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Beständeübersicht

Bestand

31132 Vorgängerbetriebe des VEB Zwirnerei Sachsenring Glauchau

Datierung1844 - 1965
Benutzung im Staatsarchiv Chemnitz
Umfang (nur lfm)16,92
1. Einleitung
Die westsächsische Region um Glauchau und Crimmitschau entwickelte sich vor allem im späten 19. Jahrhundert zu einem Zentrum der Textilindustrie, geprägt vor allem durch eine große Zahl kleinerer und mittlerer Unternehmen. Viele dieser ehemaligen Privatbetriebe wurden im Zuge von Verstaatlichung und Reorganisationen der Wirtschaft im Zeitraum 1946-1953 zentralen Vereinigungen Volkseigener Betriebe (VVB) angeschlossen bzw. in größeren VEB zusammengefasst. Auch später gab es wiederholt Neukombinationen und Umbenennungen, die eine klare Zuordnung zu den Ursprungsfirmen teilweise erschweren bzw. auch nicht mehr sinnvoll erscheinen lassen.
Der vorliegende Bestand enthält in sehr unterschiedlicher Überlieferungsdichte Akten von Firmen, die über zumeist längere Zeiträume hinweg zu dem VEB Spinnerei und Zwirnerei Sachsenring Glauchau gehörten. Dokumentiert wird hierbei allerdings vor allem die Betriebsgeschichte vor dieser Zugehörigkeit, das heißt bis ca. 1953. Dies ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass der weitaus größte Teil des Aktenbestandes auf die Firma Carl Wolf in Schweinsburg und ihre Zweigbetriebe sowie ausgegliederte und in selbständigen Firmen umgewandelte Abteilungen zurückgeht, wobei die Besitzer der Hauptfirma vergleichsweise spät enteignet wurden (1952).
Grundsätzlich bilden 6 eigenständige, zwischen 1862 und 1894 entstandene Firmen den Ausgangspunkt, neben Carl Wolf (1894) sind dies die Crimmitschauer Firmen Ernst Ferdinand Göldner (1891), Eduard Uhlich (1862) und Hermann Illgen (1862) sowie die Färberei Glauchau AG (1889) und die Firma Ludwig Blucke (1885), ebenfalls in Glauchau beheimatet. Carl Wolf gründete zusätzlich noch die Firma Carl Wolf Apparatebau (1916), beide Firmen gingen bei der Firmenteilung 1942 zwischen den beiden Inhaberfamilien Schmutzler und Wolf an erstere, während die Söhne Carl Wolfs die ehemalige Abteilung Burgwolf Handarbeitsgarne (gegründet ca. 1933, später Burgwolf KG) sowie die vorher ebenfalls beiden Familien gehörende Firma Wolf & Co. (gegründet 1931) als selbständige Schwesterfirmen fortführten. Die beiden letztgenannten Firmen sind ebenfalls als direkte Vorgänger des VEB Sachsenring Glauchau anzusehen, während der Apparatebau, für den dies nicht zutrifft, aufgrund der engen Bindung an die Firma Carl Wolf und des geringen Umfanges ebenfalls in den Bestand integriert wurde. Ähnliches gilt für die wenigen Akten des Schlosses und Rittergutes sowie des Wasserwerkes Schweinsburg, die von Carl Wolf gekauft oder erbaut wurden bzw. Mitgliedern der Familie gehörten.
Viele der genannten Firmen durchliefen in der Nachkriegszeit eine von wechselnden Bezeichnungen und Zuordnungen geprägte Phase, manche Betriebsnamen hatten dabei nur einige Monate Bestand. Zusätzlich zur Aufteilung der den Hauptbestand stellenden Firma Carl Wolf und daraus resultierender Überschneidungen und Parallelüberlieferungen erschwerte dies bei Teilen der Akten eine eindeutige Provenienzbestimmung. Als Kriterien für die Klassifikation wurden in der Regel Umfang und wesentlicher Inhalt in Anspruch genommen, es ist allerdings beispielsweise nicht vermeidbar, dass Akten mit Informationen zur Firma Burgwolf KG aus den genannten Gründen unter Carl Wolf rubriziert wurden.
Die nachfolgende grafische Darstellung der Firmenentwicklung soll die Zusammenhänge genauer aufzeigen:Die Firmen Hermann Illgen und Eduard Uhlich wurden zunächst Werk IundIIder Zwirnwerke Crimmitschau und später unter Zwirnwerk Crimmitschau zusammengefasst (01.07.1949). Eine vergleichbare Entwicklung lässt sich bei den Firmen Burgwolf KG und Wolf & Co. nachzeichnen, die als zwei Werke der VEB Pleißenwolle begannen, später gemeinsam unter diesem Namen firmierten (01.07.1949) und die man dann mit den beiden erstgenannten Betrieben in der VEB Zwirnerei und Spinnerei Pleißenwolle Crimmitschau zusammenlegte (01.07.1951). Die beiden Glauchauer Firmen Ludwig Blucke und Färberei/Garn AG Glauchau endeten über einige Zwischenstationen als VEB Feinzwirnerei Sachsenring Glauchau (1.10.1949 - 1953), dem wiederum die VEB Pleißenwolle sowie der VEB Spinnerei und Zwirnerei Schweinsburg als Nachfolger der Firma Carl Wolf angeschlossen wurde (01.03.-30.09.1953). Die Firma Ernst F. Göldner wurde über den Umweg der Zugehörigkeit zum VEB Vigognespinnerei Werdau (01.01.1953) erst später mit aus dem VEB Feinzwirnerei wieder ausgeschiedenen Firmen zu einem Kombinat unter dem erneut verwendeten Namen Zwirnerei Pleißenwolle vereinigt (1.10.1953), welches einige Jahre später mit den übrig gebliebenen Werken der VEB Feinzwirnerei letztlich im VEB Zwirnerei Sachsenring Glauchau aufging (01.01.1963). Weitere ergänzende Daten für alle, auch die nur kurzfristig verwendeten Bezeichnungen sind in den nachfolgenden Einzelkapiteln zu finden.


