Hauptinhalt

Beständeübersicht

Bestand

32957 Stadt Schwarzenberg (Rat der Stadt und Stadtgericht)

Datierung1678 - 1835
Benutzung im Staatsarchiv Chemnitz
Umfang (nur lfm)1,68
1. Geschichte der Stadt Schwarzenberg
Die im sächsischen Erzgebirgskreis gelegene Große Kreisstadt Schwarzenberg geht auf eine im 12. Jahrhundert gegründete Anlage zum Schutz von Handelswegen zurück. Diese beförderte auch die Entstehung weiterer Siedlungen im unmittelbaren Umfeld. Ihre urkundliche Ersterwähnung ist 1282 datiert. Nach mehrfachem Besitzerwechsel erwarb der sächsische Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige 1533 Stadt und Herrschaft Schwarzenberg. Die amtssässige Bergstadt wurde Sitz des gleichnamigen kurfürstlichen Amtes, dessen Verwaltung vom Schwarzenberger Schloss aus erfolgte. Der umfangreiche Eisen- und Zinnbergbau in der Region zog die Bildung eines Bergamtes nach sich. Im heutigen Stadtteil Erla wurde bereits 1380 ein erstes Hammerwerk erwähnt. Nach dem Erliegen des Erzbergbaues im 19. Jahrhundert entwickelte sich in der Stadt die Verarbeitung von Blecherzeugnissen. Bekannt geworden sind auch zahlreiche Klöppelschulen in der Stadt und der Umgebung. Die städtische Gerichtsbarkeit erstreckte sich über Güter in Schwarzenberg. Mit der Verstaatlichung der Justiz in Sachsen ging die Gerichtsbarkeit der Stadt nach 1835 ans Kreisamt Schwarzenberg.


2. Bestandsgeschichte
Die Unterlagen gelangten im Rahmen des Beständeausgleichs zwischen den sächsischen staatlichen Archiven 2002/2003 aus dem Hauptstaatsarchiv Dresden nach Chemnitz. Sie befanden sich in der so genannten Lagerungsgemeinschaft "Lokale Verwaltungs- und Justizbehörden bis 1856". Diese Lagerungsgemeinschaft war ursprünglich durch die Aktenabgaben der Amtsgerichte und Amtshauptmannschaften an das Hauptstaatsarchiv seit etwa 1900 entstanden, in denen sich auch die Akten ihrer Vorgängerinstitutionen befanden. Sie enthielt vor allem Ämterakten, aber auch Überlieferungen von Grundherrschaften, Stadtgerichten, Landgerichten bis 1856, Königlichen Gerichten und verschiedene andere Bestandssplitter. Die Aktenübernahmen wurden nach dem jeweils abgebenden Amtsgericht bzw. der Amtshauptmannschaft gelagert und verzeichnet. Eine Trennung der unterschiedlichen Provenienzen erfolgte zunächst nur in den Findkarteien. Mit Hilfe dieser Kartei wurden 2007 die städtischen Unterlagen von Schwarzenberg aus den Abgabegemeinschaften des Amtsgerichts und der Amtshauptmannschaft Schwarzenberg herausgelöst, zu einem Bestand formiert und bisher noch nicht erschlossene Akten verzeichnet.
Die Verzeichnungsangaben der im Hauptstaatsarchiv Dresden handschriftlich erstellten Findkartei wurden 2012 retrokonvertiert und anschließend systematisiert. Ziel der Konversion war die Verbesserung der Recherchemöglichkeiten durch die Eingabe in die Erschließungsdatenbank Augias-Archiv. Dabei wurden die maschinenschriftlich vorliegenden Angaben ohne wesentliche inhaltliche Veränderung in die digitale Form überführt. Eine – fachlich wünschenswerte – Überarbeitung kann derzeit aus Kapazitätsgründen nicht erfolgen.


3. Bestandsanalyse
Der Bestand umfasst 44 Verzeichnungseinheiten (1,68 lfm) aus der Zeit von 1678 bis 1855. Vom Rat der Stadt und dem Stadtgericht Schwarzenberg sind Kaufprotokolle, Konsensprotokolle und Nachlasssachen überliefert.

