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Beständeübersicht

Bestand

50589 Stadt Hoyerswerda

Datierung1556 - 1943
Benutzung im Staatsfilialarchiv Bautzen
Umfang (nur lfm)0,22
Hoyerswerda im Landkreis Bautzen gelegen, ist eine Stadt mit heute ca. 38.000 Einwohnern.
Der Ort wurde zwischen 1230 und 1250 von Hoyer von Friedeberg gegründet. Der Ortsgründer gilt heute als dessen Namenspatron. 1268 als Hoyerswerde erstmals urkundlich erwähnt, entwickelte sich der Ort mit der dort vorhandenen Burg bald zu einer wichtigen Grenzfeste zwischen Böhmen und Brandenburg, um die es in der Folgezeit häufig Auseinandersetzungen gab.
1371 verlieh Kaiser Karl IV. dem Ort das Marktrecht. Im Jahr 1423 erhielt Hoyerswerda das Stadtrecht und das Privileg der freien Ratswahl. Die Stadt gehörte zur Standesherrschaft Hoyerswerda und teilte deren wechselvolle Geschichte.
Abseits von wichtigen Handelswegen gelegen, entwickelte sich in dem Ackerbauer- und Handwerkerstädtchen vor allem das lederverarbeitende Handwerk. Zudem war die Stadt der zentrale Marktplatz für die umliegenden Heidedörfer, die meist ebenfalls der Herrschaft Hoyerswerda unterstanden. Nachdem die Herrschaft 1738 in ein sächsisches Domänen- und Kammergut umgewandelt worden war, konnten sich die Einwohner von Hoyerswerda von den Hand- und Hofediensten gegen Geldrenten ablösen. Sie erhielten die freie Holznutzung in den fiskalischen Wäldern.
Bei der Teilung der Oberlausitz 1815 wurde auch Hoyerswerda von Preußen annektiert. Die Stadt wurde dem Kreis Spremberg im Regierungsbezirk Frankfurt/Oder der preußischen Provinz Brandenburg angegliedert. 1825 wurde die gesamte "preußische Oberlausitz" dem Regierungsbezirk Liegnitz (heute: Legnica, Polen) der Provinz Schlesien zugeordnet. Für den westlichen Teil dieses Gebietes wurde der Landkreis Hoyerswerda neu gebildet. "Das Königliche landräthliche Amt des Spremberg-Hoyerswerdaschen Kreises zu Spremberg wird übrigens die Verwaltung…so lange fortsetzen, bis wegen der künftigen Kreis-Eintheilung der Königlich Preußischen Ober-Lausitz eine nähere definitive Bestimmung erfolgt ist" . Ab 1. August 1826 wurde der Kreissitz dann nach Hoyerswerda verlegt. 1833 wurde für die Stadt die Preußische Städteordnung von 1808 eingeführt. Auf Grundlage der Preußischen Kreisordnung 1872 und der Provinzialordnung von 1875 wurde Hoyerswerda Sitz eines Amtsbezirkes, zu dem die Gemeinden Groß Neida, Klein Neida, Weinberg Neida, Burglehn, Haag, Amtsanbau, Groß Zeißig, Klein Zeißig, Spohla und Nardt gehörten.
Mit dem Anschluss sowohl an das preußische als auch an das sächsische Eisenbahnnetz wurden Ende des 19. Jahrhunderts die Voraussetzungen für die industrielle Entwicklung der Stadt gelegt. 1890 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Burglehen, Haag, Pfarräcker und Amtsanbau nach Hoyerswerda eingemeindet.
Mit dem Fund ausgedehnter Braunkohlenfelder wurde die Stadt in das Senftenberger Braunkohlenrevier und das Mitteldeutsche Industriegebiet einbezogen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 wurde die Stadt mit dem Landkreis Hoyerswerda dem Land Sachsen angegliedert. Im Zuge der Verwaltungsreform in der DDR kam es 1952 zur Auflösung der Länder und zur Neubildung der Kreise. Der östliche Teil des Kreises bildete den neuen Kreis Hoyerswerda und wurde dem Bezirk Cottbus zugeteilt.
Ab 1955 erfolgte der planmäßige Aufbau einer sozialistischen Stadt Hoyerswerda, vor allem als Wohnort für die Arbeiter des Industriekombinats "Schwarze Pumpe". 1957 wurden die Gemeinden Kühnicht und Klein Neida (mit Groß Neida) eingemeindet. Die Bevölkerung wuchs von ca. 7.200 im Jahr 1946 auf 40.000 Mitte der 1960er Jahre und erreichte im Jahr 1990 65.000.
In Folge der deutschen Wiedervereinigung wurden die Länder auf dem Gebiet der ehemaligen DDR wieder gebildet. Durch Volksentscheid kam der Kreis Hoyerswerda zum Freistaat Sachsen. 1996 erfolgte der Zusammenschluss der Landkreise Kamenz und Hoyerswerda zum Landkreis Kamenz. Hoyerswerda erhielt den Status einer kreisfreien Stadt.
Vor allem durch den Wegfall der Arbeitsplätze im Bergbau und in dessen angeschlossenen Industriezweigen setzte nach 1990 eine zunehmende Abwanderung aus der Stadt ein, so dass die Bevölkerungszahl im Jahr 2009 bei 38.000 lag. Trotz der Eingemeindungen von Bröthen mit Michalken 1993, Knappenrode 1994, Schwarzkollm mit Koselbruch, Petzerberg und Neukollm sowie Zeißig mit Klein Zeißig 1996 und Dörgenhausen 1998 konnte der Bevölkerungsrückgang nicht aufgehalten werden.
Mit der zweiten sächsischen Kreisgebietsreform 2008 wurde der Status der Kreisfreiheit aufgehoben und die Stadt dem Landkreis Bautzen zugeordnet.
Nach der Übergabe der Patrimonialgerichtsbarkeit von der Standesherrschaft Hoyerswerda an den preußischen Staat 1824 wurde zur Wahrnehmung der Gerichtsbarkeit in der Stadt das Stadt- und Landgericht Hoyerswerda als untere Gerichtsbehörde geschaffen. Es unterstand dem Königlich Preußischen Oberlandesgericht in Frankfurt (Oder). 1849 wurde in Preußen die Gerichtsorganisation neu gegliedert. Neue zuständige Gerichtsbehörde war nun die Kreisgerichtsdeputation zu Hoyerswerda im Sprengel des Appellationsgerichts Frankfurt (Oder). Von 1879 bis 1952 gehörte die Stadt zum Sprengel des Amtsgerichts Hoyerswerda im Bezirk des Landgerichts Görlitz, von 1952 bis 1990 zum Sprengel des Kreisgerichts Hoyerswerda im Bezirk des Bezirksgerichts Cottbus und seit 1990 zum Sprengel des Amtsgerichts Hoyerswerda im Bezirk des Landgerichts Bautzen.
Der sorbische Name der Stadt lautet Wojerecy. Bis 1945 war die Gegend um Hoyerswerda überwiegend sorbisch besiedelt. Mit dem starken Zuzug von auswärtigen Arbeitern in das Kohlen- und Industriegebiet begann auch die schnelle Assimilierung des sorbischen Volkstums.
  • 2012 | Findbuch/Datenbank
  • 2022-03-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.3
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