2. Die Firma Carl Wolf und ihre Zweigbetriebe und Nachfolger
2.1. Gründung und Entwicklung
2.1.1. Firmengeschichte bis 1942
Als Carl Rudolf Wolf (1867 - 1928) die nach ihm benannte Firma 1894 gründete, folgte er hierbei dem Vorbild seiner Brüder Friedrich und Guido, die bereits einige Jahre zuvor die Firma Gebrüder Wolf in Neukirchen etablieren konnten und sich auf die Herstellung farbechten "Negergarns" spezialisiert hatten. Sie entstammten einer wohlhabenden, ursprünglich aus Landsberg an der Warthe stammenden Crimmitschauer Kaufmannsfamilie. Der Autor der später von Carl Wolf in Auftrag gegebenen Chronik des Schweinsburger Schlosses unternahm bereits 1924 immense Anstrengungen, um das sich augenscheinlich hartnäckig haltende Gerücht einer polnisch-jüdischen Abstammung der Familie als "töricht" zu brandmarken und zu widerlegen, augenscheinlich aber ohne nachhaltigen Erfolg.
Der früheste Gesellschaftervertrag weist Otto Dämmrich als Teilhaber der als "Erste deutsche Florgarnzwirnerei, Strickgarnzwirnerei und Baumwoll-Echtfärberei" firmierenden Neugründung aus. Allerdings überwarfen sich die beiden Gesellschafter innerhalb kürzester Frist und Dämmrich schied aus dem Unternehmen bereits Anfang 1895 wieder aus. Einen ähnlichen Verlauf nahm die Aufnahme Wilhelm Morgners in die Firma rund 10 Jahre später, trotz des bestehenden Verwandtschaftsverhältnisses mit Carl Wolf. Dieser warf seinem Schwager angebliche Fehler bei der Buchführung vor, welche zwar heftig bestritten wurden, die erneute Trennung von einem Teilhaber jedoch nicht abwendeten. Dem seit 1902 als Angestellten beschäftigten späteren Prokuristen Paul Schmutzler (geb. 23.11.1878 als Sohn von Johann Heinrich Schmutzler, Gutsbesitzer in Altottmannsdorf) erteilte Carl Wolf im Hinblick auf eine mögliche Teilhaberschaft mit Verweis auf diese Erfahrungen und die "treue Mitarbeit" von Carl Bruno Burkhardt zunächst eine Absage. Er stellte allerdings einen möglichen späteren Erwerb der Firma durch Schmutzler und Burkhardt im Falle seiner Kinderlosigkeit in Aussicht, der - unter allerdings etwas anders gelagerten Umständen - später auch stattfand.
Ein von Carl Wolf 1895 selbst entworfener Cops-Färbeapparat trug neben weiteren patentierten Erfindungen und Verbesserung im Bereich der Färbetechnik nicht unwesentlich zum Erfolg der Firma bei, der nicht nur zur Fabrikvergrößerung führte, sondern Carl Wolf 1905 auch den Erwerb des Rittergutes und Schlosses Schweinsburg sowie wesentliche Erweiterungen eines eigenen Wasserwerkes ermöglichte. Bereits seit 1886 bemühte sich der "Industriebahnverein Schweinsburg und Umgebung" um die Verlegung einer Gleisstrecke zwischen Crimmitschau und Schweinsburg. Carl Wolf fungierte spätestens Anfang des 19. Jahrhunderts als Vorsitzender und setzte seinen Einfluss und sein Vermögen für den Streckenausbau, der außerdem um ein direkt auf das Firmengelände führendes Anschlussgleis ergänzt werden sollte,[26] ein. Als das Projekt schließlich 1908 realisiert wurde, stammten nicht geringe Teile der benötigten Flurstücke aus Schenkungen und Ankäufen Wolfs.
Die nächsten Jahre bis nach dem Ende des Ersten Weltkrieges sind weniger ausführlich dokumentiert. Die Berichte und Schriftwechsel lassen auf eine umfangreiche Reisetätigkeit und wachsende Rolle Paul Schmutzlers im Unternehmen schließen, der 1917 erfolgte Kauf des Rittergutes Schiedel durch Carl Wolf weisen neben der ein Jahr zuvor erfolgten Neugründung der Firma Carl Wolf Apparatebau und den Jahresbilanzen auf ein trotz kriegsbedingter Gewinneinbußen insgesamt florierendes Geschäft hin. Das gute Verhältnis zwischen Carl Wolf und Paul Schmutzler respektive deren Familien war nicht nur auf geschäftliche Kontakte bzw. das Angestelltenverhältnis begrenzt, sondern zeigt sich u. a. auch darin, dass Paul Schmutzler zum Pfleger der Söhne Carl Wolfs aus erster Ehe mit der 1909 verstorbenen Ella Klemm bestellt wurde, die ihn auch später in Briefen als "Onkel Paul" ansprachen.
Die Schmutzler in Aussicht gestellte Übernahme des Unternehmens wurde mit der 1924 erfolgten Umwandlung in eine Aktiengesellschaft zunächst wenigstens teilweise realisiert. Dieser Schritt erfolgte parallel zu umfangreichen Erweiterungsbauten bzw. zum Neubau des Zwirnereigebäudes. Carl Wolf schied allerdings nicht aus, sondern stellte den größten Teil der Kapitaleinlage zur Verfügung und übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrates, während Schmutzler und Bruno Burkhardt als neu ernannte Vorstandsmitglieder bzw. Direktoren geringere Beträge einbrachten, die drei Ehefrauen übernahmen zusätzlich jeweils eine Stammaktie. Carl Bruno Burkhardt verstarb bereits im März 1926 an einem Nierenleiden, wodurch Paul Schmutzler zunächst allein als Vorstand verblieb.
Carl Wolf hatte beabsichtigt, die vakante Stelle in absehbarer Zeit seinem noch studierenden ältesten Sohn Carl Heinz zu übertragen. Der plötzliche Tod des Firmengründers am 13. März 1928 im Alter von 60 Jahren verzögerte dies allerdings um einige Jahre. Zu seiner Nachfolgerin als Vorsitzende des Aufsichtsrates wurde auf einer Sitzung im Juni 1929 seine Witwe Johanna Margareta Wolf gewählt und sie behielt diese Position bis zur Auflösung bzw. erneuten Umwandlung der Aktiengesellschaft sieben Jahre später. Nachdem Carl Heinz Wolf zunächst als Prokurist im väterlichen Unternehmen angestellt wurde, erfolgte die Anstellung als Mitdirektor und Vorstandsmitglied erst 1933.
Die "Machtergreifung" Adolf Hitlers im selben Jahr blieb auch für die Firma Carl Wolf nicht ohne, zunächst indirekte, Folgen. Ein 1934 unter den neuen politischen Gegebenheiten erlassenes Gesetz über die Umwandlung von Kapitalgesellschaften legte die Grundlage für die erneute Entscheidung über den Wechsel der Gesellschaftsform. Die Präambel führte aus, dass dem Unternehmer ein Anreiz geboten werden solle, Eigenverantwortlichkeit gegenüber "anonymen Kapitalformen" den Vorzug geben. Offiziell gab die Carl Wolf AG an:"dass wir gerade damit beschäftigt sind, den Anregungen der Reichsregierung Folge leistend, unsere Aktiengesellschaft in eine offene Handelsgesellschaft umzuwandeln."
Damit einher gehende Steuerleichterungen bzw. Sonderabschreibungsmöglichkeiten dürften diesen Schritt wesentlich erleichtert haben. Außerdem wurden im letzten Jahr der Aktiengesellschaft im Kontext der Vorbereitung des Wechsels die Anteile von Carl Bruno Burkhardt, welche seit seinem Tod von seiner Witwe Hedwig, die auch als Aufsichtsratsmitglied fungierte, verwaltet wurden, auf Ilse Margarethe Wolf und Hans Schmutzler verteilt. Damit lag Besitz und Führung der Firma nur noch in der Hand dieser beiden Familien, als letzte Aktionäre und gleichzeitig die neuen Gesellschafter der am 25. August 1936 gegründeten OHG verbleiben: Johanna Margareta Wolf, ihre bzw. Carl Wolfs Kinder Carl Heinz, Gerhard, Rudolf und Ilse Margareta sowie Paul Schmutzler und dessen Sohn Hans. Letztere übernahmen mit Carl Heinz Wolf als jeweils allein Vertretungsberechtigte die Führung der Firma. Bis zur Teilung derselben ergab sich diesbezüglich nur noch eine einzige personelle Veränderung, als ein weiterer Sohn Paul Schmutzlers, Herbert, als Gesellschafter eintrat.

2.1.2. Die Firmenteilung und ihre Folgen
Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte zur Folge, dass Familienmitglieder beider Seiten zur Wehrmacht eingezogen wurden, langfristig gilt dies mindestens für die Söhne Schmutzlers und ab 1941 Rudolf Wolf. Gleichzeitig entwickelten sich wachsende Spannungen zwischen Paul Schmutzler und Carl Heinz Wolf, der die Leitung der Abteilung Burgwolf- Handarbeitsgarne übernommen hatte und mit dieser immer mehr unabhängig vom Hauptbetrieb zu agieren suchte. Die eher persönlichen als tatsächlich sachlichen Hintergründe sind gut dokumentiert, allerdings ausschließlich aus der Sicht Paul Schmutzlers, der im fraglichen Zeitraum eine ganze Reihe von Niederschriften und Gesprächsnotizen anfertigte, die sich allein mit seinen Auseinandersetzungen mit Carl Heinz Wolf befassen. Pläne zum Ausscheiden Carl Heinz Wolfs aus der Firma existierten bereits seit mindestens 1940, wie ein streng vertrauliches Gutachten zu steuerrechtlichen Fragen eines solchen Vorganges belegt. Auch die erste Niederschrift Paul Schmutzlers verweist auf dieses Jahr bzw. sogar darauf, dass Carl Heinz Wolf bereits seit längerer Zeit diesbezügliche Absichten hegte. Aus seiner Sicht war die Motivation Wolfs bzw. der zunehmende Druck, mit dem er die Separierung der Firmen, die im Zweifelsfall auch auf Kosten der Liquidation geschehen sollte, vor allem in "großen Plänen", welche besonders mit der Vergabe von Wehrmachtsaufträgen zusammenhingen, zu suchen. Neben einer Reihe kleinerer, evtl. nur vorgeschobener Gründe, spielte die Entwicklung des für Fallschirme konzipierten Garnes E14 eine besondere Rolle. Angeblich könne dessen Herstellung und Lieferung nur durch einen unabhängigen Spezialbetrieb erfolgen und deswegen sei die Abteilung Burgwolf aus der Firma Carl Wolf herauszulösen.
Es lässt sich nicht ausschließen, dass auch ideologische Gründe mitwirkten. Beide Kontrahenten waren Mitglieder der NSDAP, Paul Schmutzler amtierte sogar als stellvertretender Bürgermeister in Schweinsburg. Dennoch scheinen Carl Heinz Wolfs vehementes Bemühen um Wehrmachtsaufträge, seine Verantwortlichkeit in gehobener Stellung für die Produktion des Fallschirmgarnes und deren Verteilung sowie das auch später noch deutliche Bemühen, die Firma Carl Wolf aus der Herstellung von E 14 herauszuhalten, darauf hin, dass hier nicht allein betriebswirtschaftliche Interessen berührt waren. Der letztlich abgeschlossene Betriebsteilungsvertrag legte fest, dass die Abteilung Burgwolf und die denselben Gesellschaftern wie die Firma Carl Wolf (abzüglich Johanna Margareta Wolf) gehörende Firma Wolf & Co. auf den Stamm Wolf übergehen sollte, während die Mutterfirma und der Apparatebau im Besitz Paul Schmutzlers und seiner Söhne verblieb. Die zumindest von Carl Heinz Wolf offenbar mit allen Mitteln forcierte Trennung führte also zu dem durchaus bemerkenswerten Ergebnis, dass dieser - und seine Familienmitglieder - das den Namen des Vaters und Firmengründers tragende und in Branchenkreisen einen hervorragenden Ruf genießende Unternehmen nicht mehr weiterführten und in "fremde" Hände gaben.
In der Außendarstellung fehlten verständlicherweise Hinweise auf die persönlichen Differenzen. Die Firma Carl Wolf teilte ihren Kunden lediglich recht knapp mit, dass die Familie Wolf aus der Firma ausgeschieden sei, ohne überhaupt auf etwaige Ursachen einzugehen. Carl Heinz Wolf führte im Gegensatz dazu, vor allem gegenüber Behörden, ausführlich aus, dass die Trennung einerseits nur eine Formsache gewesen sei, die bereits bestehende Verhältnisse in gegenseitigem Einverständnis nur noch rechtlich fixierte. Zusätzlich wird auf die kriegswirtschaftlich notwendigen Rationalisierungen hingewiesen, denen durch die Teilung der Firmen ebenfalls Rechnung getragen werde.
Der 50. Jahrestag der Firmengründung fand 1944 daher ohne Beteiligung der Familie Wolf statt.

