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Beständeübersicht

Bestand

40137 VEB Nickelhütte St. Egidien

Datierung1840 - 1991
Benutzung im Bergarchiv Freiberg
Umfang (nur lfm)12,40
Vorwort

1. Betriebsgeschichte

Nach ersten Funden silikatischer Nickelerze bei Kuhschnappel wurden im Oktober 1949 Erkundungsarbeiten im Gebiet Reichenbach / Obercallenberg und im Gebiet Kiefernberg von der Geologischen Landesanstalt Berlin in Auftrag gegeben.
Aufschlussarbeiten an der Lagerstätte Callenberg Süd und Bauarbeiten an der Nickelhütte in St. Egidien begannen 1952.
Am 29.09.1953 wurde der VEB Nickelerzgrube Obercallenberg an den VEB Nickelhütte St. Egidien angeschlossen.
Im März 1954 wurde nach einem Baustopp der Grubenbetrieb in St. Egidien heruntergefahren. Nickelerzanalysen und Versuche an einem neuen Rennofen führten 1954/55 zur Änderung der Planung für die neue Hütte. Der Bau der Nickelhütte St. Egidien wurde nach der Entscheidung für das Rennverfahren zur Nickelerzaufbereitung wieder aufgenommen, wie auch der Aufschluss der Grube Callenberg Süd. Mit Beginn des Jahres 1954 wurde die Forschungs- und Entwicklungsstelle vom traditionellen Standort Aue nach St. Egidien verlegt. Die Nickelhütte Aue bestand weiter mit der Aufgabe, nickelhaltigen Metallschrott aufzubereiten. Zum Transport der ab 1960 wieder abgebauten Erze wurde 1959/ 1960 eine Grubeneisenbahn gebaut.
Im September 1962 war der Betrieb in St. Egidien der VVB (Verwaltung Volkseigener Betriebe) Nichteisenmetalle Eisleben zugeordnet, die 1967/68 aufgelöst wurde. Die Nickelhütte wurde nun Zweigbetrieb des VEB Ferrolegierungswerkes Lippendorf im VEB Qualitäts- und Edelstahlkombinat Hennigsdorf.
Im Dezember 1960 lief die Nickelproduktion mit der Inbetriebnahme des ersten von vier geplanten Drehrohröfen für die Verarbeitung hydrosilikatischer Nickelerze zu Nickel-Eisen-Luppen an. Als Rohstoff wurden die Erze der ortsnahen Lagerstätten Callenberg Süd (1960-1977), Kiefernberg (ab 1963), Callenberg Nord 1 (1972-1980) und Callenberg Nord 2 (ab 1978) verarbeitet, die nur als sog. Armerze vorlagen. Einige weitere Erzlagerstätten wie Meerane/Crimmitschau und Kuhschnappel wurden untersucht, wiesen aber nicht die erforderliche Nickelkonzentration auf. 1977 übernahm die Nickelhütte die Dolomitgrube Meerane/Crimmitschau als Betriebsabteilung.
Zur Nutzung der Kapazitäten des Betriebes wurde 1968 mit der Mineralwollerzeugung und 1979 mit der Strahlmittelproduktion (Strahlsand) begonnen.
1971 begann der Ausbau des ehemaligen Tagebaus Callenberg Süd 1 zum Naherholungszentrum. Es folgten weitere Maßnahmen zur Wiederurbarmachung. Mehrere aufgelassene Erzlagerstätten wurden als Deponien genutzt.
Nach intensiver Forschung begann man zwischen 1968 und 1979 mit der Gewinnung von Nickel mit hohem Reinheitsgrad.
Zu Beginn der achtziger Jahre wurde mit der Nebenproduktion von Konsumgütern begonnen.
Der VEB Nickelhütte St. Egidien wurde aus dem VVB Nichteisenmetalle Eisleben ausgegliedert und dem VEB Bergbau- und Hüttenkombinat Albert Funk zum 1.1.1979 angegliedert.
Die Produktion in der Nickelhütte wurde 1990 eingestellt, die Hütte selbst aus dem Kombinat herausgelöst und in die Industriegesellschaft St. Egidien mbH überführt, welche dann mit dem Abriss überflüssiger Werksanlagen und der Wiederurbarmachung aufgelassener Tagebaue begann.
1994 kaufte der Zweckverband "Achat" die Industriebrache Callenberg Süd zur geplanten Nutzung als Naherholungsgebiet.
1997-1998 ging der Betrieb durch einen Beschluss des Kreistages Chemnitzer Land in kommunalen Besitz über.