Korrespondierende Bestände im Staatsarchiv Chemnitz:
12613 Gerichtsbücher
30016 Kreisamt Schwarzenberg
33259 Gerichtsamt Schwarzenberg
30354 Bezirkssteuereinnahme Schwarzenberg
30797 Grundherrschaft Sachsenfeld/Obersachsenfeld
30301 Oberforstmeisterei Schwarzenberg

Korrespondierende Bestände im Hauptstaatsarchiv Dresden:
10024 Geheimer Rat
10036 Finanzarchiv

Korrespondierende Bestände im Bergarchiv Freiberg:
40012 Bergamt Johanngeorgenstadt
40169 Grubenakten des Bergreviers Schwarzenberg
40186 Zechenregister sächsischer Bergreviere

Weitere Unterlagen der Stadt Scheibenberg sind im Historischen Archiv des Erzgebirgskreises archiviert


4. Quellen und Literatur
(Digitales) Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen.

Blaschke, Karlheinz ; John, Uwe (Mitarb.) ; Johanek, Peter (Hrsg.): Stadtgrundriß und Stadtentwicklung : Forschungen zur Entstehung mitteleuropäischer Städte. Köln, 1997 (Städteforschung, Reihe A. Bd. 44)

Eichler, Ernst (Hrsg.) ; Hellfritzsch, Volkmar (Hrsg.) ; Walther, Hans (Hrsg.) ; Weber, Erika (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Berlin, 2001

Fröbe, Walter: Die Geschichte der Stadt Schwarzenberg in Sachsen, Schwarzenberg 1927.

Fröbe, Walter: Herrschaft und Stadt Schwarzenberg bis zum 16. Jahrhundert, Schwarzenberg 1930/37.

Groß, Rainer: Zur Ausarbeitung der Gemeindeordnung für den Freistaat Sachsen vom 1. August 1923 : Eine kleine Dokumentation. In: Bräuer, Helmut (Hrsg.) ; Schlenkrich, Elke (Hrsg.): Die Stadt als Kommunikationsraum : Beiträge zur Stadtgeschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert : Festschrift für Carl Czok zum 75. Geburtstag. Leipzig, 2001, S. 347 - 372

Keller, Katrin: Kleinstädte in Kursachsen : Wandlungen einer Städtelandschaft zwischen Dreißigjährigem Krieg und Industrialisierung. Köln, 2001. (Städteforschung, Reihe A. Bd. 55)

Keyser, Erich (Hrsg.): Deutsches Städtebuch : Handbuch städtischer Geschichte. Stuttgart, 1941

Klein, Thomas (Hrsg.): Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe B. Bd. 14: Sachsen, S. 177, 178, 258, 406.

Kramm, Heinrich: Studien über die Oberschichten der mitteldeutschen Städte im 16. Jahrhundert : Sachsen, Thüringen, Anhalt. Köln, 1981, 2 Bde. (Mitteldeutsche Forschungen, Bd. 87)

Reihe: Werte der deutschen Heimat/Werte unserer deutschen Heimat/Werte unserer Heimat. Berlin. - landeskundliche Bestandsaufnahme

Schlesinger, Walter (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands : Sachsen. Stuttgart, 1965

Schumann, August; Schiffner, Albert: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen, Bd. 10, S. 773-782.

Stadtverwaltung Schwarzenberg (Hrsg.): Festschrift 850 Jahre Schwarzenberg (1150–2000). Schwarzenberg 2000.

Steche, Richard: Schwarzenberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 8. Heft: Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. Dresden 1887, S. 58.

Steinführer, Henning: Urkunden- und Kanzleiwesen der sächsischen Städte im Spätmittelalter. In: Diplomatische Forschungen in Mitteldeutschland. Leipzig, 2005, S. 163 - 184 (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, Bd. 12)

Tonar, Anita; Wunderlich, Harald: Wirtschafts-Chronik – ein Streifzug durch die Wirtschaftsgeschichte der Stadt Schwarzenberg im Erzgebirge, Scheibenberg 2000.

Tonar, Anita: Kleine Schwarzenberger Chronik vom 12. bis 21. Jahrhundert, Schwarzenberg 2006.

Um Aue, Schwarzenberg und Johanngeorgenstadt (= Werte unserer Heimat, Bd. 20), Berlin 1972.

Wetzel, Michael: Projekt "Auflösung der Lagerungsgemeinschaften" verbessert Nutzungsqualität der südwestsächsischen Lokalverwaltung. In: Sächsisches Archivblatt, H. 2, 2010, S. 13-14.

Wikipedia
(Digitales) Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen.

Blaschke, Karlheinz ; John, Uwe (Mitarb.) ; Johanek, Peter (Hrsg.): Stadtgrundriß und Stadtentwicklung : Forschungen zur Entstehung mitteleuropäischer Städte. Köln, 1997 (Städteforschung, Reihe A. Bd. 44)

Eichler, Ernst (Hrsg.) ; Hellfritzsch, Volkmar (Hrsg.) ; Walther, Hans (Hrsg.) ; Weber, Erika (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Berlin, 2001

Fröbe, Walter: Die Geschichte der Stadt Schwarzenberg in Sachsen, Schwarzenberg 1927.