2.1.3. Kriegsende und Verstaatlichung
Im Gegensatz zu vielen anderen Firmen, speziell im Chemnitzer Raum, hatte Carl Wolf keine Schäden an Gebäuden und Maschinen durch Kriegseinwirkungen zu verzeichnen. Die Gegend schien den Beteiligten sicher genug, um noch während des Krieges ein Büro der Fachuntergruppe Industrie der handelsfertigen Garne von Berlin nach Schweinsburg auszulagern. Die Gesellschafter entgingen zudem im Gegensatz zur Familie Wolf und den letzteren bei der Teilung zugeschlagenen Firmen einer schnellen Enteignung. Die Firma wurde in den ersten Nachkriegsjahren weiterhin als OHG im Besitz der Familie Schmutzler geführt. Zu ersten Einschränkungen kam es 1949, als der Firma die Kaufberechtigung zum eigenständigen Garnerwerb verwehrt wurde. Im selben Jahr wurden Ermittlungen wegen Wirtschaftsvergehen gegen Paul und Hans Schmutzler eingeleitet, die zunächst dazu führten, dass der Kreisrat von Zwickau Kurt Weller als Treuhänder einsetzte. Hintergrund waren die bei einer Prüfung durch die Landeskontrollkommission beschlagnahmten Waren im Wert von 42.180 DM. In einem ersten Urteil vom 16. Januar 1950 wurde beiden untersagt, eine leitende Stellung in einem Wirtschaftsunternehmen zu bekleiden, sie blieben jedoch weiterhin Inhaber des Betriebes, wurden also noch nicht enteignet. Weller blieb Betriebsleiter, war jedoch nicht mehr dem Kreisrat, sondern den Inhabern verantwortlich. Diese Kompromissformel sorgte für einige Verwirrung, zumal Herbert Schmutzler, gegen den nicht ermittelt worden war, Leiter des Apparatebaus blieb und sein Bruder Hans als normaler Arbeiter im Betrieb mitwirken wollte, was von der Belegschaft im Rahmen einer, allerdings schlecht besuchten und nicht unbedingt als objektiv moderiert zu bezeichnenden Sitzung abgelehnt wurde.
Die letztlich komplette Überführung des Betriebes in Volkseigentum wurde jedoch nur um wenige Monate verzögert, welche Hans Schmutzler zur Flucht in die Bundesrepublik nutzte. Die Staatsanwaltschaft bereitete ein Berufungsverfahren vor, welches im März 1951 die endgültige Enteignung der Teilhaber besiegelte und in einer erneuten Treuhänderschaft Wellers und ab April 1951 der VVB Vigro resultierte. Nachdem sich im August 1951 der nach wie vor nicht angeklagte Herbert Schmutzler ebenfalls in den Westen abgesetzt hatte, wurden seine Vermögensanteile an der Hauptfirma ebenfalls eingezogen, die am Apparatebau zunächst einem Vermögenspfleger übertragen. Nach dem Anschluss an und die Verwaltung durch die VVB Vigro wurde nur für sehr kurze Zeit der ursprüngliche Firmenname als VEB Carl Wolf weiter verwendet, bevor man als Spinnerei und Zwirnerei Schweinsburg bzw. als Zweigwerk Schweinsburg des VEB Feinzwirnerei Sachsenring Glauchau (01.01. – 30.09.1953) diese Tradition für immer beendete. Ab 1. Oktober 1953 bildete der Betrieb Werk II der wieder gegründeten VEB Pleißenwolle Crimmitschau, und wurde letztlich ab Januar 1963 als Werk III der VEB Zwirnerei Sachsenring Glauchau angeschlossen.

2.1.4. Carl Wolf Apparatebau
Die Geschichte des Apparatebaus ist, wie schon aus dem vorhergehenden Kapitel ersichtlich, sehr eng verknüpft mit der Entwicklung der Firma Carl Wolf. Der Firmengründer entwickelte seit Ende des 19. Jahrhunderts verschiedene patentierte Maschinen und Vorrichtungen, die zunächst im Rahmen der Hauptfirma verkauft wurden. Eine eigene Abteilung Apparatebau existierte spätestens 1901 unter der Leitung von Carl Hertkorn, auf sie wurde im Briefkopf der Firma durch "Corpsfärbeapparate D.R.P. und Auslands-Patente" verwiesen. Vermutlich sollte dieser Geschäftszweig irgendwann erweitert und wegen der dann etwas anderen Ausrichtung von der Färberei und Spinnerei separiert werden. Die ersten diesbezüglichen Pläne manifestierten sich in der geplanten Gründung einer GmbH im Juli 1914, die aber durch den Kriegsausbruch verhindert wurde. Zwei der potentiellen Gesellschafter, der Ingenieur Rudolf Abigt und Paul Schmutzler, erhielten unmittelbar ihre Einberufungsbefehle, weswegen Carl Wolf die bereits beantragte Eintragung ins Handelsregister wieder zurückzog, was einen Rechtsstreit wegen nicht gezahlter Vergütungen mit Abigt, der zudem ein Schwager Wolfs war, zur Folge hatte. Abigt war zuvor bei der Stadt Chemnitz als Wasserbauingenieur angestellt gewesen und verkaufte nach Zahlung der eingeklagten Abfindung seine eigenen Patente und Entwicklungen an Carl Wolf.
Bereits daraus ist ersichtlich, dass das Ziel inzwischen nicht nur Produktion und Verkauf von Färbereiapparaten war, sondern darüber hinaus auch die Entwicklung von Patenten und der Bau von Maschinen zur Wasserversorgung, Abwasserklärung und Luftbefeuchtung ins Auge gefasst wurden. Obwohl die Gründung der GmbH zu diesem Zeitpunkt offiziell nicht erfolgte, gab Carl Wolf bei der Beantragung des Handelsregistereintrages 1916 an, dass die Firma bereits 1914 errichtet worden sei. Das Betätigungsfeld wurde gegenüber den früheren Angaben noch erweitert und lautete nun: "Herstellung und Vertrieb von Maschinen und Apparaten für wirtschaftliche und industrielle Zwecke".
Carl Wolf blieb bis zu seinem Tod alleiniger Inhaber, danach übernahmen zunächst seine Witwe und Kinder Besitz und Geschäftsleitung. Inzwischen hatte sich der Schwerpunkt des Betriebes endgültig auf landwirtschaftlich nutzbare Maschinen und Einrichtungen verschoben. Der genaue Zeitpunkt ist bislang nicht eindeutig zu bestimmen, erste Hinweise finden sich bereits 1919. Höchstwahrscheinlich bestand ein Zusammenhang mit der Bewirtschaftung des Rittergutes, ein eigens von Carl Wolf entwickeltes System der Wasserversorgung und Rinderaufstallung brachte nicht nur Auszeichnungen ein, sondern wurde dann auch durch den Apparatebau verkauft. Dieser firmierte als"Spezialfabrik für modernste Stalleinrichtungen, Stallbahn-Anlagen, Buchten für Bullen, Jungvieh u. Kälber, Selbststränke-Anlagen, Stallfenster".
Anfang 1938 wurde das Unternehmen von Johanna Margareta Wolf an die Nacherben weitergegeben und am selben Tag als OHG neu gegründet, wobei die Gesellschafter abzüglich der bisherigen Inhaberin selbst mit denen der Firma Carl Wolf weitgehend identisch waren, nachdem Herbert Schmutzler 1939 beitrat.
Die bereits ausführlich geschilderten Hintergründe der Firmenteilung 1942 wirkten sich parallel auf den Apparatebau aus, der in den alleinigen Besitz der Familien Schmutzler überging. Ab welchem Zeitpunkt Herbert Schmutzler die Leitung der Firma übernahm, ist nicht exakt nachzuvollziehen, diese Funktion wurde zumindest nicht offiziell vermerkt. Seine Flucht führte 1951 zu einer Treuhandverwaltung durch den vom Rat des Kreises beauftragten Gustav Friedrich. Dessen wesentlicher Auftrag bestand allerdings nur noch in der Liquidation des Betriebes, die OHG wurde offiziell am 13. Februar 1952 aufgelöst und im Juli 1953 aus dem Handelsregister gelöscht.