2. Bestandsgeschichte und Bearbeitungsbericht Akten und Risse

Die Unterlagen der Nickelhütte St. Egidien lagerten in den Diensträumen des Betriebes und wurden nach dem Ende der Nickelproduktion 1990 in mehreren Abgaben 1992 und 1993 von der Industriegesellschaft St. Egidien mbH dem Bergarchiv übergeben. Der Ablieferung lagen nach Betriebsabteilungen gegliederte Abgabelisten zugrunde, über die der Bestand provisorisch benutzbar war. Für die Risse gab es eine Kartei und die Akten waren über Abgabelisten nachweisbar. Dieser Erschließungszustand entsprach nicht den Anforderungen für eine optimale Auswertung in der Benutzung.
Im September 2004 ist der Bestand von Herrn Frieder Münden im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung bewertet und verzeichnet worden. Aus den zahlreichen Forschungsarbeiten sind die mit direktem Bezug zum Nickelerzabbau und zur Nickelgewinnung nach den im VEB Nickelhütte St. Egidien angewandten Verfahren überliefert.
Neben den Urrissen sind bei den Abbaurissen die Endausfertigungen, teils zu Vergleichszwecken einzelne ältere Ausfertigungen übernommen worden.

Korrespondierende Bestände

Bergarchiv Freiberg:
40095 VEB Bergbau- und Hüttenkombinat "Albert Funk", Freiberg
40141 Forschungsinstitut für Nichteisenmetalle
40096 VVB Buntmetall und Nachfolger
40072 Bergbehörde Zwickau

Staatsarchiv Chemnitz:
30413 Bezirkstag/Räte der Bezirke und nachgeordnete Einrichtungen
31898 SED-Grundorganisation VEB Nickelhütte St. Egidien

Kreisarchiv Chemnitzer Land, Glauchau
Gemeinde St. Egidien
Dolomitkalkwerk Meerane

Literatur
Krümmer, Heinz: Die Geschichte des Nickelerztagebaus im Zeitraum von 1952 bis 1990 in Ortsteilen der Gemeinde Callenberg, Callenberg 2001
Krümmer, Heinz: Vor 50 Jahren - Beginn der geophysikalischen und geologischen Erkundungsarbeiten auf Nickelerze im sächsischen Granulitmassiv, Limbach-Oberfrohna 1999
Der Drehrohrofen - Organ der Betriebsparteiorganisation des VEB Nickelhütte St. Egidien, 1,1962/63-4,1966, St. Egidien



