Familienarchiv sind mit insgesamt 20 AE ausschließlich Fotos enthalten.
Bei der 2011 durchgeführten Retrokonversion wurden die Titel aus der Findkartei übernommen, sprachlich aber dem Datenbank-Standard angepasst. Fehlende Angaben wurden durch Aktenüberprüfung ergänzt; unklare bzw. falsche Titel in Einzelfällen auch ganz verändert. Darüber hinaus wurden die im Bestand befindlichen Fotos erschlossen. Zusätzlich wurde ein Personen- und Ortsregister erstellt sowie die vorhandenen Gerichtsbücher im Bestand 12613 virtuell verzeichnet.

Überlieferungsschwerpunkte
Der Bestand umfasst den Zeitraum von 1622 bis 1942 mit 101 AE. Der zeitliche Schwerpunkt bei den Akten liegt am Ende des 18. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Überliefert sind vor allem Gerichtsbücher und -protokolle sowie Zivilgerichtsfälle. Hierbei stehen Mühlen-Streitigkeiten im Vordergrund. Die Fotos, eine Besonderheit für einen Rittergutsbestand, setzen nach 1850 ein und datieren bis 1942. Sie stammen aus dem Besitz der Familie Brandstetter auf Rüben und enthalten neben Porträts und Gruppenfotos von Familienangehörigen und Freunden besonders Ansichten des Ritterguts und des Dorfs Rüben.

Hinweise für die Benutzung
Die Erfassung erfolgte mit dem PC-Programm AUGIAS für Windows, mit dem auch Orts- und Personenregister erstellt wurden.Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: StA-L, 20533, RG Rüben, Nr. (fettgedruckte Zahl).

Verweise auf korrespondierende Bestände
Hauptstaatsarchiv Dresden:
12613 Gerichtsbücher
Staatsarchiv Leipzig:
20009 Amt Leipzig
20107 Gerichtsamt Rötha
20532 RG Rötha mit Trachenau
20583 RG Zehmen

Carsten Voigt
Sept. 2011


[01] StA-D, 12613 GB AG Rötha, Nr. 257–260, 264, 268-270; StA-L, 20532 RG Rötha, Nr. 2418 f.; Sachsens Kirchengalerie. Neunter Band: Die Inspektionen Leipzig und Grimma, Dresden o. J. [1844], S. 83–85; Pönicke, Gustav Adolf (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser Sachsens, Bd. 1: Leipziger Kreis, Bautzen 1860, S. 123 f.; Landwirtschaftliches Adressbuch der Güter und Wirtschaften im Freistaat Sachsen. Hrsg. von Ernst Ullrich und Ernst Seyfert, Leipzig, Ausgaben 1910, 1920, 1925.
Gerichtsbücher.- Gerichtsprotokolle.- Zivilgerichtsbarkeit.- Freiwillige Gerichtsbarkeit.- Lokalverwaltung.- Patronat.- Familienarchiv Brandstetter (Fotos).
Das amtsässige Rittergut Rüben nördlich von Rötha unterstand dem Amt Leipzig. Unter die Erbgerichtsbarkeit des Ritterguts gehörte nur das gleichnamige Dorf. Von den Besitzern seit dem 17. Jahrhundert sind die Familien von Friesen, von Osterhausen, von Bölzig, Richter, Degener und Brandstetter bekannt. Johann Christian Degener trat die dem Rittergut zustehende Gerichtsbarkeit 1850 freiwillig an den Staat ab. Diese Jurisdiktion ging am 11. Februar 1850 an das Kreisamt Leipzig. Ab 1854 war das Rittergut im Besitz der Leipziger Verlegerfamilie Brandstetter.
  • 2011 | Findbuch / Datenbank
  • 2020-06-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.0
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