2.2. Arbeitskräfte und Export
Im Zentrum der Firma Carl Wolf stand von Anbeginn das Färben und Zwirnen von Fabrikations- später auch Handelsgarnen, ergänzt um den Vertrieb von Apparaten und Maschinen. Während die Färbereiabteilung und der Apparatebau von männlichen Arbeitskräften bestimmt wurden, zeichnete sich schon früh ein sehr starker Anteil an arbeitenden Frauen ab, die vor allem als Zwirnerinnen und Spulerinnen beschäftigt waren. Das Verhältnis entwickelte sich dergestalt, dass in den 30er und 40er Jahren die große Mehrzahl (ca. 70-80%) der Belegschaft aus Arbeiterinnen bestand. Anlässlich des 50jährigen Firmenjubiläums erwähnte der Landrat in seiner Grußadresse, dass zeitweise bis zu 500 Arbeitnehmer in der Firma gearbeitet hätten. Hierbei handelt es sich aber wahrscheinlich um einen relativ außergewöhnlichen Höchststand. Abhängig von konjunkturellen und natürlich politischen Entwicklungen, namentlich zwei Weltkriegen und einer großen Wirtschaftskrise, unterlagen die Beschäftigtenzahlen natürlich großen Schwankungen. In den Industrieberichten an das Statistische Reichsamt wurde bis November 38 eine maximale Arbeiterzahl von 250-260 angegeben, danach wurde dies auf 350-400 geändert, wobei man hierbei nun die inzwischen nötigen Schichtarbeiter mit einrechnete. So ergaben sich relativ hohe Beschäftigtenzahlen von bis zu 388 Arbeitern, die sich später wieder auf niedrigerem Niveau einpendelten. Setzt man dies mit den Beschäftigtenzahlen von unter 200 während der Krisenzeiten in Relation, kann man ungefähr von einer durchschnittlichen Beschäftigungszahl von knapp unter 300 Beschäftigten ausgehen.
Während des Zweiten Weltkrieges bemühte sich die Firma, den bei der Wehrmacht befindlichen Arbeitern und Angestellten regelmäßig Präsente zukommen zu lassen, legte spezielle Sparbücher an und blieb über Feldpost mit ihnen in Kontakt. Als indirekte Folge der Militäroperationen sind ab 1940 Fremdarbeiter im Unternehmen beschäftigt, zunächst handelte es sich dabei um französische Kriegsgefangene aus dem Stammlager IV F, die u. a. als Schlosser, Hilfsarbeiter, Elektriker oder Schweißer arbeiten mussten. Hinzu kamen einige Zeit später Packerinnen, Spulerinnen, und Dreherinnen aus Russland und der Ukraine. Untergebracht waren erstere im als Kriegsgefangenenlager fungierenden Gasthof Schweinsburg, die Ostarbeiterinnen auf dem Betriebsgelände bzw. im späteren "Gemeinschaftslager Tannersberg". Insgesamt enthalten die Akten die Namen von mindestens 100 französischen Kriegsgefangenen und 57 Ostarbeiterinnen, die während der Kriegsjahre für alle Teil- bzw. Nachfolgebetriebe der Firma Carl Wolf gearbeitet haben, darunter nicht wenige allerdings nur für eine sehr kurze Zeit.
Durch Unterlagen zu Lohn, Versicherung und Verpflegung, Personalstammkarten und Monatsberichte über das Lager ist die Tätigkeit der Fremdarbeiter recht umfassend dokumentiert. Eine offenbar auch als Dolmetscherin agierende Ostarbeiterin wurde wegen "Fluchtgefahr und Widersetzlichkeit" durch die Gestapo abgeholt, während eine junge Deutsche mit einer ernstlichen Verwarnung davonkam, nachdem sie einem der Kriegsgefangenen eine Schnitte zugesteckt hatte. Die daraufhin einberufene Vertrauensratssitzung stellte fest, dass es "nur" aus Mitleid geschah und sonst keine weiteren Beziehungen bestanden, die schärfere Strafen nach sich gezogen hätten. Dokumentiert sind auch mehrere Beschwerden der Firma bei der Kommandantur des Stammlagers IV F über Fälle von Arbeitsverweigerungen und Sabotage durch französische Kriegsgefangene sowie "Aufhetzung" derselben zu weniger Anstrengung für den geringen Lohn.
Als relativ große Firma mit in Deutschland gut eingeführten Produkten versuchte Carl Wolf schon früh, sich auch im Ausland zu etablieren. Die Reisen und Messebesuche von Paul Schmutzler ermöglichten persönliche Kontakte, andererseits wurde auch offiziell per Anzeige nach geeigneten und willigen Vertretern gesucht. Wichtige Exportziele waren Schweden, Griechenland, Norwegen und die Türkei. Geschäftliche Beziehungen mit jüdischen Vertreterfirmen wurden den deutschen Firmen mit zunehmend restriktiveren Gesetzen untersagt oder aber von diesen, speziell nach dem Kriegsausbruch, auch freiwillig gekündigt. Ein vertrauliches Rundschreiben der sächsischen Außenhandelsstelle illustriert dieses Vorgehen unter beispielhafter Verwendung einschlägigen Vokabulars und wies an, "daß der bestehende Kriegszustand rücksichtslos von den deutschen Firmen dazu auszunutzen ist, sämtliche Juden aus der deutschen Absatzorganisation auszumerzen."
Dies betraf bei Carl Wolf vor allem die türkische Vertreterfirma Salty & de Vidas in Istanbul. Sie war bereits von einem Generalvertreter deutscher Industriefirmen, der sich selbst um eine Vertretung bewarb, als jüdisch denunziert worden, wobei dies sowohl der Firma als auch den Behörden in Deutschland bereits bekannt war, letztere drängten auch auf eine Lösung des Verhältnisses. Eine kurze, aber sehr freundschaftliche Nachkriegskorrespondenz legt nahe, dass zumindest Paul Schmutzler, der die Firmeninhaber wahrscheinlich persönlich kannte, die Trennung in erster Linie durch die politischen Zwänge erklärte.


3. Die Firma Burgwolf KG und ihre Nachfolgebetriebe
3.1. Allgemeine Firmengeschichte
Ein exaktes Datum der Einrichtung einer Strickgarnabteilung innerhalb der Firma Carl Wolf ist aus den Akten nicht ersichtlich, ebenso fehlen bislang zeitnahe Anweisungen oder diesbezügliche Pläne. Die ersten Umsatzzahlen wurden für das Jahr 1934 angegeben und auch wenn es sich hierbei um eine nachträgliche Berechnung handelt, ist 1933/34 als Gründungszeitraum anzunehmen. Der Markenname "Burgwolf" für die Handarbeitsgarne wurde seitdem sukzessive aufgebaut und mit Hilfe einer als "Rückgrat" verstandenen Außen-Organisation von Bezirksvertretern reichsweit verkauft. Trotz einer gewissen Selbständigkeit aufgrund der anderen Produktionspalette liefen Entwicklung und Absatz zunächst weitgehend parallel zur Hauptfirma, bis Carl Heinz Wolf als Leiter der Abteilung zunehmend eigene Vorstellungen zu verwirklichen suchte. Die bereits erwähnten "großen Pläne" klingen in einem Ausblick auf die zukünftige Geschäftsentwicklung an: "…die neu gewonnenen Gebiete, um welche sich das Großdeutsche Reich erweitert hat, sind mit Zukunftsträger unseres Burgwolf-Gedankengutes. Wenn man die ausserordentlich aufnahmefähigen Plätze des Warthegaues und Ostoberschlesien sowie Memel, Danzig und später dann auch Elsaß und Lothringen in Betracht zieht, dann dürfte es für uns Burgwolfleute keine ruhige Minute geben…"
Eine vergleichbare ideologische Aufladung von im politischen Kontext eigentlich eher irrelevanten Dingen wie einer Handstrickgarn-Marke ist zwar durchaus symptomatisch für das "Dritte Reich", findet aber keinerlei Entsprechung in der sonstigen Überlieferung der Firma und deren Leitung. Die bereits erwähnten Spannungen könnten hier tatsächlich eine ihrer wesentlichen Ursachen gefunden zu haben. Nachdem zumindest vorübergehend auch Fabrikationsgarne, speziell für Kriegsaufträge übernommen wurden und sich Carl Heinz Wolf augenscheinlich sehr um weitere derartige Aufträge bemühte, waren Kollisionen mit Paul Schmutzler kaum vermeidbar. Nach der endlich erfolgten Trennung wurde am 1. Juli 1942 die "Burgwolf KG Carl Heinz und Rudolf Wolf" neu gegründet, die sich ein Betriebsgelände mit der nunmehrigen Schwesterfirma Wolf & Co. in der Händelstrasse in Crimmitschau teilte. Im selben Jahr wurde der zum Rittergut Schweinsburg gehörende Schiedelhof aufwendig in ein Nebenwerk umgebaut, ein ehemaliger Schafstall beherbergte danach u. a. eine Spulerei, Dämpferei und Fertigwarenlager.
Die beiden Firmen stellten in Arbeitsteilung als Spinnerei (Wolf & Co.) bzw. Zwirnerei (Burgwolf KG) ihre Erzeugnisse; Strickwolle, Garne und Zwirne, her. Die räumliche und logistische Nähe wurde dann auch über das Kriegsende hinaus beibehalten. Im Gegensatz zur Ursprungsfirma erfolgte die Enteignung zum frühest möglichen Zeitpunkt, im Rahmen des Volksentscheides 1946. Im selben Jahr wurden die beiden Betriebe der Industrie-Verwaltung Spinnereien unterstellt und wahrscheinlich bereits zu diesem Zeitpunkt die Burgwolf KG in Pleißenwolle Werk I (aus Wolf & Co. wurde entsprechend Pleißenwolle Werk II) umbenannt. Eine Verwaltungsratssitzung im November 1947 beschäftigte sich mit der Anstellung von Arthur Weigel als Betriebsleiter des verstaatlichten Betriebes, die u. a. wegen dessen Unterstützung Carl Heinz Wolfs strittig war. Da aber auch der gesamte Betriebsrat gegen die Enteignung gestimmt hatte, ohne dass an dieser Stelle Konsequenzen gezogen worden waren, sah man auch im Fall Weigel davon ab, er wurde dann bei der Industrieverwaltung Streichgarnspinnereien auch offiziell angestellt. Das Werk Schiedelhof wurde durch die Bodenreform aus dem Betriebsvermögen herausgelöst, was einen längeren Schriftwechsel der zuständigen Stellen nach sich zog. Zwischenzeitlich schlug man es dem VEB Feinzwirnerei Sachsenring Glauchau, Werk Schweinsburg (Nachfolgefirma von Carl Wolf) zu, ca. 1953 wurde es dann letztlich zum Abbruch freigegeben.
Carl Heinz Wolf setzte sich 1947 in die Westzone ab und ließ seine Frau mit der jüngsten Tochter in der Villa zurück. Unklar ist, ob er neben der NSDAP auch der SS angehörte, gegenüber Paul Schmutzler hatte er unter Eid erklärt, er sei nur Anwärter gewesen und hätte einige Versammlungen besucht, sei aber u. a. wegen seiner nicht lückenlos nachweisbaren arischen Abstammung abgelehnt worden. In einer internen Mitteilung des Kreisrates Zwickau wird Wolf wiederum als "SS-Mann" bezeichnet. Obwohl er bei der Bodenreform zunächst auch Land zugeteilt bekam und weiterhin ein Hausgrundstück besaß, wurde diese Regelung 1949 wieder mit dem Verweis auf seine Mitgliedschaften in NS-Organisationen aufgehoben.
Im selben Jahr (am 1. Juli 1949) waren die Pleißenwolle-Firmen bereits zu einem Betrieb zusammengeschlossen worden. Diese Zwirnerei Pleißenwolle wurde genau zwei Jahre später wiederum mit dem Zwirnwerk Crimmitschau (siehe Kapitel 7. und 8.) unter Beibehaltung des Namens fusioniert. Die Reorganisation der Wirtschaft 1953 brachte wie für die meisten Betriebe dieses Bestandes auch für diesen Nachfolger der ehemaligen Burgwolf KG einige sehr kurzlebige Veränderungen. Zunächst erfolgte zum 1. März eine Angliederung der Zwirnerei Pleißenwolle an den VEB Feinzwirnerei Sachsenring Glauchau, die am 1. Oktober allerdings wieder rückgängig gemacht wurde und erneut ein Betrieb unter der Bezeichnung Zwirnerei Pleißenwolle gegründet wurde, der neben den ursprünglichen Namensträgern auch die ehemalige Ausgangsfirma Carl Wolf unter sich vereinigte. Analog erfolgte 1963 der Anschluss an den VEB Zwirnerei Sachsenring.