Betriebsorganisation.- Tagebau.- Lagerstätten.- Produktion.- Forschungsstelle.- Patente.- Dolomitgrube Meerane/Crimmitschau.- Geologie und Bergbau.- Investunterlagen.- Forschung und Entwicklung.- Absatz und Export.- Neuererwesen und Patente.- Geschäftsberichte.- Absatz.- Werkleiterbesprechungen.- Tachymeteraufnahmen.- Technologie.
Ur,- Abbau- und Zulegerisse.- Profilrisse.- Bau-, Gebäude-, Maschinen und Anlagenzeichnungen.- Flurkarten.- Geologische Karten.
Nach ersten Funden silikatischer Nickelerze bei Kuhschnappel wurden im Oktober 1949 Erkundungsarbeiten im Gebiet Reichenbach / Obercallenberg und im Gebiet Kiefernberg von der Geologischen Landesanstalt Berlin in Auftrag gegeben. Aufschlussarbeiten an der Lagerstätte Callenberg Süd und Bauarbeiten an der Nickelhütte in St. Egidien begannen 1952, wurden aber schon 1953 im Rahmen der Kurskorrektur nach den Aufständen vom 17. Juni zurückgestellt. Am 29.09.1953 wurde der VEB Nickelerzgrube Obercallenberg an den VEB Nickelhütte St. Egidien angeschlossen. Im März 1954 wurde nach einem Baustopp auch der Grubenbetrieb in St. Egidien heruntergefahren. Nickelerzanalysen und Versuche an einem Versuchs-Rennofen führten 1954/55 zur Änderung des Entwurfs für die benötigte Hütte. Der Bau der Nickelhütte St. Egidien wurde nach der Entscheidung für das Rennverfahren zur Nickelerzaufbereitung wieder aufgenommen, wie auch der Aufschluss der Grube Callenberg Süd. Mit Beginn des Jahres 1954 wurde die Forschungs- und Entwicklungsstelle vom traditionellen Standort Aue nach St. Egidien versetzt. Die Nickelhütte Aue bestand weiter mit der Aufgabe, nickelhaltigen Metallschrott aufzubereiten. Zum Transport der ab 1960 wieder abgebauten Erze wurde 1959/ 1960 eine Grubeneisenbahn gebaut.
Im September 1962 war der Betrieb der VVB (Verwaltung Volkseigener Betriebe) Nichteisenmetalle Eisleben zugeordnet, die 1967/68 aufgelöst wurde. Die Nickelhütte wurde Zweigbetrieb des VEB Ferrolegierungswerks Lippendorf im VEB Qualitäts- und Edelstahlkombinat Hennigsdorf.
Im Dezember 1960 lief die Nickelproduktion mit der Inbetriebnahme des ersten von vier geplanten Drehrohröfen für die Verarbeitung hydrosilikatischer Nickelerze zu Nickel-Eisen-Luppen an. Als Rohstoff wurden die Erze der ortsnahen Lagerstätten Callenberg Süd (1960-1977), Kiefernberg (ab 1963), Callenberg Nord 1 (1972-1980) und Callenberg Nord 2 (ab 1978) verarbeitet, die nur als sog. Armerze vorlagen. Einige weitere Erzlagerstätten wie Meerane/Crimmitschau und Kuhschnappel wurden untersucht, wiesen aber nicht die erforderliche Nickelkonzentration auf. 1977 übernahm die Nickelhütte die Dolomitgrube Meerane/Crimmitschau als Betriebsabteilung.
Zur Nutzung der Kapazitäten des Betriebs wurde 1968 mit der Mineralwollerzeugung und 1979 mit der Strahlmittelproduktion (Strahlsand) begonnen. 1971 begann man mit dem Ausbau des ehemaligen Tagebaus Callenberg Süd 1 zum Naherholungszentrum. Es folgen weitere Wiederurbarmachungen. Mehrere aufgelassene Erzlagerstätten wurden als Deponien genutzt. Nach intensiver Forschung begann man zwischen 1968 und 1979 mit der Gewinnung von Nickel in hohem Reinheitsgrad. Zu Beginn der achtziger Jahre wurde mit der Nebenproduktionen von Konsumgütern begonnen.
Der VEB Nickelhütte St. Egidien wurde aus dem VVB Nichteisenmetalle Eisleben ausgegliedert und an den VEB Bergbau- und Hüttenkombinat Albert Funk zum 1.1.1979 angegliedert.
Die Produktion in der Nickelhütte wurde 1990 eingestellt, die Hütte selbst aus dem Kombinat ausgegliedert und in die Industriegesellschaft St. Egidien mbH überführt, die mit dem Abriss überflüssiger Werksanlagen und der Wiederurbarmachung aufgelassener Tagebaue begann. 1994 kaufte der Zweckverband "Achat" die Industriebrache Callenberg Süd, um deren Nutzung als Naherholungsgebiet zu sichern. 1997-1998 ging der Betrieb durch einen Beschluss des Kreistags Chemnitzer Land in kommunalen Besitz über.
  • 2005, 2010 | Findbuch/Datenbank (Akten)
  • 2005, 2010 | Findbuch/Datenbank (Risse)
  • 2021-09-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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