Fröbe, Walter: Herrschaft und Stadt Schwarzenberg bis zum 16. Jahrhundert, Schwarzenberg 1930/37.

Groß, Rainer: Zur Ausarbeitung der Gemeindeordnung für den Freistaat Sachsen vom 1. August 1923 : Eine kleine Dokumentation. In: Bräuer, Helmut (Hrsg.) ; Schlenkrich, Elke (Hrsg.): Die Stadt als Kommunikationsraum : Beiträge zur Stadtgeschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert : Festschrift für Carl Czok zum 75. Geburtstag. Leipzig, 2001, S. 347 - 372

Keller, Katrin: Kleinstädte in Kursachsen : Wandlungen einer Städtelandschaft zwischen Dreißigjährigem Krieg und Industrialisierung. Köln, 2001. (Städteforschung, Reihe A. Bd. 55)

Keyser, Erich (Hrsg.): Deutsches Städtebuch : Handbuch städtischer Geschichte. Stuttgart, 1941

Klein, Thomas (Hrsg.): Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe B. Bd. 14: Sachsen, S. 177, 178, 258, 406.

Kramm, Heinrich: Studien über die Oberschichten der mitteldeutschen Städte im 16. Jahrhundert : Sachsen, Thüringen, Anhalt. Köln, 1981, 2 Bde. (Mitteldeutsche Forschungen, Bd. 87)

Reihe: Werte der deutschen Heimat/Werte unserer deutschen Heimat/Werte unserer Heimat. Berlin. - landeskundliche Bestandsaufnahme

Schlesinger, Walter (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands : Sachsen. Stuttgart, 1965

Schumann, August; Schiffner, Albert: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen, Bd. 10, S. 773-782.

Stadtverwaltung Schwarzenberg (Hrsg.): Festschrift 850 Jahre Schwarzenberg (1150–2000). Schwarzenberg 2000.

Steche, Richard: Schwarzenberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 8. Heft: Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. Dresden 1887, S. 58.

Steinführer, Henning: Urkunden- und Kanzleiwesen der sächsischen Städte im Spätmittelalter. In: Diplomatische Forschungen in Mitteldeutschland. Leipzig, 2005, S. 163 - 184 (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, Bd. 12)

Tonar, Anita; Wunderlich, Harald: Wirtschafts-Chronik – ein Streifzug durch die Wirtschaftsgeschichte der Stadt Schwarzenberg im Erzgebirge, Scheibenberg 2000.

Tonar, Anita: Kleine Schwarzenberger Chronik vom 12. bis 21. Jahrhundert, Schwarzenberg 2006.

Um Aue, Schwarzenberg und Johanngeorgenstadt (= Werte unserer Heimat, Bd. 20), Berlin 1972.

Wetzel, Michael: Projekt "Auflösung der Lagerungsgemeinschaften" verbessert Nutzungsqualität der südwestsächsischen Lokalverwaltung. In: Sächsisches Archivblatt, H. 2, 2010, S. 13-14.

Wikipedia
Kaufprotokolle.- Konsensprotokolle.- Nachlassangelegenheiten.
Die im sächsischen Erzgebirgskreis gelegene Große Kreisstadt Schwarzenberg geht auf eine im 12. Jahrhundert gegründete Anlage zum Schutz von Handelswegen zurück. Diese beförderte auch die Entstehung weiterer Siedlungen im unmittelbaren Umfeld. Ihre urkundliche Ersterwähnung ist 1282 datiert. Nach mehrfachem Besitzerwechsel erwarb der sächsische Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige 1533 Stadt und Herrschaft Schwarzenberg. Die amtssässige Bergstadt wurde Sitz des gleichnamigen kurfürstlichen Amtes, dessen Verwaltung vom Schwarzenberger Schloss aus erfolgte. Der umfangreiche Eisen- und Zinnbergbau in der Region zog die Bildung eines Bergamtes nach sich. Im heutigen Stadtteil Erla wurde bereits 1380 ein erstes Hammerwerk erwähnt. Nach dem Erliegen des Erzbergbaues im 19. Jahrhundert entwickelte sich in der Stadt die Verarbeitung von Blecherzeugnissen. Bekannt geworden sind auch zahlreiche Klöppelschulen in der Stadt und der Umgebung. Die städtische Gerichtsbarkeit erstreckte sich über Güter in Schwarzenberg. Mit der Verstaatlichung der Justiz in Sachsen ging die Gerichtsbarkeit der Stadt nach 1835 ans Kreisamt Schwarzenberg.
Weitere Angaben siehe Einleitung zur Tektonikgruppe 7.
  • 2015 | Findbuch / Datenbank
  • 2022-07-11 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.3
Sitemap-XML zurück zum Seitenanfang