3.2. Arbeitskräfte und Produktion
Bei der Firmenteilung 1942 wechselten 61 Belegschaftsmitglieder der Hauptfirma zur Neugründung. Laut mündlicher Auskünfte arbeiteten vorher ca. 150 - 200 Personen in der Abteilung Burgwolf, für 1943 existiert ein Nachweis über 216 Gefolgschaftsmitglieder, für das nächste Jahr wurden ca. 160 gemeldet, die durchschnittliche Anzahl der gesamten Arbeitskräften dürfte daher ungefähr im zuerst genannten Bereich gelegen haben. Darunter befanden sich zu diesem Zeitpunkt 18 Ostarbeiter(innen), die im betriebseigenen Lager (von Januar 1943 bis Ende März 1944) bzw. später dem unter den Decknamen "Amsel" und "Sonja" von der Firma Wolf & Gläser verwalteten "Weiblichen Ostarbeiterinnenlager Crimmitschau" untergebracht waren. In der Schiedelmühle, die zum Grundbesitz der Familie Wolf gehörte, waren außerdem ca. 10 französische Kriegsgefangene, die 1943 in den Zivilstand überführt wurden, eingesetzt.
Eine Anfang 1944 an den Leiter des Sonderausschusses A 13 gerichtete Bitte um Zuweisung zusätzlicher Arbeitskräfte bzw. Ostarbeiter - die allerdings abschlägig beschieden wurde - wurde mit dem Hinweis begründet, dass 80% der Betriebsproduktion auf die Luftwaffe entfallen würde. Selbst wenn diese Zahl nicht anderweitig belegt wurde, kann sie als Indikator dafür dienen, wie wichtig die Rüstungsproduktion für die Firma war. Das Engagement Carl Heinz Wolfs war in dieser Hinsicht nicht ohne Erfolg geblieben. Sein Betrieb war durch den Vertrieb des noch unter der Ägide der Firma Carl Wolf entwickelten und vor allem für Fallschirme verwendeten Nähgarnes E 14 diesbezüglich in einer wichtigen Position und spielte auch eine Rolle als Entwicklungsbetrieb für rüstungstechnische Neuerungen. Derartige Kunstseidengarne waren für das chronisch rohstoffarme bzw. von Importen teilweise abgeschnittene Deutsche Reich als "Ersatzstoff" besonders wichtig. Die Firma Burgwolf bekam zudem einen Auftrag, eine Ersatzqualität für E 14 zu entwickeln, die für Heer und Marine verwendet werden sollte, für die auch ein weniger hochwertiges Garn ausreichend sei, Carl Heinz Wolf agierte allerdings nicht nur indirekt durch seine Firma als Produzent, sondern auch als Funktionär im Rahmen sogenannter "Schnellaktionen" (darunter beispielsweise die Schnellaktion "Versorgungsbehälter"). Er überwachte die Auslieferung des Nähzwirnes E 14, der außer bei Burgwolf auch noch bei anderen Firmen hergestellt wurde, und berichtete über den Verlauf an übergeordnete Behörden.
Die Rivalität mit der alten Firma lief auch und besonders in diesem Bereich weiter, speziell, als diese, nicht zuletzt dank des Kriegsverlaufes (Gebietsverluste durch das Vorrücken der Alliierten und Bombenschäden), ebenfalls in die Produktion von E 14 eingebunden werden sollte. Burgwolf selbst war Mitte 1944 zeitweise an die Grenze seiner diesbezüglichen Kapazitäten angelangt, aber Carl Heinz Wolf versuchte trotzdem, Carl Wolf herauszuhalten. Er gab an, dass die Beziehungen zwischen den Firmen sich dadurch noch weiter verschlechtern würden, ihm Spezialkräfte abgeworben werden könnten und Burgwolf bei späteren Aufträgen geringer bedacht werden würde, obwohl wieder ausreichend Produktionsraum zur Verfügung stünde. Zudem behauptete er, dass die Firma Carl Wolf nicht fähig wäre, E 14 in der benötigten Qualität zu liefern. Bei den zuständigen Stellen wurden seine Beschwerden als eher persönlich motiviert verstanden und letztlich im Hinblick auf die Wichtigkeit der Herstellung, für die Carl Wolf schlicht die naheliegendste Lösung war, ignoriert.


4. Die Firma Wolf & Co. und ihre Nachfolgerbetriebe
Die Firma Wolf & Co. wurde 1931 als Offene Handelsgesellschaft von Paul Schmutzler, Marga verw. Wolf und Hedwig verw. Burkhardt gegründet. Bereits die mit der Firma Carl Wolf identischen Gesellschafter verweisen auf die enge Verbindung auch dieser Neugründung in Crimmitschau zur Schweinsburger Textilfabrik. Auch in den weiteren Jahren ergeben sich starke Parallelen bei der Prokuraerteilung bzw. der Trennung und dem Beitritt von Gesellschaftern, so dass 1939 alle Kinder Carl Wolfs und Paul Schmutzler mit seinen Söhnen an der OHG beteiligt sind. Wolf & Co. gehörte auch die ehemalige Streichgarnspinnerei Paul Kürzel in Crimmitschau, nachdem sie wahrscheinlich nach dem Konkurs Kürzels 1930 den Besitzer gewechselt hatte. Eventuell ist der Kauf dieses Geländes sogar der Anstoß für die Gründung der Firma gewesen bzw. ist der Erwerb mit diesem Hintergedanken erfolgt, da beides im selben Zeitraum stattfand und sowohl Wolf & Co. als auch die Burgwolf KG ihren Sitz auf dem Gelände fanden.
Die Firmenteilung zwischen den beiden Familien resultierte in einer Umwandlung der OHG in eine KG, der, analog zur Burgwolf KG, Carl Heinz und Rudolf Wolf als Gesellschafter vorstanden, ihre Geschwister Gerhard und Ilse waren als Kommanditisten eingetragen. Da Rudolf sich die meiste Zeit des Krieges bei der Wehrmacht befand, oblag die Betriebsführung hauptsächlich seinem Bruder. Als Spinnerei bildete Wolf & Co. die Komplementärabteilung bzw. -firma zu den Zwirnereien Carl Wolf und Burgwolf, eine Hauptaufgabe bestand aus der Herstellung von Garnen für diese beiden Unternehmen. Bereits aus diesem Grund wäre die aus der 1965 erfolgten Untersuchung der Akten bezüglich NS-Betätigung von Führungspersonal stammende Aussage, dass Wolf & Co. keine Kriegsproduktion betrieben habe, sehr fragwürdig. Zudem existieren eine ganze Reihe von Hinweisen, dass die Firma hier sehr wohl involviert war, beispielsweise ein Urlaubsantrag für Rudolf Wolf zur Einrichtung einer "kriegsentscheidenden Fertigung", und Arbeitskräfteanforderungen unter Berufung auf zu bewältigende Wehrmachtsaufträge, die auch auf einer Darstellung der Auftragslage von 1942 erscheinen.
Auch im Hinblick auf die Beschäftigung von Zwangsarbeitern deckt sich der Aktenbefund nicht ganz mit der Einschätzung der früheren Quellenbearbeitung, die hier ebenfalls negativ ausfiel. Dagegen sprechen beispielsweise unter Wolf & Co. gebuchte Abrechnungen der Ostarbeiterabgabe 1943/44 und beantragte Genehmigungsscheine für die Beschäftigung von Ostarbeitern. Da es sich hier um die kleinste der drei Firmen handelte, die durchschnittlich ungefähr 50 Arbeiter und Angestellte beschäftigte, dürfte es sich nur um wenige Personen gehandelt haben, allerdings fehlen für jede Sicht bislang eindeutige Belege.
Wie die Schwesterfirma wurde Wolf & Co. im Rahmen des Volksentscheides 1946 enteignet und der Industrieverwaltung 40 (Spinnereien) unterstellt. Wann die Umbenennung in Pleißenwolle Werk II erfolgte, ist ebenso nicht eindeutig, ca. 1950 wurde der Betrieb zumindest teilweise ebenfalls in eine Zwirnerei umgewandelt und, wie beschrieben, mit dem Werk I vereinigt, die weitere Entwicklung ist damit ebenfalls identisch.


5. Das Wasserwerk Schweinsburg
Die ersten detaillierten Hinweise auf die Existenz eines Carl Wolf gehörenden Wasserwerkes ergeben sich aus der 1909 erfolgten Auftragsvergabe an den Dipl.-Ing. Herzner zur Planung und Ausführung von diesem Werk betreffenden Erweiterungsbauten. Bereits 1904 hatte Wolf vom damaligen Rittergutsbesitzer Meinhold ein Wasserrecht erworben und eine eigene Leitung gebaut, inwieweit hier Vorläufer des Werkes zu sehen sind, bleibt zunächst unbestimmt. Es ist jedoch durchaus zu vermuten, dass dieser Kauf, und noch viel mehr der des gesamten Rittergutes ein Jahr später, die territorialen Voraussetzungen für den Bau schufen, oder aber das ein Wasserwerk bereits zum Gut gehörte und mit erworben wurde. Das Werk versorgte nicht nur Schloss und Firma, sondern auch die Gemeinden Schweinsburg und Neukirchen sowie weitere Betriebe mit Wasser. Es gehörte augenscheinlich zum SchlossSchweinsburg und wurde von dort aus verwaltet. In den 1940er Jahren weisen Schriftstücke es als Firma "Carl Wolf Wasserwerk Schweinsburg" aus, die zum Schlossbesitz gehörte, der in erster Linie von Marga Wolf verwaltet wurde. Die Abrechnungen liefen teilweise über die Burgwolf KG, deren Firmensitz auch als der des Wasserwerkes angegeben wurde. Einige Abrechnungen der Jahre 1945/46 werden wiederum an die "Privat-Betriebe Marga Wolf - Wasserwerk Schweinsburg" gerichtet, so dass die rechtliche Zugehörigkeit nicht eindeutig festzustellen ist. Sicher ist jedoch, dass drei Personen im Werk beschäftigt waren und die Verwaltung bereits Ende 1945 auf die angeschlossenen Gemeinden überging. Da im folgenden Jahr alle der Familie Wolf gehörenden Firmen und Grundstücke enteignet wurden, ist davon auszugehen, dass das Wasserwerk ebenfalls in diesem Zusammenhang in staatlichen Besitz gelangte.


6. Schloss und Rittergut Schweinsburg
Die Anzahl der dem Schloss und Rittergut Schweinsburg zuzuordnenden Akten des Bestandes ist sehr gering und zeitlich begrenzt auf das 19. und vor allem das 20. Jahrhundert. An dieser Stelle wird demzufolge auf eine auch nur kurze Schilderung der mehrhundertjährigen Geschichte verzichtet, es sei hier auf die von Carl Wolf in Auftrag gegebene Chronik verwiesen. 1818 war das Schloss und die durch eine gut erhaltene Kopie einer Karte von 1793 gut dokumentierten damit verbundenen Besitztümer durch den Verkauf an Christian Meinhold in den Besitz einer bürgerlichen Familie gelangt. Das bis 1844 zurückreichende Grundsteuerquittungsbuch ist als ältestes Dokument des Bestandes das neben der Karte einzige Zeugnis aus diesem Zeitabschnitt, die übrige Überlieferung setzt mit dem Kauf des Schlosses durch Carl Wolf 1905 ein. Dieser Besitzwechsel, der vor allem auf finanzielle Engpässe der Familie Meinhold zurückzuführen war, zog einige Gerichtsprozesse nach sich, da bestimmte Eigentumsverhältnisse nicht eindeutig geklärt worden waren, was beispielsweise dazu führte, dass Eberhard Meinhold den Flügelaltar der Schlosskirche noch 1906 veräußerte. Ein Jahr später endeten die Auseinandersetzungen mit einem Vergleich. Meinhold hatte in einigen Räumen die "Majolika-Fabrik der Gebrüder Meinhold" eingerichtet, deren Einrichtungen vom neuen Besitzer durch eigene Zwirnmaschinen ersetzt wurden, wodurch kurzfristig eine kleine Zweigstelle der Firma Carl Wolf entstand.
Hauptsächlich wurde jedoch Landwirtschaft betrieben, das Rittergut diente u. a. als Experimentierfeld für Vorrichtungen des Apparatebaus und sorgte damit indirekt auch für die entsprechende Schwerpunktverlagerung in dessen Produktion und den Vertrieb der "Schweinsburger Aufstallung". Eine weitgehende Mechanisierung und Elektrifizierung des Betriebes ging einher mit einem umfangreichen Umbau des Schlosses im Neobarockstil zwischen 1908 und 1911. Nach dem Tode Carl Wolfs wurden Schloss und Gut von seiner Witwe und dem Sohn Gerhard weiterbetrieben, der erst als Inspektor, später als Pächter der Güter Schweinsburg und Schiedel fungierte. Laut der nachträglichen, von Gerhard Wolf junior vorgenommenen Ergänzungen der Chronik wurden beide nach Kriegsende verhaftet und auf der Insel Rügen interniert, konnten jedoch nach Crimmitschau und später in die Westzone fliehen. Schloss und Rittergut samt der Ländereien wurden im Zuge der Bodenreform 1945 enteignet. Aus den Räumen des alten Schlossbereiches wurden Wohnungen für Neubauern, ab April 1947 übernahm die SED das Neue Schloss und richtete darin die Kreisparteischule ein.


7. Die Firma Ernst F. Göldner und ihre Nachfolgerbetriebe
Friedrich August Bär aus Leitelshain gründete 1891 eine nach ihm benannte Spinnerei. Sein früher Tod bereits 4 Jahre später ließ die Firma in den Besitz seiner Witwe Emilie Bertha übergehen, die sie jedoch sehr schnell an Ernst Ferdinand Göldner verkaufte. Die eigentliche Geschichte des Unternehmens E. F. Göldner in Crimmitschau beginnt somit 1896, wobei für die frühe Zeit leider nur wenige Akten überliefert sind. 1918 wurde das Unternehmen in eine OHG umgewandelt, der Ernst Richard Göldner als Gesellschafter beitrat. Diese Konstellation blieb lange bestehen, erst 1944, nachdem E. F. Göldner im Oktober starb, wurde Richard Alleininhaber der Firma. Sein Sohn Heinrich, der bereits als technischer Betriebsleiter tätig war, erhielt ab 1948 Einzelprokura und übernahm 1949 die parallel in eine Kommanditgesellschaft umgewandelte Firma, weil auch Richard Göldner inzwischen verstorben war. Produziert wurde in der Vigognespinnerei vor allem Möbel- und Dekorationsstoffgarne und Unterwäsche, im Krieg wurden zusätzlich Garne für Verdunkelungsstoffe hergestellt. Die Belegschaft bestand ab den 1930er Jahren aus 100 - 150 Arbeitern und Arbeiterinnen, wobei letztere in der Mehrzahl waren.
Im letzten Jahrzehnt seines Bestehens als Privatunternehmen durchlebte Ernst F. Göldner eine Reihe sehr kritischer Phasen. Mehrfach war der Versuch unternommen worden, die Firma von Amts wegen zu schließen, der erste datiert auf 1940. Gegen diese Anordnung des Bezirkswirtschaftsamtes konnte zunächst noch erfolgreich Protest eingelegt werden, u. a. mit dem Verweis auf die Kriegsproduktion und die Anerkennung als Schonbetrieb durch das Chemnitzer Rüstungskommando. Andere Betriebe bestätigten die Wichtigkeit der Erzeugnisse Göldners für ihre eigene wehrwirtschaftliche Produktion und die Anordnung wurde zurückgezogen, auch weitere Betriebsprüfungen mit ähnlichem Hintergrund resultierten zunächst noch nicht in einer Schließung. 1944 war diese aber nicht mehr abzuwenden, zunächst erfolgte nur eine teilweise, später eine komplette Stilllegung des Betriebes, die sich insgesamt auf rund 9 Monate erstreckte. Parallel dazu musste Göldner einen Teil seiner Betriebsräume und -kapazitäten auf Anordnung des Rüstungskommandos Chemnitz an die Auto-Union, Werk Horch, vermieten. Diese erst kurz vor Kriegsende wirksam gewordene Vermietung verursachte noch bis 1947 eine ausgedehnte Korrespondenz über rückständige Zahlungen und ausgelegte Rechnungen.
Der Neubeginn gestaltet sich entsprechend schwierig, weil viele Maschinen demontiert worden waren und das Geld für die nötigen Investitionen fehlte. Kredite sollten hier ebenso Abhilfe schaffen wie private Darlehen und Unterstützung aus Familienkreisen. Im Antrag auf Wiederingangsetzung stellte sich Richard Göldner als Gegner der Nationalsozialisten dar, dem beständig Schwierigkeiten gemacht worden waren, u. a. weil er Freimaurer war. Seine Mitgliedschaft in der NSDAP ist belegbar, wie auch Verbindungen zur DNVP, dem Stahlhelm, dem deutschen Offiziersbund und dem Verein für das Deutschtum im Ausland. Dies scheint nicht unbedingt auf eine liberale oder linke politische Einstellung hinzuweisen, nichtsdestotrotz gibt es aber keinerlei Hinweise auf eine positive Haltung gegenüber dem NS-Regime. Inwieweit die versuchten Stilllegungen tatsächlich mit politischen Fragen zusammenhingen, bleibt ohne detailliertere Quellen Gegenstand von Spekulationen.
Von der ersten Verstaatlichungswelle wurde die Firma verschont, sie konnte bis 1952 in Privatbesitz verbleiben. Mehrfach war sie Gegenstand von Untersuchungen durch Preiskommissionen, die auch in Preisstrafverfahren endeten. So wurde 1950 ein durch Preisverstöße erzielter Mehrerlös von 23.000 DM festgestellt, allerdings geschah dies noch unter der Ägide des inzwischen verstorbenen Richard Göldner, dessen Sohn entsprechend angab, dass er davon keine Kenntnisse besaß. Blieben diesmal ernstere Konsequenzen noch aus, führte eine Betriebsprüfung durch das Finanzamt Zwickau zwei Jahre später zu einer Arrestverfügung wegen einer Steuerschuld von rund 17.000 DM. Zu diesem Zeitpunkt waren Heinrich und Annemarie Göldner allerdings bereits "unbekannten Aufenthaltes verzogen", also aus der DDR geflohen. Die genauen Hintergründe sind nicht geklärt, inwieweit es nur um Bereicherung ging oder politische und ökonomische Zwänge eine Rolle spielten, muss offen bleiben. Die Firma wurde nun von einem Treuhänder, Werner Böhm, verwaltet, ein Jahr später der Vigognespinnerei Werdau und 1963 der Feinzwirnerei Sachsenring angeschlossen.


8. Die Firma Hermann Illgen und Nachfolgerbetriebe
Carl Hermann Illgen gründete seine Firma als OHG am 25. Februar 1862 in Crimmitschau, sie ist damit zusammen mit der Firma Eduard Uhlich die älteste der Vorgängerfirmen des VEB Sachsenring Glauchau. Ursprünglich handelte es sich wahrscheinlich um eine reine Färberei, später kam noch eine Zwirnereiabteilung hinzu. Sein Sohn, der Schönfärber Paul Richard wurde 1879 Mitinhaber der Gesellschaft, starb aber bereits 1891. Ein Jahr später trat sein Bruder Ferdinand Otto in die Gesellschaft ein und 1904 dann mit Dr. Friedrich Hermann Illgen ein dritter Sohn des Firmengründers. Dieser starb 1906 und hinterließ damit die Firma der nächsten Familiengeneration, erst 1921 ergab sich eine erneute Änderung durch die Aufnahme von Richard Otto Illgen, dem Sohn Ferdinands, der auch nach dem Tod seines Vaters (1931) bis zur Enteignung 1946 zusammen mit seinem Onkel die Geschicke des Unternehmens leitete. Sein Einspruch gegen die Übernahme des Betriebes in Volkseigentum durch den Volksentscheid am 30. Juni 1946 blieb ohne Wirkung.
Zur Begründung seines Antrages brachte er vor, dass nur Dr. Hermann F. Illgen unter die Bestimmungen des Befehls Nr. 124 der SMA fiel, die den Hintergrund für die Aufnahme in die Liste der per Referendum zu enteignenden Unternehmen bildete. Da er selbst lediglich einfaches Parteimitglied gewesen sei und somit nicht unter diese Bestimmungen fiele, könne sein 50%iger Anteil nicht einfach mit enteignet werden. Die Löschung der Firma als Privatbetrieb wurde dadurch jedoch nicht verhindert. Das relativ kleine Unternehmen mit rund 30 Beschäftigten, das in Friedenszeiten für den Eigenbedarf und im Auftrag anderer Firmen zwirnte und färbte, im Krieg dann offenbar ausschließlich Zwirnerei auf Rechnung betrieb, wurde auf Basis einer Treuhänderschaft von Karl Groitzsch weitergeführt. Dieser stand jedoch ca. 1949 Im Zentrum eines Prozesses, in dem er wegen Wirtschaftsvergehen zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt wurde. Nur kurz nach der zumindest offiziell wegen ihm durchgeführten Verstaatlichung starb Dr. Hermann Illgen (21. Oktober 1947), sein Neffe verließ nach den erfolglosen Versuchen, das Unternehmen zumindest teilweise vor der Enteignung zu bewahren, die sowjetische Besatzungszone. Nach einer kurzen Existenz als Zwirnwerk Crimmitschau, Werk I wurde der Betrieb am 1. Juli 1949 mit dem aus der ehemaligen Firma Eduard Uhlich hervorgegangenen Zwirnwerk II vereinigt. Genau zwei Jahre später erfolgte die Fusion mit dem VEB Pleißenwolle zu der Gesamtfirma VEB Zwirnerei und Spinnerei Pleißenwolle Crimmitschau, die 1963 im VEB Zwirnerei Sachsenring Glauchau 1963 aufging.
Dr. Hermann Illgen und Otto Illgen waren zusammen mit Paul Kürzel auch die Gründer der Bleicherei Gablenz GmbH, die in den vorliegenden Akten an einigen Stellen erwähnt wird. Die Stammeinlagen beider Inhaber der Firma Hermann Illgen wurden zum größten Teil durch Übertragung von zu ihrem Betrieb gehörenden Grundstücken in Leitelshain und Gablenz auf die neue Gesellschaft geleistet. Nachdem Paul Kürzel 1930/31 Konkurs anmelden musste, schied er als Gesellschafter aus, wie auch ein Jahr später Otto Illgen, den Anteil des Verstorbenen übernahm Richard Otto Illgen, somit waren die Besitzverhältnisse identisch mit denen der Firma Hermann Illgen. Da der Betrieb bereits seit 1941 ruhte, waren die Auswirkungen des Todes bzw. der Flucht der beiden Besitzer auf die Gesellschaftsverhältnisse zwar juristisch analog zur anderen Firma, in der Praxis aber inklusive der Löschung am 17. September 1951 eher formaler Natur.


9. Die Firma Eduard Uhlich und Nachfolger
Der Färber Friedrich Eduard Uhlich gründete sein Unternehmen am 4. März 1862, auch in diesem Fall ist nicht eindeutig, ob es sich ursprünglich um eine reine Färberei handelte, sicher ist nur, dass die Firma ab spätestens 1911 auch als Zwirnerei agierte. Nach seinem Tod übernahmen 1899 Richard und Hugo Uhlich die Leitung, der erstgenannte schied 1921 aus und bis Ende 1934 verblieb Hugo als alleiniger Inhaber. Mit Wirkung vom 1. Januar 1935 erfolgte der Übergang der Crimmitschauer Firma an Rudolf Birkner, wobei der Name beibehalten wurde. Birkner war NSDAP- und NSKK-Mitglied, er geriet als kommissarischer Kompanieführer im Volkssturm im April 1945 zumindest vorübergehend in amerikanische Gefangenschaft und kehrte nicht wieder nach Crimmitschau zurück.
Alle Nachkriegsschriftwechsel liefen über seine Frau Johanne Hermine, die in ihrer Eigenschaft als Abwesenheitspflegerin ihres Mannes den Kaufmann Gustav Schönfeld als Gesellschafter in den nun als OHG firmierenden Betrieb aufnahm. Als die Verstaatlichung unausweichlich schien, versuchte Schönfeld erfolglos, seinen Beitritt wieder rückgängig zu machen. Der Betrieb wurde im Rahmen des Volksentscheides vom 30. Juni 1946 zu Gunsten des Landes Sachsen enteignet und später als Werk II des Zwirnwerkes Crimmitschau weitergeführt. Die weitere Entwicklung nach der Zusammenlegung mit dem Werk I wurde bereits an anderer Stelle geschildert.
Die Produktion erstreckte sich auf Effektzwirne für Gardinen- und Möbelstoffe, während des Krieges wurde dann auf die Herstellung von Bekleidungszwirnen umgestellt. In der Firma arbeiteten ca. 40-50 Arbeiter und Angestellte, wobei allerdings Angaben für die ersten Jahrzehnte nicht berücksichtigt werden konnten. Obwohl in den Akten eine an die Firma Eduard Uhlich gerichtete Abrechnung des "Weiblichen Ostarbeiterlagers", hauptsächlich über Beiträge anderer regionaler Firmen zur Lagerfinanzierung vorhanden ist, gibt es sonst keinen weiteren Hinweis darauf, dass Zwangsarbeiter beschäftigt wurden, auch zeitnahe Meldungen enthalten ausschließlich Fehlmeldungen.


10. Die Färberei Glauchau und ihre Nachfolgebetriebe
Es sei darauf hingewiesen, dass sowohl für die Geschichte der Färberei Glauchau als auch die der Ludwig Blucke OHG zwei in den Akten befindliche handschriftliche Chroniken bzw. Faktensammlungen verwendet wurden, deren Verlässlichkeit nur eingeschränkt überprüft werden konnte. Speziell für die Frühzeit beider Firmen wurden dafür entweder in vorliegendem Bestand nicht enthaltene schriftliche oder auch mündliche Quellen zu Rate gezogen, die der Autor jeweils nicht immer nachwies. Vermutlich standen diese Arbeiten im Zusammenhang mit der Erstellung einer Stadtchronik. Da die einer Prüfung zugänglichen Aussagen korrekt waren, wurde trotz der genannten Einschränkungen darauf zurückgegriffen.
Den Ausgangsbetrieb für das ab 1889 als Färberei Glauchau betriebene Unternehmen bildete die frühere Färberei Otto Seyfert. Firmendirektor bzw. alleiniger Vorstand war Oswald Seyfert, der dieses Amt 1897 an Wilhelm F. Otto Ratz abtrat. Erst 1930 ergab sich diesbezüglich eine weitere Änderung, als Erich Ratz die Firmenleitung von seinem Vater übernahm. Rund zehn Jahre nach der Gründung erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, diese Gesellschaftsform wurde bis zur Enteignung per Volksentscheid 1946 beibehalten. Allerdings erfolgte 1941 eine Umbenennung in Garn AG vormals Färberei Glauchau AG, die nicht zuletzt der auch bei vielen anderen Firmen zu beobachtenden Erweiterung bzw. Verlagerung der Produktion auf die Schwerpunkte Zwirnen und/oder Spinnen geschuldet gewesen sein dürfte. Der entsprechende Paragraph 2 der Satzung wurde geändert und wesentlich erweitert. Er wies als Gegenstand des Unternehmens ursprünglich den "Betrieb der früheren Otto Seyfert´schen Färberei in Glauchau" und der damit verbundenen Geschäfte aus. Nach 1941 wurde das Unternehmensziel definiert als "Färben, Bleichen, Zwirnen, Spulen, Weifen sowie Veredeln von Spinnfasern, Garnen und Textilien aller Art." Außerdem wurden die zum Erreichen dieses Zieles nutzbaren Möglichkeiten, speziell im Hinblick auf Beteiligung an anderen Firmen und Interessengemeinschaften ausführlicher, aber gleichzeitig unspezifischer formuliert. De facto konnte die Unternehmensführung alles tun, was sie nur in irgendeiner Form als für die Firma nützlich definierte.
Nachdem die Färberei Glauchau mehrere Jahrzehnte von Otto und Erich Ratz geleitet worden war, sicherte sich Wilhelm Lüttgen durch Zukäufe einen großen Teil der Aktien und versuchte zunehmend, auf das Unternehmen Einfluss auszuüben, u. a. wurde sein Bruder Max überraschend und kurzfristig in den Vorstand berufen. Ratz legte, nach eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gründen und wegen der ständigen Auseinandersetzungen mit Wilhelm Lüttgen sein Amt nieder, worauf Lüttgen selbst zum Direktor bestellt wurde. Daraus entstand ein Rechtsstreit, u. a. da Lüttgens Frau Carmen, die nominell über die Aktien verfügte, für die Erhöhung des Grundkapitals um 100.000 RM gestimmt hatte, mit dem ein Grundstück in Bad Kissingen gekauft werden sollte, das wiederum einer anderen Firma Wilhelm Lüttgens gehörte. Auch gegen die parallel geplante Verlegung des Gesellschaftssitzes von Glauchau in dieses neu erworbene Verwaltungsgebäude wurde Einspruch erhoben. Das Verfahren endete mit einem Vergleich, letztlich wurde weder der Grundstückskauf verhindert, noch die Umsiedlung der Geschäftszentrale. Laut der an 2. Juni 1944 geänderter Satzung befand sich der Sitz der Garn AG nunmehr tatsächlich in Bad Kissingen, wo Lüttgen inzwischen auch wohnte.
Durch das Kriegsende und die Errichtung der Zonengrenzen wirkte sich die soeben vollzogene räumliche Trennung zwischen dem Vorstand sowie der Verwaltung und der eigentlichen Produktionsstätte 1945 auf Buchführung und Weiterführung alles andere als positiv aus, die Verbindung riss fast vollständig ab. Das Unternehmen wurde nach einiger Zeit in Treuhänderschaft in die Liste der unter den Volksentscheid fallenden Betriebe aufgenommen, 1946 enteignet und in Textilveredlungswerk Sachsenring Glauchau umbenannt. Die Vereinigung mit der Feinzwirnerei und Nähfadenfabrik Glauchau zur Feinzwirnerei Sachsenring Glauchau erfolgte 1949, für die weitere Entwicklung dieses aus der Fusion mit der ehemaligen Ludwig Blucke OHG entstandenen Betriebes sei auf das folgende Kapitel verwiesen.
Zu den Beschäftigtenzahlen waren leider für die ersten Jahrzehnte kaum verlässliche Angaben aufzufinden. 1943 wurden bei der Auflösung der Betriebskrankenkasse von der AOK 111 Versicherte übernommen, eine kurz nach Kriegsende erstellte Liste umfasst insgesamt 44 Arbeiter und Angestellte. Da zu diesem Zeitpunkt die Zahlen in allen Betrieben besonders niedrig und wenig repräsentativ waren, kann man bei einer vorsichtigen Schätzung von ca. 100 Beschäftigten ausgehen. Hinweise auf im Betrieb tätige Fremdarbeiter sind in den Akten nicht enthalten.

[Fortsetzung im maschinenschriftlichen Findbuch]
Kassenbücher.- Geheimbücher.- Geschäftsbücher.- Schriftverkehr mit Behörden und Organisationen.- Bilanzen und Inventurlisten.- Private Korrespondenzen der Firmeninhaber.- Innerbetrieblicher Schriftverkehr.- Beschäftigungsnachweise von Fremdarbeitern und Kriegsgefangenen.- Versicherungen und Steuern.- Lagepläne.- Bauzeichnungen.- Patentsachen.- Arbeitskräftemeldungen.- Nachweise über Rüstungsproduktion.- Auskünfte von Auskunfteien, auch über arisierte Firmen.- Kalkulationen.- Musterbücher.- Betriebsenteignungen.
Firma Carl Wolf, Färberei und Zwirnerei, Schweinsburg (gegründet 1894)
1916: Gründung Carl Wolf Apparatebau aus einer seit 1901 bestehenden Betriebsabteilung
1924 - 1936: Aktiengesellschaft, danach Umwandlung in OHG
1942: Abtrennung der Abteilung Burgwolf Handarbeitsgarne und der Firma Wolf & Co.
1951: Enteignung und Treuhandverwaltung, VEB Carl Wolf
1953: Bis Oktober: Spinnerei und Zwirnerei Schweinsburg bzw. VEB Feinzwirnerei Sachsenring Glauchau, Zweigwerk Schweinsburg
1952: Ab 1. Oktober VEB Pleißenwolle Crimmitschau, Werk II
1963: VEB Zwirnerei Sachsenring Glauchau, Werk III
Dazu gehören auch die Vermögenswerte: Wasserwerk sowie Schlossgut und Rittergut Schweinsburg

Firma Burgwolf KG, Zwirnerei, Crimmitschau (selbständig seit 1942)
Ca. 1933: Gründung der Abteilung Handarbeitsgarne innerhalb der Carl Wolf AG
1942: Trennung von der Hauptfirma, Gründung als Burgwolf KG Carl Heinz und Rudolf Wolf
1946: Enteignung, Umbenennung in Pleißenwolle, Werk I
1949: Vereinigung mit Werk II
1950: Vereinigung mit dem Zwirnwerk Crimmitschau zur VEB Zwirnerei Pleißenwolle
1953: Angliederung an VEB Feinzwirnerei Sachsenring Glauchau
1953: Ab Oktober Teil der neu gegründeten VEB Zwirnerei und Spinnerei Pleißenwolle Crimmitschau
1963: Anschluss an VEB Zwirnerei Sachsenring Glauchau

Firma Wolf & Co., Spinnerei, Crimmitschau (gegründet 1931)
1931: Gründung durch die Teilhaber der Firma Carl Wolf
1942: Bei der Firmenteilung der Familie Wolf zugeschlagen, Schwesterfirma der Burgwolf KG, Sitz im selben Gebäude, Umwandlung der OHG in eine KG
1946: Enteignung, Umbenennung in Pleißenwolle Werk II
Ca. 1949: Umwandlung in Zwirnerei, weitere Entwicklung siehe Burgwolf KG

Firma Ernst F. Göldner, Spinnerei, Crimmitschau (gegründet 1891)
1891: Gründung der Spinnerei Friedrich August Bär
1896: Verkauf an Ernst Ferdinand Göldner, Umbenennung
1819: Umwandlung in eine OHG, Richard Göldner tritt als Gesellschafter bei
1949: Heinrich Göldner übernimmt die Firma, Umwandlung in eine KG
1952: Nach Preisstrafverfahren und Flucht des Inhabers, Firma unter Treuhandverwaltung
1953: Werk V des VEB Vigognespinnerei Werdau
1953: Ab Oktober Teil des VEB Zwirnerei und Spinnerei Pleißenwolle Crimmitschau
1965: Anschluss an VEB Zwirnerei Sachsenring Glauchau

Firma Hermann Illgen, Färberei und Zwirnerei, Crimmitschau (gegründet 1862)
1892 - 1921: Mitinhaber werden Paul Richard, Ferdinand Otto und Friedrich Hermann Illgen
1921: Richard Otto Illgen wird Teilhaber
1946: Enteignung, Leitung durch Treuhänder Karl Groitzsch
Ca. 1947: Zwirnwerk Crimmitschau, Werk I
1949: Wirtschaftsstrafverfahren gegen K. Groitzsch, Vereinigung mit dem Zwirnwerk, Werk II
1951: Vereinigung mit dem VEB Pleißenwolle zu VEB Zwirnerei und Spinnerei Pleißenwolle Crimmitschau
1963: Anschluss an VEB Zwirnerei Sachsenring Glauchau

Firma Eduard Uhlich, Färberei und Zwirnerei, Crimmitschau (gegründet 1862)
1899: Übernahme der Leitung durch Richard und Hugo Uhlich
1935: Rudolf Birkner wird neuer Inhaber
1945: OHG; zum 1. Juni Eintritt von Curt Gustav Schönfeld als persönlich haftender Gesellschafter
1946: Sequestrierung
1948: Enteignung, Zwirnwerk Crimmitschau Werk II
1949: Vereinigung mit Zwirnwerk, Werk I (weitere Entwicklung siehe Firma H. Illgen)

Firma Ludwig Blucke, Zwirnerei, (gegründet 1928)
1928: Die Ludwig Blucke AG Chemnitz gründet in Glauchau eine Feinzwirnerei-Abteilung
1936: Wechsel der Gesellschaftsform zur OHG
1946: Enteignung parallel zur Chemnitzer Hauptfirma, Umwandlung in die Feinzwirnerei und Nähfadenfabrik Glauchau
1949: Vereinigung mit Textilveredlungswerk Sachsenring Glauchau (weitere Entwicklung siehe Färberei Glauchau)
  • 2007 | Findbuch / Datenbank
  • 2015, 2018 | Findbuch / Datenbank
  • 2020-12-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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